Meckenheimer Innenstadt: Hauptstraße soll attraktiver werden

Meckenheimer Innenstadt : Hauptstraße soll attraktiver werden

Unter dem Motto "Alle an einem Tisch" hatte die Stadt Meckenheimer Bürger um ihre Vorschläge zur baulichen Gestaltung der Hauptstraße gebeten. Diese äußerten ihre Sorgen über deplatzierte Spielsalons und die Zukunft des Marktplatzes.

In einem ausführlichen, mit Lichtbildern illustrierten Referat gab Uli Wildschütz von Aachener Büro Raumplan im Sitzungssaal Anregungen zur Gestaltung des öffentlichen Raums und der Fassaden.

Bei den überwiegend aus den 50er Jahren stammenden Außenhäuten der Geschäftshäuser im "Rückgrat" dieses Viertels von Meckenheim wünscht er sich mehr Einheitlichkeit von Farben, Material, Fenstern, Gauben und Werbung.

Dazu könne die öffentliche Hand den Privatbesitzern Geld, Beratung und Unterstützung bei Sanierung und Umgestaltung anbieten. Sowohl Wildschütz als auch die Fachbereichsleiterin Stadtplanung und Liegenschaften, Waltraud Leersch, betonten, dass es sich um Anregungen zu freiwilligen Initiativen handelt.

"Jedes Haus hat Bestandsschutz", sagte Wildschütz. Leersch kündigte an, die Stadt werde privates Engagement honorieren. Für Zuschüsse stehen 2016 und 2017 jeweils 200.000 Euro zur Verfügung. Vor allem bei den sehr individuell gestalteten Vordächern und Markisen sah Wildschütz "Regelungsbedarf".

Sie dürfen maximal 1,50 bis zwei Meter breit und müssen mindestens 2,25 Meter hoch sein. Einen "maßvollen Rahmen" und eine "Qualitätsoffensive" für Werbeanlagen mit etwa einem Meter hohen Plakatständern ("Kundenstopper") hält er ebenso für sinnvoll wie einheitliche Zäune für die Freisitze von Cafés und Restaurants und harmonierende Sonnenschirme.

Auf der neu gestalteten Hauptstraße gibt es vor den Geschäften durchgehend einen Meter Platz für Auslagen, Waren- oder Werbeständer. Dann folgen mindestens 1,20 Meter Fußgängerweg und dann Platz für Stühle und Tische von Restaurants und Bistros.

Eine Zuhörerin sprach von "Wunschdenken" und fragte: "Was davon ist umsetzbar?" Leersch antwortete, derzeit gehe es um einen ersten Einstieg, die Bebauungsplanung sei noch nicht ganz fertig. Für wünschenswert hält sie allerdings höhere Häuser in den rückwärtigen Bereichen, wo sich häufig in eingeschossiger Bebauung das Denken der 70er Jahre spiegele.

Sorge äußerten einige Geschäftsleute wegen der Wettbüros und Spielhallen, die sich ausgebreitet hätten. "Die Kunden haben teilweise Angst in die Altstadt zu kommen", klagte einer angesichts des Publikums dort. Man könne solche Nutzungen in Stadtgebiet nicht generell verbieten, sagte Frau Leersch dazu.

Möglich sei aber ein Konzept, das Vergnügungsstätten einen bestimmten Bereich zuweise. Für die Zukunft der Hauptstraße ist die Gestaltung des Markplatzes zentral.

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