Barrierefreies Wohnhaus am Meckenheimer Baumschulweg: Kommune I für Senioren

Barrierefreies Wohnhaus am Meckenheimer Baumschulweg : Kommune I für Senioren

Seit einigen Tagen sind Erika und Walter Neubauer stolze Besitzer einer Eigentumswohnung am Meckenheimer Baumschulweg. Dem Ehepaar gehört eine 56 Quadratmeter große Zwei-Zimmer-Wohnung im gerade fertiggestellten Neubau auf der Sonnenseite der Apfelstadt.

Den Schlüssel überreichte Bauherr und Investor Norbert Schaffrath der Chefin des Forum Senioren Meckenheim und deren Mann. 28 Wohnungen in den beiden Obergeschossen gehören zum barrierefreien Wohnkomplex. Im Erdgeschoss zieht der Rheinbacher Pflege- und Betreuungsdienst ein.

"Wir werden die Wohnung sehr wahrscheinlich zunächst vermieten. Vielleicht werden wir sie auch später selbst bewohnen. Mir gefällt die Großzügigkeit des Wohnungszuschnitts. Besonders toll finde ich den großen Balkon", äußerte sich Erika Neubauer begeistert. Ihre Wohnung gehört zum ersten von zwei Bauabschnitten. Insgesamt rund 60 barrierefreie seniorengerechte Wohnungen werden dort verkauft oder vermietet. Während die ersten Mieter und Eigentümer ihre Wohnungen jetzt beziehen können, laufen die Planungen für den zweiten Bauabschnitt auf Hochtouren.

Mit dem Spatenstich für den neuen, 15 Millionen Euro teuren Komplex rechnet Schaffrath für Mitte 2016. "Mit den rund sieben Millionen Euro für den ersten Abschnitt liegen wir im Rahmen der veranschlagten Baukosten. Die Fertigstellung erfolgte sogar ein paar Tage früher als vorgesehen", zeigte sich der Meckenheimer Investor zufrieden.

Wichtig ist, dass "die Senioren hier ein selbstbestimmtes Leben führen können. Es ist kein betreutes Wohnen. Die Mieten entsprechen einer normalen Mietwohnung", so Schaffrath. Bis auf eine Wohnung hat der Wahl-Meckenheimer alle Wohnungen, deren Größe zwischen 49 und 86 Quadratmetern liegen, verkauft. Allerdings bewohnen nur 30 Prozent der Eigentümer ihre Wohnungen selbst. 70 Prozent sind vermietet und das nicht nur an Senioren. Auch junge Leute um die 30 Jahre genießen den Vorteil der modernen Technik. Die Wohnungen sind mit Eichenparkett ausgelegt. Die Rollos lassen sich per Fernbedienung bewegen. Glasfaserkabel und Breitband sorgen für ein schnelles Internet von 200 Megabit.

Die Stellplätze in der Tiefgarage sind breit angelegt, eine Ampel sorgt für sicheres Benutzen der Ein- und Ausfahrt. Im großzügig angelegten Fahrradkeller kann mit einer Münze das Elektrofahrrad aufgeladen werden. Die Beheizung durch Erdwärme, durch ein Contracting mit der Regionalgas Euskirchen auf 15 Jahren festgelegt, wird laut Schaffrath den Energieverbrauch von Warmwasser und Heizung um mindestens 30 Prozent reduzieren. "Das wird sich spürbar in den Nebenkosten niederschlagen. Wir haben überall die neueste Technik installiert", erklärte der Investor.

Stolz ist Schaffrath auch auf die Müllentsorgung des Hauses. Oberhalb der Erde sichtbar sind nur die Klappen zur Entsorgung, die eigens für Rollstuhlfahrer auf einer niedrigen Höhe angebracht sind. "Die Container befinden sich unterirdisch, so dass die Bewohner weder optisch noch vom Geruch belästigt werden", so Schaffrath. "Was wir hier geschaffen haben, ist bisher einmalig im Rhein-Sieg-Kreis. Denn die Wohnform verbunden mit der neuesten Technik in allen Bereichen und einem Seniorenwohn- und -pflegebereich im Haus gibt es in der Form noch nicht", erläuterte Schaffrath.

Der Pflege- und Betreuungsdienst um Inhaberin Angelika Schlösser wird Mitte Oktober von Rheinbach nach Meckenheim umziehen. Dabei wird Schlösser nicht nur eine Tagespflege für Senioren anbieten, sondern ihr Unternehmen betreibt künftig auch die Wohngemeinschaft für zehn Senioren.