Energie im Vorgebirge: Netzbetreiber will Kapazität seiner Trasse erhöhen

Energie im Vorgebirge : Netzbetreiber will Kapazität seiner Trasse erhöhen

Amprion lädt Bürger in Bornheim, Meckenheim und Sinzig zu Info-Märkten ein. Das Unternehmen möchte bestehende Masten nutzen.

Der Netzbetreiber Amprion lädt Bornheimer, Meckenheimer und Sinziger Bürger jeweils zu Infomärkten ein, um über eine Umrüstung seiner Stromtrasse zwischen Rommerskirchen und Weißenthurm bei Neuwied, die durch das Vorgebirge und die Voreifel sowie den Kreis Ahrweiler verläuft, zu informieren. Ziel ist es, die Übertragungskapazität zwischen Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg auf zwei Gigawatt zu erhöhen.

Bekanntlich hatte die RWE-Tochter seit 2012 im Linksrheinischen Masten erneuert und Leitungen für eine höhere Stromspannung installiert, um den Windstrom von den Windkraftanlagen im Norden in die südlichen Landesteile zu verteilen. Auf dieser Wechselstromtrasse soll ein Stromkreis nun auf Gleichstrom umgewandelt werden, erklärt Joëlle Bouillon von der Amprion-Pressestelle. „Die Besonderheit ist, dass wir die bestehenden Masten nutzen können“, so Bouillon. In der Bonner Region finde kein Trassen-Neubau statt.

Wie die Stadt Bornheim mitteilt, plant Amprion unter dem Titel „Energiewendeprojekt Ultranet“ eine mehr als insgesamt 340 Kilometer lange Verbindung in sogenannter Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungstechnik (HGÜ). Die Gleichstromverbindung bildet laut dem Unternehmen den südlichen Teil einer Trasse, die Strom vor allem aus dem Norden Deutschlands in den Süden transportieren soll.

Ausstellung und Dialog mit Besuchern

Die Leitung mit einer Übertragungsleistung von zwei Gigawatt solle die Stromerzeugung am Standort Philippsburg ausgleichen, wenn das dortige Kraftwerk im Zuge des Kernenergieausstiegs abgeschaltet werde. „Gleichstrom schafft größere Übertragungskapazitäten“, erklärt Bouillon. Die Notwendigkeit der Verbindung sei mit der Verabschiedung des Bundesbedarfsplans gesetzlich verankert worden.

Vor Beginn des formalen Genehmigungsverfahrens im Zuge der Bundesfachplanung für den betroffenen Abschnitt will Amprion den Bürgern die Möglichkeit geben, sich über das Projekt zu informieren und Anregungen einzubringen. Bei den Infomärkten sollen Mitarbeiter des Unternehmens Fragen der Bürger wie bei einem Tag der offenen Tür beantworten. Der persönliche Austausch stehe im Vordergrund, so Amprion. Eine Ausstellung mit Plänen und Visualisierungen soll den Ablauf des Genehmigungsverfahrens und die Beteiligungsmöglichkeiten der Bürger erläutern.⋌

Die Termine: Sinziger Bürger sind für Mittwoch, 10. Februar, in den Helenensaal, Koblenzer Straße 72, eingeladen. In Bornheim findet der Infoabend am Donnerstag, 11. Februar, im Ratssaal des Rathauses, Rathausstraße 2, statt und in Meckenheim am Donnerstag, 18. Februar, Im Ruhrfeld 16, Sitzungssaal 1. Die Info-Märkte dauern jeweils von 17 bis 20 Uhr.

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