Umweltschutz mit Tellern aus Rohrzucker: Hotel-Betreiberin aus Heimerzheim ist Klimapatin 2019

Umweltschutz mit Tellern aus Rohrzucker : Hotel-Betreiberin aus Heimerzheim ist Klimapatin 2019

Elisabeth Weidenbrück ist Klimapatin 2019. Müllvermeidung hat Priorität in ihrem Hotel. Die Abwärme etwa, die bei der Stromerzeugung entsteht, wird für das Heizsystem und für die Erwärmung von Wasser genutzt.

Blockheizkraft für das Hotel, Ladepunkte für E- Autos, Senken des Verbrauchs von Wasser, Seife und Papiertüchern, weniger Plastikmüll und die Verwendung regionaler Produkte – auf diese Veränderungen im Sinne des Klima- und Umweltschutzes setzt Elisabeth Weidenbrück in ihrem Landidyll Hotel Weidenbrück in Heimerzheim. Weil sie sich damit besonders für den Klimaschutz engagiert, ist sie Klimapatin 2019 des Klimapaten-Netzwerks Rhein-Voreifel.

Die junge Mutter von zwei Kindern, die das Unternehmen von ihren Eltern Willi und Petra Weidenbrück übernommen hat, wurde von der Jury des Netzwerks der linksrheinischen Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises unter mehreren Personen ausgewählt. „Sie zeigt mit ihrem Hotel- und Gaststättenbetrieb, was alles in einer traditionellen Branche möglich ist, um Umwelt- und Klimaschutz zu betreiben und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit zu verbessern“, sagte Laudator Volker Ludwig.

In Anwesenheit ihrer Mutter Petra, Klimapaten vorangegangener Jahre sowie Jury- und Netzwerk-Mitgliedern überreichte er gemeinsam Professor Hermann Schlagheck, Vorsitzender des Netzwerks und der Projektgruppe Energie und Klima der Klimaregion Voreifel, und dem interkommunalen Klimaschutzmanager, Tobias Gethke, als sichtbares Zeichen eine Glasstele.

Das Objekt zeigt eine kleine Erde, getragen von einer Säule mit dem Namen der Klimapatin 2019 und den Faktoren, mit denen sie ihren Beitrag für den Klima- und Umweltschutz leistet. Sie sei stolz, die Stele in ihrem Betrieb ausstellen zu dürfen, sagte Elisabeth Weidenbrück. „Es braucht das ganze Team, die Dinge umzusetzen. Aber wenn jeder von uns in seinem Bereich ein bisschen tut, können wir viel erreichen“, sagte sie. Swisttals Vize-Bürgermeister Robert Datzer bezeichnete sie als „echte Vorreiterin“ im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis, wo es im Gegensatz zu anderen Regionen noch keine weiteren Betriebe in der Branche gebe, die entsprechende Umwelt- und Klimaschutz-Maßnahmen umsetzen. Solche Investitionen, für die es immer mehr Förderung gebe, würden sich aber in etwa sechs bis acht Jahren auch wieder amortisieren.

Wie Laudator Ludwig sagte, hat Elisabeth Weidenbrück das „Landidyll Hotel Weidenbrück“ seit der Betriebsübernahme sehr zielorientiert weiterentwickelt. Dabei habe sie sich in mehrfacher Hinsicht um den Klima- und Umweltschutz verdient gemacht. Im August 2018 wurden die Ölheizungen durch ein Blockheizkraftwerk auf Erdgasbasis mit 8,5 kW Leistung ersetzt. Die Abwärme, die bei der Stromerzeugung entsteht, wird für das Heizsystem und für die Erwärmung von Wasser genutzt. „Derartige Kraft-Wärme-Kopplungen gelten als besonders klimafreundlich, vor allem, wenn die Anlagen kontinuierlich übers Jahr laufen und große Mengen CO2 einsparen lassen“, so Laudator Ludwig. Lediglich für Spitzenlasten wird Strom aus dem Netz benötigt. „Nach ersten Erfahrungen konnte der Strombezug von außen gegenüber der früheren Anlage um die Hälfte reduziert werden.“ An klimarelevantem CO2 werden im Jahr voraussichtlich rund 66 000 Kilogramm oder 66 Tonnen eingespart.

An drei neu installierten Ladepunkten können Hotelgäste kostenlos Strom für ihre Elektroautos tanken. Ein eigenes E-Auto soll demnächst angeschafft werden. Der Verbrauch von Wasser, Seife und Papiertüchern im alltäglichen Geschäftsbetrieb wurde erheblich verringert. Um Müll – vor allem Plastikmüll – zu reduzieren, werden Verpackungen konsequent an die Lieferanten zurückgegeben oder gar nicht erst angenommen, so die junge Hotelchefin.

Im Catering-Service nutzt Elisabeth Weidenbrück neben Mehrweggeschirr auch Recyclingteller aus Rohrzucker. Im Restaurantbetrieb setzt sie zunehmend auf regionale Produkte, um sowohl die Herkunft nachweisen als auch Transportkosten und den CO2-Verbrauch einsparen zu können.

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