Blumenzwiebeln für die Bienen: Nachhaltige Pflanzaktion der Rheinbacher Schüler

Blumenzwiebeln für die Bienen : Nachhaltige Pflanzaktion der Rheinbacher Schüler

Rheinbacher Schüler pflanzen 1800 Frühblüher am Rande einer Apfelplantage und lernen, was man gegen das Insektensterben unternehmen kann.

Es geht laut zu an diesem Vormittag in der Apfelplantage. Obwohl die Früchte längst geerntet sind, rennen Schüler der Klasse 5d des Rheinbacher Sankt-Joseph-Gymnasiums (SJG) an der Baumreihe auf und ab. Tim und Linus knien am Boden, einer gräbt, einer setzt Eierkartonstücke mit Blumenzwiebeln in das Loch, dann wird die Erde wieder darüber geschoben. „Wir haben uns die Arbeit aufgeteilt“, verkünden sie stolz. Es gibt ja auch viel zu tun: 1800 Frühblüher pflanzen die insgesamt 24 Jungen an diesem Vormittag. Damit möchten sie im kommenden Frühjahr Insekten anlocken.

Die Idee zu dieser Pflanzaktion hatten Monika und Michael Rönn vom Obsthof Rönn in Ersdorf. Sie betreiben den Hof in der dritten Generation, stellen gerade auf ökologische Landwirtschaft um. Auf rund 30 Hektar wachsen vor allem Apfel- und Birnbäume sowie Johannisbeeren. Die Bienen sind für ihren Betrieb ganz besonders wichtig. „Wir sind auf sie angewiesen“, sagt Monika Rönn. Und das erklärt sie zu Beginn der Pflanzaktion auch den Zehn- und Elfjährigen: „Die Wildbienen fliegen im Frühling als Erste. Falls dann die Apfelblüten noch nicht so weit sind, müssen wir ihnen Nahrung anbieten.“ Krokus, Narzisse und Tulpe eignen sich nicht nur als Futterpflanzen für Insekten, sie sehen auch noch schön aus. Im Idealfall werden aus der Arbeit der Schüler richtige Insektenmagneten.

Und die angelockten Insekten wiederum bestäuben dann die Obstbäume, wie die Schüler zuvor gelernt haben. „Man kann viel in den Unterricht einbauen aus so einer Aktion“, sagt Vera Träbert, Naturwissenschaftslehrerin der Klasse. Ob in ihrem Fach oder beim Kunstunterricht, in dem Insektenhotels gebaut werden: Insektensterben sei als Thema ohnehin in aller Munde. „Das passt fächerübergreifend zusammen.“ Das Angebot der Landwirte, deren Sohn in diese Klasse geht, hat sie daher gerne angenommen. Die Frühblüher stehen im kommenden Frühling ohnehin auf dem Lehrplan, „dann kommen wir wieder und sehen nach, was gewachsen ist“.

Nun allerdings verblüffen die jungen Leute erst einmal mit ihrem Arbeitseifer. „Es ist keiner dabei, der keinen Bock hat“, staunt Monika Rönn. Tatsächlich sind die meisten sogar im Laufschritt unterwegs, wenn sie ihre Klassenkameraden mit weiteren Zwiebeln versorgen. Außerdem ist die noch junge Klassengemeinschaft bestens organisiert. Matti, Ole und Jan haben das Mischen und Verteilen der Blumenzwiebeln übernommen, Bela passt auf, dass sie immer mit den Wurzeln nach unten in die Eierkartons gesetzt werden.

Die hat Rönn als Abstandshalter ausgewählt, damit die Blumen am Ende gleichmäßig wachsen. Sie einzubuddeln, ist kein Problem, denn die Eierkartons verrotten, wissen die Jungen. Auch sonst bringen sie erstaunlich viel Gartenwissen mit. „Wir haben einen Gemüsegarten“, berichtet Benedikt. Silas erzählt von seinem Hochbeet. Yannick hat mit seinen Eltern schon den Vorgarten bepflanzt. Viel Zeit zum Reden haben sie aber nicht, weil noch viel getan werden muss. Auch damit vor der Heimreise Zeit bleibt, um Apfelkuchen, Äpfel und Birnen zu probieren. Man will ja wissen, wofür man arbeitet.

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