Restaurierung an katholischer Kirche: Turmgold für den Wetterhahn in Lüftelberg

Restaurierung an katholischer Kirche : Turmgold für den Wetterhahn in Lüftelberg

Das Metallensemble der Kirchturmspitze wurde mehrere Monate lang restauriert. Hahn, Kreuz und Kugel zieren wieder St. Petrus in Lüftelberg. Hauchdünne Goldschicht überzieht den Wetterhahn.

Ein Jahr lang mussten die Lüftelberger auf den Wetterhahn, der normalerweise die Kirchturmspitze der St. Petrus Kirche schmückt, verzichten. Im August vergangenen Jahres waren das Kreuz und der Hahn demontiert worden, da die Verankerung des Hahns nicht mehr sicher war. Zudem waren vom Kreuz bereits einige Teile abgebrochen.

Aus Sicherheitsgründen hatte sich die Kirchengemeinde entschlossen, den Hahn zu restaurieren und hatte damit die Kunstschmiede Hoppen aus Dattenberg bei Linz beauftragt. Zwei bis drei Mitarbeiter waren mit der Restaurierung des vermutlich aus dem 17. Jahrhundert stammenden Hahns beschäftigt. Er wurde neu zusammengenietet und fehlende Teile am Kreuz sind aufwändig ergänzt worden. Zudem wurde der Hahn mit Bleigewichten im Brustbereich neu ausgewuchtet und das Kugellager wurde erneuert, damit er sich leichter im Wind bewegt. Schließlich wurde er mit 24 Karat Turmgold vergoldet.

„Der hält jetzt wieder hundert Jahre,“ erklärte Sebastian Hoppen, Inhaber der Kunstschmiede. Bevor der Hahn schließlich wieder auf den Kirchturm aufgesetzt wurde, wurde er von Pfarrer Franz-Josef Steffl gesegnet. Auch die Kinder der Katholischen Kindertagesstätte St.Petrus ließen sich dieses Ereignis nicht entgehen. „Der zeigt an, wo der Wind kommt“, wussten die Kinder. Pfarrer Steffl erklärte zudem die Bedeutung des Hahns als Symbol der Wachsamkeit, Zeichen der Umkehr und Buße und als Bote des Lichts.

Kirchenbekrönung im vergangenen Jahr demontiert

„Der Hahn ist ein ganz wichtiges Symbol, das da heute wieder auf unseren Kirchturm kommt,“ erklärte der Pfarrer. Die Kugel am Fuße des Kreuzes symbolisiere zudem die Welt, so Steffl. Eben diese Kugel dient nun auch als Zeitkapsel. Denn darin befinden sich ein Satz Euro-Münzen sowie Dokumente, die Auskunft über die Kirchengemeinde und ihre jetzigen Mitarbeiter geben. Auch ein Zeitungsartikel soll den Menschen in der Zukunft Auskunft über das heutige Geschehen geben, wenn der Hahn in hundert oder mehr Jahren noch einmal restauriert wird.

Als man die Kirchenbekrönung im vergangenen Jahr demontiert hatte, wurden solche Zeitdokumente allerdings nicht gefunden. Die Meckenheimer Dachdeckerfirma Degen besserte noch Schäden an der Kirchturmspitze aus und die Firma Blitzschutz Graff montierte Blitzableiter, ehe das Kreuz und der Hahn von den Mitarbeitern der Kunstschmiede Hoppen und mithilfe eines Hubsteigers mit Arbeitskorb aufgesetzt wurden.

Für Stefan Hoppen, der den Hahn auf der Kirchturmspitze montierte, ist das Arbeiten in schwindelerregender Höhe normal. „Man gewöhnt sich daran,“ erklärte er. Zudem sei man auf die Tätigkeit konzentriert und nehme die schwankende Höhe gar nicht mehr wahr. Außerdem sei der Lüftelberger Kirchturm mit einer Höhe von 24 Metern noch relativ niedrig, meinte Hoppen. Denn in den 70 Jahren ihres Bestehens hat die Kunstschmiede Hoppen etwa 1500 Kirchenbekrönungen restauriert und montiert. Darunter seien auch etliche deutlich höhere Kirchtürme gewesen als der in Lüftelberg.