Verschönerung der Meckenheimer Altstadt: Gestaltungsfibel für die Altstadt

Verschönerung der Meckenheimer Altstadt : Gestaltungsfibel für die Altstadt

Der Ausschuss für Stadtentwicklung hat einem etwa 80 Seiten umfassenden Werk mit Leitlinien, die das typische Ortsbild der Meckenheimer Innenstadt erhalten sollen, zugestimmt.

Die Erhaltung des Ortsbildes der Meckenheimer Altstadt ist das Ziel einer neuen „Gestaltungsfibel“, die auf etwa 80 Seiten Leitlinien zur Gestaltung von Fassaden und baulichen Anlagen für Bauherren und Architekten zusammenfasst. Sie soll gleichzeitig die Basis bilden für ein Fassaden- und Hofprogramm, mit dem private Bau- und Renovierungsmaßnahmen gefördert werden. So soll ein Anreiz für die Eigentümer der Altstadthäuser geschaffen werden, zu investieren und zur Verschönerung Meckenheims beizutragen.

Einstimmig hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt am Donnerstag dem Entwurf des Handbuches zugestimmt und ebenso einstimmig das Fassaden- und Hofprogramm auf den Weg gebracht, beides Bestandteile des Integrierten Handlungskonzepts Altstadt Meckenheim.

Endgültig entscheidet der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung. Wie Waltraud Leersch, Leiterin des städtischen Fachbereichs Stadtplanung, vor dem Ausschuss erläuterte, seien der informelle Weg und das Mittel einer Gestaltungsfibel gewählt worden, weil das Programm so bereits im Oktober starten könne, ohne dass vorher Bebauungspläne überarbeitet werden müssten. Dies soll in einem zweiten Schritt erfolgen.

Das Thema sei vorab in Workshops mit Anliegern, Gewerbetreibenden und Bürgern diskutiert worden. Private Haus- und Grundstückseigentümer, die sich bei der Restaurierung ihrer Fassaden und Höfe an die Vorgaben der Fibel halten, können Fördergelder erhalten, erklärte Leersch.

Insgesamt stehen Fördermittel in Höhe von 420.000 Euro zur Verfügung, die nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ vergeben würden. Das Meckenheimer Förderprogramm wird zu 60 Prozent mit Bundes- und Landesmitteln aus dem NRW-Städtebauförderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ unterstützt. Eine Förderung ist bis Ende 2019 möglich.

Der Anwendungsbereich in der Meckenheimer Altstadt ist klar definiert und in zwei Zonen unterteilt. Die Gestaltungsfibel zeigt Beispiele typischer Altstadtbauten und trifft Aussagen zur baulichen Gestaltung, zur Farbgestaltung, zu Werbeanlagen, Schaukästen, zu Licht als Element der Fassadengestaltung und zur Nebenanlagen und Einfriedungen.

Realisiert worden ist die Gestaltungsfibel mit Hilfe des Architekturbüros RaumPlan Aachen, das 2009 als Sieger aus dem Gestaltungswettbewerb für die Altstadt hervorgegangen war und dessen Pläne schon seit 2014 an der Hauptstraße umgesetzt werden. Sie ist online im Ratsinformationssystem der Stadt Meckenheim einsehbar.

Durchweg positiv von den Ausschussmitgliedern bewertet wurde, dass die Gestaltungsrichtlinien zunächst in einer Fibel und nicht einer Satzung gefasst wurden. Das sei eine „flexible Lösung“, lobte Dieter Seebens (FDP). So könne zunächst die Praxistauglichkeit überprüft werden. Auch Willi Wittges-Stoelben, Vorsitzender des Meckenheimer Verbund e.V., begrüßte die Form der Gestaltungsfibel. „Vieles funktioniert auch ohne Satzung“, sagte er.

Der Verbund habe sich für eine weniger starre Lösung eingesetzt. Für die Gewerbetreibenden in der Altstadt sei es wichtig, dass nach zwei Jahren Umsatzeinbußen aufgrund der Hauptstraßensanierung keine Verpflichtung zu Investitionen bestehe.

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