Mann aus Meckenheim soll pflegebedürftige Mutter getötet haben

Pflegebedürftige 90-Jährige : Meckenheimer soll Mutter mit Stich ins Herz getötet haben

Seit fast 25 Jahren wohnte der Mann alleine mit seiner Mutter zusammen: Dann soll er durchgedreht und die pflegebedürftige 90-jährige Frau mit einem gezielten Stich ins Herz getötet haben. Demnächst muss sich der Mann vor dem Bonner Landgericht verantworten.

Als Tatwerkzeug soll ihm ein zufällig herumliegendes Steakmesser gedient haben. Von diesem Szenario geht jedenfalls die Bonner Staatsanwaltschaft aus und hat Anklage gegen einen 56-jährigen Meckenheimer erhoben. Wegen Totschlags muss sich der Mann, der als Lagerist arbeitet, demnächst vor dem Bonner Landgericht verantworten.

Laut Anklage soll es sich bei der Tat um einen "affektiven Durchbruch" gehandelt haben: Viele Jahre - seit der Vater 1995 verstarb - sollen Mutter und Sohn zusammengelebt haben. 2006 war die Frau zum Pflegefall geworden. Die Mutter sei jedoch ihrem einzigen Kind gegenüber sehr fordernd gewesen, während der ledige Sohn ihr sein Leben gewidmet habe.

Überfordert durch die Pflege

Der Tat war ein Krankenhausaufenthalt der Mutter vorausgegangen: Wegen eines Oberschenkelhalsbruchs war sie Anfang Juni eingewiesen worden und am 28. wieder in ihre Wohnung zurückgekehrt. Dort war sie aber fast komplett immobil und bei den Toilettengängen auf ihren Sohn angewiesen. Wohl aus Frustration über diese Tatsache soll sie mehrfach geäußert haben, dass sie "aus dem Leben scheiden" wolle.

Der 56-Jährige war wohl mit der Pflege überfordert. Offenbar hatte er angeregt, dass seine Mutter in einem Heim leben solle. Dies jedoch habe die 90-Jährige nach GA-Informationen kategorisch abgelehnt.

Steakmesser als Tatwaffe

Und so geschah es dann am Morgen des 30. Juni: Offenbar hatte der Sohn seine Mutter in der Nacht zuvor mehrfach ins Bad begleitet. Als sie erneut seine Hilfe einforderte, soll der Mann sich dann das zufällig herumliegende Steakmesser gegriffen und es seiner Mutter direkt ins Herz gerammt haben. Im Anschluss soll der Mann dann versucht haben, sich auch selber zu töten. Weil die Verletzungen bei ihm aber offenbar nicht lebensbedrohlich waren, soll der Mann dann nach drei Tagen den ärztlichen Notdienst gerufen haben. Die herbeigeeilte Notärztin stellte sofort fest, dass die Frau eines nicht natürlichen Todes gestorben war und alarmierte die Polizei.

Den Vernehmungsbeamten gegenüber gestand der 56-Jährige die Tat; zuvor soll er allerdings noch angegeben haben, dass sich seine Mutter selbst das Leben genommen habe.

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