Talentierte Geschwister: 13-Jährige kickt in Merzbacher C-Jugend

Talentierte Geschwister : 13-Jährige kickt in Merzbacher C-Jugend

Das ganze Leben ist ein Wettstreit - erst recht, wenn drei Geschwister die gleiche Leidenschaft teilen: Fußball. In Merzbach spielen drei Geschwister in einer Mannschaft. Und ausgerechnet die 13 Jahre alte Muriel, genannt Mu, haben die Talentscouts ganz oben auf dem Zettel.

Wenn der Schiedsrichter laut den Nachnamen „Bey!“ ruft, drehen sich in der Merzbacher C-Jugend in dieser Saison gleich drei Spieler um: Die jungen Fußballer Emil, Muriel und Joshua. Nur mit jeweils einem Jahr Abstand geboren, sorgen die drei regelmäßig für verwirrte Gesichter bei den Unparteiischen.

Mutter Annette Bey klärt auf, wie es dazu kam: „Unser Jüngster Emil saß noch im Kinderwagen, da waren wir schon auf dem Platz. Die Leidenschaft am Fußball haben alle drei sehr früh entwickelt.“ Aufgrund der Altersstruktur der Jugendmannschaften des Sportvereins sei es dann sinnvoll gewesen, die beiden 12 und 14 Jahre alten Jungs und die 13-jährige Muriel in ein Team zu packen.

Ob es da nicht zu Reibereien zwischen den Dreien kommt? „Alles im verträglichen Rahmen, das gehört ja auch zum Sport dazu“, erklärt der Vater Pit Bey. Für Emil, den jüngsten der Bande, ist jedenfalls klar: „Ich bin sowieso der Beste.“ Doch nicht nur das Selbstbewusstsein des Jüngsten, sondern auch Muriels spielerisches Können profitiert vom gemeinsamen Einsatz der Geschwister.

„Als einziges Mädchen im Team verbessern sich ihr Tempo, Zweikampfverhalten und Körpereinsatz deutlich. Das gemeinsame Training ist nur bis zu einem Alter von etwa 16 Jahren sinnvoll, doch auch die aus unserem Verein stammende Vanessa Zilligen, jetzt Bundesligaspielerin, hat von dem Vergleich mit den Jungs profitiert“, erläutert Jugendleiter Jochen Bois.

Dass Muriel ebenfalls gute Chancen hat, weiter sportlich aufzusteigen, zeigt sie nicht nur als gefragte Spielerin in der Rheinland-Auswahl beim Sportclub Bad Neuenahr. Aufgrund der geringeren Anzahl an jungen, motivierten Fußballerinnen sei der Weg nach oben einfacher. „Allerdings verdiene ich als Spielerin weitaus weniger als die Männer“, gibt Muriel zu bedenken. Doch auch diesbezüglich setzt sie sich ein: „Einen Brief mit Verbesserungsvorschlägen habe ich schon an den Deutschen Fußball Bund und an Angela Merkel geschickt“.

Die Eltern der Jugendlichen sind jedenfalls froh, diese Saison pro Wochenende nur noch auf zwei anstatt drei Spiele gehen zu müssen – auch, wenn sie die Spielfreude ihrer Kinder gerne unterstützen. „Egal wo die drei landen, ob im Fußball, oder woanders. Die Hauptsache ist, dass sie Spaß dabei haben“, bekräftigt der Vater. Und wenn in ein paar Jahren allein Muriel in der Bundesliga spielt? „Egal, wer von uns es schafft, die anderen beiden werden auf der Tribüne stehen und anfeuern“, bestätigt der älteste Joshua. Bei den drei Jungtalenten wird auf jeden Fall klar: Den Namen Bey sollten sich wohl nicht nur die Schiedsrichter merken – vielleicht entdeckt man ihn schon bald auf dem Trikot eines Profis.

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