Meckenheim: Professor Wilhelm Meyer redet über geologische Geschichte

Vortrag im Herrenhaus Burg Altendorf : Professor erzählt geologische Geschichte von Meckenheim

Der Professor Wilhelm Meyer erzählt am Freitag im Herrenhaus Burg Altendorf die geologische Geschichte von Meckenheim. Vor 50 Millionen Jahren waren hier Krokodile, Elefanten und Mammuts heimisch.

Krokodile, Elefanten und Mammuts sollen hier gelebt haben. Die Geschichte der Landschaft rund um Meckenheim begann vor mehr als 300 Millionen Jahren. Die geologische Geschichte der Gegend erzählt der emeritierte Professor Wilhelm Meyer am Freitag im Herrenhaus Burg Altendorf.

Meckenheims Geschichte geht noch viel weiter zurück als bis zur Zeit der Mammuts. Vor rund 300 Millionen Jahren befand sich in dieser Region ein Meeresbecken – vergleichbar mit dem heutigen Wattenmeer. Wo heute Meckenheim ist, war damals die Küste. Jedoch war das Klima hier anders, es war um einiges wärmer. Das Meer dieser Zeit nennt der Geologe Wilhelm Meyer ein „tropisches Meer“. Von dort aus verbreiteten sich die Pflanzen vom flachen Ufer bis aufs Festland. Die ersten Belege davon, dass sich die Pflanzen auf dem Land ausbreiteten, habe man im Wahnbachtal gefunden, so Meyer.

In diesem tropischen Meer entwickelten sich unterdessen die ersten Lebewesen wie Korallen, Muschel-ähnliche Tiere und Gliederfüßler. Laut Meyer drifteten anschließend die Erdplatten zusammen und falteten hiesige Erdschichten. So sei beispielsweise das Rheinische Schiefergebirge entstanden. Der Geologe selbst hat diese Faltenformation im Ahrtal und in Meckenheim entdeckt.

Die gängige Vorstellung, wie eine Landschaft aussieht, wurde erst vor etwa 50 Millionen Jahren Realität. Damals ragte der östliche Teil des Schiefergebirges, die sogenannte „Rheinische Insel“, aus dem Meer heraus und bildete eine größere Landfläche, beschreibt Meyer. Elefanten und Krokodile hätten hier gelebt. Das Klima sei immer noch warm gewesen und eine gute Lebensbedingung für die Tiere. Die Bedingungen waren auch für etwas optimal, was wir heute nutzen: In den Sumpfwäldern an der Küste bildete sich die Braunkohle.

Anschließend zog sich das Meer gen Norden zurück und bildete sich zur heutigen Nordsee. Dadurch veränderte sich auch die Vegetation in dieser Region: Wälder breiteten sich aus, Wölfe und Affen fanden ein Zuhause und das Klima wurde kühler, sagt Meyer.

Die Eiszeit vor zwei Millionen Jahren war nach Meyer der nächste wesentliche Einfluss auf die Geologie. Der Lößboden, den man in Meckenheim hauptsächlich vorfinde, gehe auf diese Zeit zurück, so der Geologe. Damals bevölkerten Mammuts und Nashörner die Region. Die Vegetation war zu dieser Zeit schon so ähnlich wie unsere.

Das Rheinische Schiefergebirge begann, sich um mehrere Hundert Meter anzuheben, damit entstanden Rheintal und Ahrgebirge. Deshalb mussten sich die Flüsse einen neuen Weg suchen. Die Ahr beispielsweise floss bis dahin nordwärts über Meckenheim in Richtung Niederrheinische Bucht. Mit dem Ahrgebirge tat sich nun eine Barriere auf, und so bog die Ahr nach Osten ab in Richtung Rhein. Im alten Ahrbett machte sich dann die Swist breit.

Der letzte bedeutende Abschnitt der Geologie Meckenheims sei der Vulkanismus, der vor etwa 30 bis 40 Millionen Jahren begann, berichtet Meyer. Zu dieser Zeit sei der Tomberg entstanden. Das Siebengebirge gehöre zur zweiten Generation, zu welcher Meyer alle Vulkane zählt, die sich vor 25 Millionen Jahren und danach gebildet haben. Anschließend entstanden auch während der Eiszeit noch neue Vulkane wie der Laacher See vor mehreren tausend Jahren. In Bad Neuenahr und Niederbachem seien die jüngsten Vulkane in unserer Nähe zu finden, so Meyer. „Sie sind erst 10 000 Jahre alt.“

Die Geologie Meckenheims – Vortrag von Professor Wilhelm Meyer am Freitag, 7. Februar, um 18.30 Uhr im Herrenhaus Burg Altendorf, Burgstraße 5. Der Eintritt ist frei.