Die Kurzgeschichte von Herrn Kurz: Meckenheimer bringt drittes Buch heraus

Die Kurzgeschichte von Herrn Kurz : Meckenheimer bringt drittes Buch heraus

Der Meckenheimer Autor Joshua Clausnitzer hat sein drittes Buch „Worte ohne Grenzen“ veröffentlicht. In vier Kapiteln wechseln sich Kurzgeschichten, deutsche, englische und Nonsens-Gedichte, ab.

Wenn Joshua Clausnitzer seinen Alltag beobachtet, fallen ihm viele Dinge ins Auge. Die große, internationale Politik kann ihn inspirieren, ein Streit in der Nachbarschaft oder einfach eine Tasse Kakao. Der 24-Jährige macht daraus Kurzgeschichten und Gedichte. Unterdessen hat er drei Bücher herausgebracht. Ihnen gemeinsam: das meist fröhliche Spiel mit der Sprache.

Clausnitzer ist in Meckenheim bei seinen Großeltern aufgewachsen, hat das Konrad-Adenauer-Gymnasium (KAG) besucht. Sein Großvater, der selbst veröffentlichte, weckte die Liebe zur Lyrik. „Umso älter ich wurde, umso mehr hat es mich interessiert“, beschreibt es der Autor heute. 2015 erschien sein erstes Werk, „Wortspiele und andere Kuriositäten“, es folgte 2017 „Spiel der Worte“ und Ende 2018 „Worte ohne Grenzen“. Es sei eine „Trilogie, die gar keine Trilogie ist“, verbunden lediglich durch den spielerischen Umgang mit Sprache.

Das neue Buch fällt schon durch das Cover auf. Darauf sieht man den Anfang von Clausnitzers erster, und wie er sagt, bisher bester Kurzgeschichte. Jede Zeile ist sorgfältig durchgestrichen, nur die drei Worte des Titels stechen hervor. „Es ist ein Aufbruch ins Neue“, beschreibt er es. Mit 112 Seiten ist das Buch rund 50 Seiten länger als seine erste Veröffentlichung.

In vier Kapiteln wechseln sich Kurzgeschichten, deutsche, englische und Nonsens-Gedichte, ab. Vor allem über Letztere sollen sich nach seiner Vorstellung die Leser selbst ein Bild machen. Ein paar davon habe er schließlich für einen Wettbewerb für schlechte Gedichte geschrieben. „Aber sie waren nicht schlecht genug, um dort zu gewinnen.“

Vor allem aber möchte der junge Autor mit seiner Arbeit „die Menschen zum Lachen bringen“. Darum verpackt er vieles in Humor. Seine Einfälle hält er dabei klassisch fest. „Ich habe immer einen altmodischen Block und einen Stift dabei.“ Auch setzt er immer wieder neue Ideen um. So entstanden seine englischen Gedichte, weil er einige englischsprachige Freunde hat. Ein typisches Werk für ihn ist die Geschichte von „Herrn Kurz“. „Der Herr Kurz hat keine Lust auf eine Kurzgeschichte. Er ist innerhalb von nur zwei Versen schon wieder weg“, fasst Clausnitzer die pointierten Zeilen zusammen.

Wichtig ist Clausnitzer neben dem Schaffensprozess, die Promotion seiner Arbeit selbst zu übernehmen. Über Facebook und in Lesungen stellt er seine Bücher vor. „Ich habe vor rund 100 Leuten am KAG gelesen“, erinnert er sich. „Das hat viel Spaß gemacht.“ Außerdem ist er nach eigenen Angaben das aktuell jüngste Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller. Seine Jugend sei aber nicht unbedingt ein Hindernis. „Man kann sich ja noch weiterentwickeln“, sagt er dazu. „Das macht ja einen Autor aus.“

Noch ist Clausnitzer Student der Geschichte und Anglistik an der Universität Bonn, danach will er sich ganz dem Schreiben widmen. Er hat schon eine Stelle als Dozent für Kreatives Schreiben an verschiedenen Volkshochschulen. Dort soll er vor allem jüngere Interessenten ansprechen.

„Ich bin der Meinung, dass jeder kreativ sein kann“, sagt er. Das fange schon dort an, wo man sich über die Themen des Alltags Gedanken mache und die Einflüsse um sich herum in irgendeiner Form verarbeite.

Bei ihm sind es kurze Texte, und das sollen noch mehr werden. Bisher hat er drei Bücher herausgebracht, für das nächste wird er sich arbeitsbedingt etwas mehr Zeit lassen. Aber die ersten Gedichte hat er schon zusammen. Außerdem plant er mit „Worte ohne Grenzen“ eine kleine Lesetour unter anderem durch Köln, Meckenheim und Sankt Augustin.

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