„Der Bekanntheitsgrad hat mich beeindruckt“: So war die Amtszeit als Meckenheimer Blütenkönigin

„Der Bekanntheitsgrad hat mich beeindruckt“ : So war die Amtszeit als Meckenheimer Blütenkönigin

Im GA-Interview spricht Anna Mahnig über Amtszeit als Meckenheimer Blütenkönigin - unter anderem durfte sie in Berlin Kanzlerin Angela Merkel treffen.

Bürgermeister Bert Spilles stellt die neue Amtsträgerin am Samstag, 8. Dezember, beim Zintemaat vor. Bei Messen und Veranstaltungen in der Region und im Bund hat Mahnig ihre Heimatstadt repräsentiert und dabei die unterschiedlichsten Menschen kennengelernt. Über ihre Erlebnisse und ihre persönlichen Erfahrungen sprach Anna Mahnig mit Susanne Träupmann.

Ihre Amtszeit neigt sich dem Ende zu.Würden Sie gerne weitermachen?

Welche Veranstaltungen empfanden Sie als Highlight Ihrer Amtszeit?

Mahnig: Der schönste Termin war im April das Blütenfest in Meckenheim. Denn da spielte das Wetter prima mit. Und natürlich war das „Apfelkabinett“ in Berlin einfach unvergleichlich. Es war interessant, die Minister – es waren fast alle dabei – so nah und auf Augenhöhe zu erleben. Die Blüten- und Apfelköniginnen aus allen bundesdeutschen Regionen haben den Ministern Körbe mit Gala, Elstar, Jona Gold und der Bundeskanzlerin mit grünem Boskop überreicht. Bei der Gelegenheit habe ich auch kurz Frau Merkel erlebt. Das war schon aufregend.

Waren Sie vor der Begegnung im Kanzleramt nervös?

Mahnig: Nein. Ich habe mir gesagt, dass Minister auch nur Menschen sind. Überrascht war ich allerdings von den zum Teil sehr persönlichen Gesprächen. Wie zum Beispiel mit Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die sich sofort beim Betreten des Raumes nach der Blütenkönigin aus Meckenheim erkundigte. Dabei erzählte sie mir, dass sie Meckenheim und da besonders die Baumschule Ley gut kenne. Auch Bundesforschungsministerin Anja Karliczek war ausgesprochen nett. Sie gab sich als begeisterte Karnevalistin zu erkennen. Besonders gut gefallen hat mir aber das Gespräch mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner.

Inwiefern?

Mahnig: Wir sprachen über mein Studium und sie gab mir den Tipp, mich bei ihrem Ministerium zu bewerben.

Werden Sie das Angebot annehmen?

Mahnig: Ich denke darüber nach. Erst einmal werde ich mein Studium im April mit dem Bachelor abschließen. Bis zum Wintersemester, wenn der Masterstudiengang beginnt, habe ich einige Monate Zeit. Vielleicht werde ich diese mit einem Praktikum in Berlin überbrücken. Man wird sehen.

Gab es für Sie auch schwierige Begebenheiten?

Mahnig: Eigentlich nicht. Dabei erinnere ich mich an die NRW-Fahrradtour. Beim Stopp in Meckenheim sollte ich eine längere Ansprache halten. Die Lautsprecher des WDR-Übertragungswagens funktionierten aber nur mit Funksignalen. Daher kamen die Worte nur zeitverzögert raus. Das brachte mich schon ein wenig aus dem Konzept. Der WDR-Journalist meinte nur lapidar, dass läge an meinem Alter. Alte Hasen könnten damit besser umgehen.

Was beeindruckte Sie am meisten?

Mahnig: Der Bekanntheitsgrad der Blütenkönigin über die Grenzen der Stadt hinaus. Das finde ich schon großartig. So kamen beim Frühlingsmarkt in Bonn am Stand der Rhein-Voreifel Touristik Bornheimer Besucher auf mich zu, die mich als Meckenheims Blütenkönigin sogar mit Namen ansprachen.

War das Amt insgesamt sehr zeitaufwändig?

Mahnig: Nein, eigentlich nicht. Ich habe ja auch weiterhin studiert und nebenbei als Kellnerin im „Fässchen“ an der Hauptstraße gearbeitet. Zeit kosteten vor jedem Event nur die regelmäßigen Friseurtermine, denn die Haare mussten ja perfekt gestylt sein.

Haben Sie sich auf jeden Termin vorbereitet?

Mahnig: Vor dem ersten Auftritt auf dem Zintemaat habe ich mir überlegt, was ich sage. Zum einen war ich ein wenig aufgeregt, zum anderen konnte ich noch nicht ohne Konzept sprechen. Schon ab dem zweiten Termin habe ich allerdings frei und spontan geredet. Oftmals haben Bürgermeister Bert Spilles und ich uns kurz vorher besprochen, was wir sagen werden. Das klappte immer hervorragend.

Welche Erfahrungen haben Sie persönlich weitergebracht?

Mahnig: Meine Fähigkeiten im Smalltalk konnte ich verbessern. Außerdem habe ich gelernt, mich frei am Mikrofon zu äußern. Das sind alles Eigenschaften, die ich im Studium und später im Berufsleben brauche. Deshalb war die einjährige Regentschaft für mich auch ein Jahr der persönlichen Erfahrung.

Sie haben als Blütenkönigin die Stadt und den Meckenheimer Obstbau repräsentiert. Essen Sie selbst gerne Äpfel?

Mahnig: Ja. Da bin ich offen für alle Sorten. Am liebsten esse ich allerdings Gala. Das merke ich immer im Geschäft, denn dort greife ich automatisch zu dieser Sorte.

Kennen Sie ein leckeres Apfelrezept?

Mahnig: Ich schwärme für den klassischen Apfelkuchen. Dazu gehören der Mürbeteig mit 200 g Mehl, 50 g Zucker, einer Prise Salz, 100 g Butter und ein Eigelb. Für die Füllung werden 750 g Boskop, zwei Esslöffel Zitronensaft und Zucker genommen. Nach dem Backen wird der Kuchen mit Aprikosenmarmelade bestrichen. Das ist einfach ein geniales Rezept.

Haben Sie noch Termine bis zu Ihrer Amtsablösung?

Mahnig: Im Januar findet noch die grüne Woche in Berlin statt. Ich hoffe, dass ich da noch hinfahren kann. Das hängt von der Stadt ab. Anfang Februar wird ja meine Nachfolgerin inthronisiert.

Was wünschen Sie der zehnten Blütenkönigin?

Mahnig: Dass sie genauso viel Spaß hat wie ich. Ich wünsche ihr alles Gute und dass sich die Nervosität im Laufe der Auftritte legt. Die Ansprachen kann man trainieren. Wichtig ist bei jedem Event das Lächeln.

Mehr von GA BONN