Logistikriese investiert Millionen: 129 neue Stellen im DHL-Riesenlager in Rheinbach

Logistikriese investiert Millionen : 129 neue Stellen im DHL-Riesenlager in Rheinbach

Der Logistikriese DHL investiert in Rheinbach eine zweistellige Millionensumme. Er ist der erste Nutzer des neuen Gewerbegebietes Wolbersacker.

Der graue Koloss in der Nähe des Kreisels am S-Bahnhof an der Straße nach Wormersdorf steht deutlich im Kontrast zur im Hintergrund aufragenden Tomburg. Das neue Distributionslager, das DHL, die Frachttochter der Post AG, dort für das Energiemanagement-Unternehmen Eaton baut, hat beachtliche Dimensionen.

Mit einer Grundfläche von 240 mal 120 Metern unterteilt sich die Riesenhalle in zwei je 11.000 Quadratmeter große Lagerhallen mit zwölf Metern Höhe und eine kleinere von 6000 Quadratmetern und 16 Metern Höhe. Insgesamt beträgt die Nutzfläche rund 35.000 Quadratmeter. Das lässt sich DHL eine zweistellige Millionensumme kosten. Ende des Jahres soll das Lager in Betrieb gehen. Bei einem Rundgang über die Baustelle erläuterten Projektleiter Simon Geisel und DHL-Pressesprecher Dieter Pietruck den aktuellen Stand.

In der ersten Stufe sollen dort 129 Vollzeitstellen entstehen, sagte Geisel. Für sie stehen 90 Parkplätze und rund 30 bis 40 Fahrradabstellplätze bereit. Wie überhaupt auf Ökologie und Modernität großer Wert gelegt wird. Eine spezielle Wärmedämmung unterstützt Heizung und Lüftung. Im aktuellen Hitzesommer bleiben die Riesenhallen angenehm kühl.

Das Dach wird nicht begrünt, sagte Geisel, wies aber auf eine 25 Zentimeter dicke Dämmschicht hin. Auch die Aluminiumfassade ist so isoliert. Durch eine Schleuse, auch „Vereinzelungsanlage“ genannt, kommt man in die gut abgesicherte Halle. Für Lastwagenfahrer steht ein eigener Eingang mit Aufenthaltsbereich bereit. Die Aufzüge in die Hochetage sind behindertengerecht. Man arbeite mit den Bonner Werkstätten zusammen und werde auch Gehandicapte beschäftigen, sagte Geisel.

Pro 1000 Quadratmeter Fläche steht eine Lkw-Anlaufstelle bereit. Das sind 28 elektronisch gesteuerte Rolltore, an denen 52 Laster Montag bis Freitag zwischen sechs und 22 Uhr anliefern und 62 etwas abholen können. Eine Ampelanlage sorgt für Sicherheit. Zwei Trafo-Stationen mit je 800 Kilovolt-Ampere liefern die Energie. Für moderne Lithium-Ionen-Technik wurde Vorsorge getroffen. Dunkelstrahler sorgen für angemessenes Licht. Bewegungsmelder lassen die Lampen bei Bedarf anspringen, was Strom spart.

In einer Art Galerie an der Stirnseite des Hallenkomplexes, erstreckt sich ein langer Büroflur, der in Sozialräume mündet. Dort stehen zwei Küchenzeilen mit Mikrowellen und Sanitärräume mit Duschen bereit. Toiletten wurden über die gesamte Stirnseite so verteilt, dass niemand zu lange Wege dorthin hat. Die kleinere Halle mit ihrem automatisierten Kleinteilelager soll überwiegend elektronisch mit Robotern genutzt werden. In einer der großen Hallen stehen bereits riesige Stahlregale für Paletten verschiedener Größe. Diese Regale sind relativ schnell aufgebaut. Das ganze ist mit einer modernen Sprinkler-Bandschutzanlage versehen. Für die Batterielager von Eaton werden die Regale mit eigenen Sprinklern versehen.

Auf 13 Jahre Betriebszeit ist die Halle zunächst ausgerichtet, für die Logistikbranche eine relativ lange Zeit, so Projektleiter Geisel. Über erwartete Umsätze wollte Pietruck nichts sagen, nur dass es ein „riesiger Logistikstandort“ sei. Projektleiter Geisel wandte sich auch gegen die verbreitete Auffassung, dass im Logistikbereich überwiegend nur Menschen mit geringer Qualifizierung arbeiten würden.