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Gelockerte Corona-Auflagen: Viele Besucher in Seniorenheimen im Linksrheinischen

Gelockerte Corona-Auflagen : Viele Besucher in Seniorenheimen im Linksrheinischen

Oft ist es ein Wiedersehen durch Plexiglas, doch Angehörige dürfen Senioren wieder besuchen. Um alle zu schützen, sind die Besuche auch in Meckenheim, Rheinbach und Hersel von A bis Z durchgeplant.

Es sind Szenen, die zu Herzen gehen, die sich in den Seniorenwohnheimen und Pflegeeinrichtungen abspielen. Nach fast zwei Monaten Kontaktverbot gibt es seit dem Wochenende für die Bewohner ein Wiedersehen mit ihren Familienangehörigen und Freunden – wenn auch unter strengen Auflagen. „Da gibt es schon einmal das eine oder andere Tränchen“, berichtet Georg Hammann aus dem Johanniter-Stift Meckenheim. „Aber die Wiedersehensfreude ist riesig“, weiß der Leiter der Unternehmensentwicklung Kommunikation der Johanniter. Nun können 20 bis 40 Besucher am Tag in die Einrichtung hineingelassen werden – allerdings unter nach wie vor strengen Auflagen

Im Seniorenhaus St. Angela in Hersel hat die Heimleitung für Besuche ein rund neun Quadratmeter großes Zelt im Garten aufgestellt, berichtet Christoph Leiden, Pressesprecher der Cellitinnen-Stiftung. Darin kann sich ein Bewohner mit maximal zwei Besuchern treffen – natürlich mit Mund-Nase-Schutz. Sie seien aber durch eine Plexiglasscheibe getrennt. „Gespräche sind also möglich, aber keine Umarmungen oder anderer Körperkontakte.“

Über die Änderungen seien alle Angehörigen per Brief informiert worden. „Es ist wichtig, sich im Vorfeld bei uns anzumelden und einen verbindlichen Zeitkorridor zu vereinbaren“, sagt Seniorenhausleiter Daniel Hinkel. Die einstündigen Besuche bestehen aus je 30 Minuten für Formalitäten und das eigentliche Treffen. So könnten rund zehn Besuche am Tag ermöglicht werden. Die Termine seien besonders am Muttertag sofort ausgebucht gewesen, berichtet Leiden. „Manchen war förmlich anzusehen, dass sie sich zurückhalten mussten, um nicht ihre Mutter oder Vater in den Arm zu nehmen. Es ist einfach eine gewöhnungsbedürftige Situation, sich nach Wochen hinter Plexiglas zu begegnen.“

Auch am Seniorenzentrum St. Elisabeth in Bornheim ist der Zugang streng geregelt. Bewohner und Angehörige können sich nach den Regeln eines eigenen Hygienekonzepts in einem Zelt auf dem Parkplatz, am Fenster oder auf der Terasse sehen. „Wir holen die Angehörigen am Eingang ab und bringen sie in das Zelt“, erläutert Leiterin Ursula Meeth. „Dann holen wir die Bewohner ab und bringen sie zu den Angehörigen. Dort gibt es ein Telefon, mit dem sie sich melden können, wenn der Besuch beendet ist.“ Die Bewohner freuen sich sehr über den Besuch, sagt Meeth. Aber: „Ich bin aufgrund der Lockerungen jetzt viel angespannter. Denn je mehr außerhalb des Heims und um jeden einzelnen Menschen herum gelockert wird, desto vorsichtiger müssen wir im Heim sein.“

„Die Wiedersehensfreude war groß. Es gab symbolische Umarmungen und Kusshändchen durch die Folie und auch das ein oder andere feuchte Auge“, berichtet Mathias Junggeburth, Leiter des Seniorenhaus St. Josef Meckenheim. Dort sei als Lösung eine „Kombination aus Innen- und Außeninstallation für die Besuche“ gewählt worden. Der Bewohner wird vom Wohnbereich zum Termin in einem Areal des Hausrestaurants begleitet. Dort befindet sich eine Außentür, die geöffnet wird, aber mit einer festen, durchsichtigen Folie versehen ist. Auf der anderen Seite – draußen in einem extra aufgestellten Pavillon – sitzt der Besucher. „Für die Bewohner ist es ein Schritt in Richtung Normalität und für die Angehörigen eine wichtige Möglichkeit Sichtkontakt zu halten“, so Junggeburth.

Dass die Pläne für ein Hygienekonzept im Fall der Lockerungen schon fertig waren, habe dabei geholfen, die neuen Vorgaben des Landes im Malteser Seniorenheim in Rheinbach rasch umsetzen zu können. Laut Olga Jabs, Pressesprecherin der Malteser Wohn und Pflege GmbH, sei nur dank der „sehr engagierten Mitarbeiter“ das Plus an Mehrarbeit durch Anmeldung, Abholung, Desinfizierungen nach dem Besuch etc. überhaupt zu leisten.