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Wasserstoff-Tankstelle in Meckenheim: Eröffnung verschoben

Eröffnung verschiebt sich : Ab Mai tanken RVK-Busse in Meckenheim Wasserstoff

Die RVK muss die geplante Eröffnung der Tankstelle in ihrem Busdepot in Meckenheim verschieben. Wegen eines Transportschadens fehlt ein Bauteil aus Italien.

Zukunftstechnik hatte Jens Conrad, Fachbereichsleiter für alternative Antriebe bei der Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) im Meckenheimer Bau- und Vergabeausschuss im November mit dem Bau einer Wasserstofftankstelle auf dem Gelände an der Kalkofenstraße angekündigt. Weil ein wichtiges Bauteil beim Transport irreparabel beschädigt wurde, wartet das Verkehrsunternehmen nun auf die Ersatzkomponente aus Italien. Wegen der Corona-Pandemie und der damit zusammenhängenden Lieferschwierigkeiten hat die RVK ihr Ziel, die Wasserstofftankstelle bis Ende März fertigzustellen, auf Mai verschoben.

Auch wenn die emissionsfreie Technik bald im RVK-Busdepot Einzug halten wird, werde es Conrad zufolge im ersten Schritt keine vollständigen „Wasserstofflinien“ geben, die ausschließlich mit Brennstoffzellenfahrzeugen betrieben werden. Stattdessen werden die neuen Fahrzeuge, zwei Prototypen sind schon seit 2011 auf den Straßen in Meckenheim unterwegs, auf den Busstrecken verteilt eingesetzt werden. Weil die Busse im Gegensatz zu elektrisch betriebenen Fahrzeugen den Vorteil hoher Reichweiten und kurzer Betankungszeiten haben, seien sie ebenso flexibel einsetzbar wie ihre Vorgänger mit Dieselmotor.

Die neue Wasserstofftankstelle an der Kalkofenstraße ist nach den Anlagen in Hürth, Wermelskirchen und am Flughafen Köln/Bonn die vierte Treibstoffquelle. Mit mehr Bussen, die aus entfernter gelegenen Gebieten zum Tanken nach Meckenheim fahren, ist laut Conrad nicht zu rechnen. „Betankt werden nur Busse, die bei unserer Niederlassung in Meckenheim stationiert sind.“ Diese Busse würden auf Linien eingesetzt, die Meckenheim mit seinen Ortschaften und den Nachbarkommunen verbinden, und solche, die auch jetzt schon von diesem Standort aus nach Bonn führen.

Bei einer Sitzung des Deutschen-Brennstoffzellenbus-Clusters kamen jüngst rund 40 Verkehrsunternehmen aus Deutschland, Österreich und Südtirol zum Erfahrungsaustausch zusammen. Dort gab die RVK bekannt, dass sie als Vorreiter bei der Umstellung im Mai nicht nur den neuen Treibstoff liefern, sondern weitere zehn Busse mit der Brennstoffzellentechnik in Betrieb nehmen will. Fünf solcher Fahrzeuge seien bereits in Wermelskirchen und am Flughafen Köln/Bonn unterwegs.

Einer freiwilligen Selbstverpflichtung zufolge will das Unternehmen seine Linien spätestens bis 2030 ausschließlich mit Fahrzeugen betreiben, die geringe oder gar keine Schadstoffe mehr ausstoßen. Gegenüber dem Schadstoffausstoß durch Dieselfahrzeuge sind die Immissionen durch Brennstoffzellenfahrzeuge eher unproblematisch. Genutzt wird der Wasserstoff, der in Industriebetrieben bei verschiedenen chemischen Reaktionen als Abfallprodukt anfällt.

20 Tonnen täglich anfallenden Wasserstoffs reichten für den Betrieb der kompletten regionalen Busflotte, hatte Conrad im Ausschuss ausgeführt. Dieser Stoff wird als Gas mit 350 bar in die Tanks der Busse geleitet. Im Zuge der Energieumwandlung per Brennstoffzelle entsteht zusammen mit dem aus der Umgebungsluft angesaugten Sauerstoff reiner Wasserdampf.

Auch Privatleute könnten im Laufe der Zeit zum Tanken im Busdepot vorfahren. Wie Conrad erläuterte, gestattet die Verrohrung auch die Einrichtung einer Pkw-Wasserstofftankstelle. Nach dem derzeitigen Stand der Technik ist zu erwarten, dass an einer solchen dann mit 700 bar betriebenen Zapfsäule auch Brennstoffzellen-Pkw tanken könnten. Einen Zeitplan für dieses Vorhaben gebe es derzeit jedoch noch nicht.