Programm für die Meckenheimer Altstadt: Stadt fördert Sanierung der Fassaden

Programm für die Meckenheimer Altstadt : Stadt fördert Sanierung der Fassaden

Die Stadt Meckenheim übernimmt bis zur Hälfte der Kosten, die für eine Sanierung von Häuserfassaden anfallen. Bislang haben zehn Eigentümer die Förderung in Anspruch genommen, 335 000 Euro sind noch im Topf.

Insgesamt 335 000 Euro Fördergelder für Sanierungen in der Altstadt stehen noch zum Abruf bei der Stadt Meckenheim bereit. Jeder Eigentümer einer Immobilie an der Hauptstraße und den direkt angrenzenden Straßen hat die Möglichkeit, sich ein Stück vom Kuchen abzuschneiden, wenn er seinem Haus oder Geschäft ein frisches Aussehen verleiht. Die Voraussetzungen dafür sind denkbar einfach.

Mindestens zehn Jahre muss das Gebäude bereits stehen und es muss fachgerecht saniert werden. Außerdem zielt das Förderprojekt auf solche Gebäude, deren Sanierung das Ortsbild nachhaltig verbessert. Gut geplant und rechtzeitig beantragt, zahlen Stadt und Bund bis zu 20 000 Euro der Kosten. Sobald der Förderzuschuss bewilligt ist, können die Handwerker loslegen. Nach zwölf Monaten sollte die Maßnahme abgeschlossen sein.

Zehn Eigentümer haben die Förderung bereits in Anspruch genommen, weitere Förderverfahren laufen. „Jetzt ist Halbzeit“, sagte Waltraud Leersch, Leiterin des Fachbereichs Stadtplanung. Bis Ende 2019, also etwas mehr als ein Jahr lang, wird das Projekt noch laufen. Bis dahin können Anträge gestellt werden. Für erste Beratungen wendet man sich im Rathaus an Florian Wichert oder Christoph Lobeck vom Fachbereich Stadtplanung.

Die ersten Sanierungen sind bereits in der Endphase. So auch das Objekt Haus Nummer 45 an der Hauptstraße. „Der Eigentümer hat die Gelegenheit genutzt, das Gebäude umfassend zu sanieren“, berichtet der bauleitende Architekt Feyim Martin Ilgi. Das Haus, dessen Obergeschosse schon jetzt in neuer Fassade erstrahlen, soll in Kürze auch im Ladenbereich des Erdgeschosses saniert werden.

Kostenlose Beratung

„Wir haben zuerst die tragende Substanz fachgerecht von den veralteten Fassadenbestandteilen befreit. Dann haben wir Anker angebracht, die die Wärmedämmung tragen, die man heutzutage braucht.“ Auf den so nach zeitgemäßem Stand der Technik und entsprechend den heutigen energetischen Anforderungen vorbereiteten Grund wurde die neue Fassade aufgebracht. „Damit bei Temperaturschwankungen keine Risse entstehen, haben wir Dehnungsfugen eingearbeitet“, erklärt Ilgi. Das sei früher leider nicht immer üblich gewesen. Deshalb sei an älteren Häusern häufig die theoretisch haltbare Fassade viel zu früh gerissen oder abgebröckelt.

„Pro hergerichteter oder gestalteter Fassaden- oder Hoffläche fördern wir 60 Euro pro Quadratmeter, maximal bis zur Hälfte der gesamten Kosten“, erklärte Florian Wichert vom Fachbereich Stadtplanung. Eine erste Orientierung an Gestaltungsmöglichkeiten gibt die „Gestaltungsfibel Altstadt Meckenheim“. Darin finden die Bürger die förderungsfähigen Bereiche der Altstadt auf einem Stadtplan, in dem man leicht auch die anliegenden Höfe ausmacht.

Obwohl der Zweite Weltkrieg an der Hauptstraße viel Zerstörung hinterlassen hat, stehen hier auch noch einige alte Gebäude, deren Grundsteine vor rund 200 Jahren gelegt wurden. Diese besondere Mischung architektonischer Prägungen mache Meckenheim aus und solle im Stadtbild erhalten bleiben, so die Stadt. Deshalb erfährt der Sanierungswillige in der Gestaltungsfibel auch, welche Techniken, Farben und Farbtöne für die verschiedenen Untergründe und Stile geeignet sind.

„Selbstverständlich beraten wir kostenlos. Uns ist daran gelegen, die bestmöglichen Lösungen für Eigentümer und Stadtbild zu finden“, so Wichert. Deshalb sind sie auch nach Beginn der Arbeiten weiterhin unter 0 22 25/91 73 12 Ansprechpartner.

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