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Gnadenhof in Meckenheim droht Zwangsgeld: Mist falsch gelagert

Mist falsch gelagert : Behörde droht Gnadenhof in Meckenheim mit Zwangsgeld

Eine Pferdehalterin aus Meckenheim versteht die Vorgaben des Amts für Umwelt- und Naturschutz nicht. Nach Ansicht der Kreisbehörde soll sie etwa ihren Mist falsch lagern. Der Halterin droht nun ein Zwangsgeld.

Pferde und Ponys grasen auf „Merry Legs Ranch“. Die Tiere genießen den Auslauf, die Bewegung und manchmal auch einfach ihr Gnadenbrot auf dem Gelände zwischen Altendorf-Ersdorf und der Autobahn 61. Was einst als privat initiierte Tierschutzmaßnahme begann, ist mittlerweile ein kleiner Ponybetrieb, der auch Kutschfahrten anbietet. Eben dieser ist jedoch nach Angaben von Betreiberin Tanja Klapproth gefährdet. „Die Behörden drohen immer wieder mit Maßnahmen wie Zwangsgeldern, weil Vorgaben nicht eingehalten würden“, sagte sie. Besonders widersinnig sei es, dass sie nun Flächen auf ihrem Gelände versiegeln soll, um die Umwelt zu schützen.

Das Amt für Umwelt- und Naturschutz beim Rhein-Sieg-Kreis sieht gleich Ansätze zur Intervention: Die Mistlagerung auf einem Anhänger, dessen Inhalt Klapproth regelmäßig entsorgt, sei nicht fachgerecht. Außerdem stünden die Tiere laut der Kontrolleure des Amtes auf überweideten Flächen. „Im Dezember hat man mir wieder ein Zwangsgeld angedroht, wenn ich das nicht ändere“, so Klapproth. Allerdings handele es sich bei der beschädigten Fläche um einen abgezäunten Auslauf, auf der die Tiere im Winter nur eine gute Stunde verbringen, solange ihre Box ausgemistet würde. „Die Tiere müssen sich doch wenigstens ein bisschen bewegen können, sie werden sonst krank“, argumentiert die Pferdeliebhaberin. „Um den Auslauf herum sind weitere sechs Hektar Weidefläche für die Tiere. Das sind 60.000 Quadratmeter.“ Von Überweidung könne da keine Rede sein.

Für Klapproth ist nicht nachvollziehbar, warum sich die Behörde wegen einer so geringen Beschädigung einschaltet. „In anderen Orten gibt es Weiden, da stehen die Ponys komplett im Matsch. In Köln gibt es einen Betrieb, der wirbt sogar damit, dass die Tiere ihrer Natur gemäß auch im Winter im Matsch draußen laufen dürfen“, argumentierte sie. Auch für einige ihrer empfindlichen Ponys sei die Weidehaltung im Winter wichtig. „Ich hatte die Tiere wegen der Drohungen des Amts einige Tage im Stall. Eines der Ponys hat schlimme Koliken bekommen. Das hätte sein Tod sein können“, sagt Klapproth.

Kreis: Standardverfahren zum Schutz des Grundwassers

Beim Rhein-Sieg-Kreis verwies man auf ein Standardverfahren zum Schutz des Grundwassers. „Solche Situationen haben wir gerade in der Pferdehaltung immer mal wieder“, sagte Katja Eschmann von der Pressestelle der Kreisverwaltung. Die Vorgehensweise der Wasserbehörde sei in allen Fällen gleich. In Fällen von Überweidung mit Schäden an der Grasnarbe könnten Schadstoffe nicht mehr durch die Pflanzen aufgefangen und gefiltert werden. Sie könnten stattdessen mit dem Niederschlag ins Grundwasser gelangen. Das gleiche gälte laut Eschmann für falsch gelagerten Mist, dessen Inhaltsstoffe ins Grundwasser ausgeschwemmt werden könnten. Gegen das Überweidungsproblem helfe die Anpassung der Pferdeanzahl an die vorhandene Fläche. Damit aus gelagertem Mist keine Schadstoffe mit dem Regen in den Boden geschwemmt würden, solle dieser auf einer befestigten Fläche gelagert und abgedeckt werden. In jedem Fall müsse Sickerwasser abgefangen werden, um das Grundwasser zu schützen.

Für den Mistanhänger solle es bald eine Lösung geben, versichert Pferdeliebhaberin Klapproth. Aber die „überweideten Flächen“, die in den Schreiben des Kreises immer wieder angeprangert würden, könne sie nach wie vor nicht nachvollziehen. Trotzdem habe sie entsprechende Bauanträge gestellt, um weitere Flächen zu versiegeln, damit die Tiere sich während der Boxreinigung dort aufhalten und keine mit Mist behafteten Sickerwasseranteile in das Grundwasser gelangen können.

„Mich regt daran vor allem auf, dass ich hier Flächen versiegeln muss, und das soll die Umwelt schützen“, sagte Klapproth. Unnötig sei das in ihrem kleinen Betrieb vor allem deshalb, weil der Mist auf der zertretenen Auslauffläche immer sofort nach dem Auslauf entfernt würde.