Einzelhandel: Neuer Marktplatz in Meckenheim nimmt Formen an

Einzelhandel : Neuer Marktplatz in Meckenheim nimmt Formen an

Stadtentwicklungsausschuss diskutiert Gutachten über Kaufkraftveränderungen in Meckenheim. Auf dem Markt soll ein Lebensmittelmarkt mit 1200 Quadratmetern Größe entstehen.

Nachdem im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes für die Altstadt die Hauptstraße saniert wurde und demnächst im Bereich der Klostergasse die Bagger anrücken, stellt sich immer drängender die Frage nach der Gestaltung des Marktplatzes. Dies war auch das beherrschende Thema der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses, wo Andreas Link und Erik Schlader von der Firma Intargis in einem Gutachten mögliche Kaufkraftveränderungen untersucht hatten.

Dabei gingen sie davon aus, dass auf der bisherigen Fläche des Marktplatzes ein Vollsortimenter mit einer Größe von 1200 Quadratmetern angesiedelt wird und ein Drogeriemarkt mit einer Größe von 600 Quadratmetern. Weitere 400 Quadratmeter werden pauschal für Sortimente wie Bekleidung, Büroartikel, Zeitschriften oder Haushaltswaren veranschlagt. Bei ihrer Analyse hatten die Gutachter festgestellt, dass die Kaufkraft in Meckenheim sehr hoch ist, der Umsatz des örtlichen Handels jedoch sehr gering. Daher nahm man in die Untersuchung ebenfalls auf, welche Auswirkungen eine Ansiedlung auf dem Marktplatz auf die Kaufkraftströme im Umkreis von zehn Kilometer haben würde. Dies bezieht dann auch Rheinbach und die Grafschaft mit ein. Bei der Planung gilt es zu berücksichtigen, dass gerade im Lebensmitteleinzelhandel eine Veränderung von mehr als zehn Prozent im Umsatz für andere Betriebe und Kommunen auch zu Konsequenzen führen würde. Die Ansiedlung ergibt zumindest für den Bereich von Alt-Meckenheim laut den Gutachtern nur einen Umverteilungseffekt von 7,4 Prozent, der Wert von zehn Prozent wird auch für die anderen Stadtteile und Kommunen nicht gerissen.

Besucher sollen länger bleiben

Selbst für den Standort Neuer Markt wird nur ein Wert von 2,6 Prozent umverteilt. Anders sieht das im Bereich Körperpflege aus, dort wird für die Altstadt ein Wert von mehr als zehn Prozent gesehen, was Auswirkungen auf den Einzelhandel hat. Insgesamt kommen die Gutachter zu dem Schluss, dass die Ansiedlung eines Verbraucher- und Drogeriemarktes keine negativen Auswirkungen auf Meckenheim und die umliegenden Kommunen habe. Fachbereichsleiterin Waltraud Leersch betonte, dass es das Ziel sei, dass die Besucher länger in der Stadt verweilen und auch die Fachgeschäfte an der Hauptstraße besuchen.

Voll des Lobes zeigte sich Hans-Erich Jonen von der UWG-Fraktion, der betonte, dass mit der geplanten Ansiedlung eine Versorgungslücke geschlossen werde, die sich in Alt-Meckenheim seit der Schließung von Kaisers-Kaffee vor vielen Jahren aufgetan habe. Grundsätzlich zeigten sich alle Fraktionen dem Vorhaben gegenüber aufgeschlossen, auch wenn noch Fragen der Verkehrsführung zu klären sind. So bemängelte Reinhard Diefenbach für die BfM, dass das Einkaufszentrum in Wachtberg nicht mit die Planung einbezogen worden sei. Ob das mit der Verweildauer so klappt, wurde ebenfalls kritisch hinterfragt, da Einzelhändler und Entwickler heute gerne die Parkflächen mit knappen Parkscheinregelungen bewirtschaften und darüber hinaus private Ordnungsdienste beauftragen. Mit einer Gegenstimme wurde die Verwaltung beauftragt, die weitere Planung anzugehen.