Neue Planung vorgestellt: Meckenheim wappnet sich gegen Überflutungen

Neue Planung vorgestellt : Meckenheim wappnet sich gegen Überflutungen

Die Stadt Meckenheim hat eine überarbeitete Planung für die Bonner Straße vorgestellt. Die Sanierung berücksichtigt auch die Folgen von Starkregen und Überschwemmungen, Niederschlag soll über große Kanäle in die Swist abgeleitet werden.

Große Schritte nach vorne geht die Stadt Meckenheim bereits seit einigen Jahren mit der Altstadtsanierung im Rahmen des integrierten Handlungskonzepts. Damit der Abschnitt an der Bonner Straße dabei nicht buchstäblich baden geht, gab die Stadt eine Überprüfung der künftigen Situation für den Fall von Hochwasser oder Wolkenbrüchen in Auftrag. Die Ergebnisse und geplante Änderungen im Bauprogramm stellte Diplom-Ingenieur Stefan Witzler vom Ingenieurbüro Berthold Becker jetzt im Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss vor.

Wegen der Topografie der Straße sei auf dem Abschnitt der Bonner Straße zwischen Niedertorkreisel und der Einmündung an der L 158 (Rheinbacher Landstraße) mit Überschwemmungen zu rechnen. Aus leidvoller Erfahrung kennen die Bewohner der angrenzenden Mühlenstraße das Problem. Vor einigen Jahren sammelte sich dort das Wasser bis zu 40 Zentimeter hoch. Deshalb habe man man bei der Planung auch diese Straße im Auge gehabt, ebenso wie das Gelände des Demeter-Hofs Krämer, der Tankstelle und die schräg gegenüber dem alten Friedhof liegende Einfahrt zur Tiefgarage.

Neigung an unschädlicher Stelle

„Hundertjähriges Ereignis ist ein nicht mehr ganz so passender Begriff“, bemerkte Witzler in Bezug auf Hochwasser und Starkregenereignisse der vergangenen Jahre. Mittlerweile rechne man in einigen Gegenden alle drei Jahre mit diesen Problemen. Deshalb sei es sinnvoll, sich rechtzeitig damit zu befassen. Gerade bei einer Sanierung sei man gefordert, Schäden durch Starkregen von öffentlichen Straßen möglichst fernzuhalten. Schon bei Planung und Bau könne man heute ohne sonderlich auffällige, aber sehr effektive Maßnahmen Einfluss auf die Wasserströme nehmen.

Der Höhenunterschied in dem betrachteten Bereich betrage auf der Bonner Straße lediglich zwischen zehn und zwanzig Zentimeter oberhalb beziehungsweise unterhalb des Gesamtniveaus. In der derzeitigen Situation fließe das Wasser wegen der Neigung der Bonner Straße in die Mühlenstraße. Beim Neubau könne man die Hoch- und Tiefpunkte nivellieren und an passenden Stellen eine Querneigung bauen. „Wir richten die Neigung an einer Stelle ein, an der sie unschädlich ist“, so Witzler. Gemeint ist damit eine Neigung in Richtung des neuen Tiefpunkts, der auf der Bonner Straße am östlichen Ende des alten Friedhofs liegen wird. Hier will man das Wasser mit in Anzahl und Größe ausreichenden Straßenabläufen in große Kanäle einleiten, damit es zügig in Richtung Swistbach abgeleitet wird.

Keine Gräber von Maßnahmen betroffen

An den Ein- und Ausfahrten der Anliegerbetriebe schaffe man je nach Richtung der Niveauanpassung entsprechende Übergänge. Dass Wasser von der Bonner Straße in die Tiefgarage oder auf die angrenzenden, tiefer liegenden Areale läuft, soll damit für die meisten Fälle passé sein. Eventuellen Sorgen wegen der Arbeiten, die für den Bau der Ableitungen auf dem Alten Friedhof stattfinden müssen, trat der Technische Beigeordnete Heinz-Peter Witt entgegen: „Wir werden im Bereich der Grabanlagen die Pietät wahren.“ Notwendige Maßnahmen wolle man so durchführen, dass keine Gräber betroffen würden.

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