Betrug am Telefon: Falsche Polizisten in der Region werden immer dreister

Betrug am Telefon : Falsche Polizisten in der Region werden immer dreister

Telefonbetrüger rufen in den vergangenen Tagen verstärkt in Meckenheim und Swisttal an, um Bargeld und Wertsachen zu erbeuten. Mehr als 900 Anrufe falscher Polizeibeamter haben die Bonner Ermittler allein in den ersten zehn Wochen dieses Jahres registriert.

Sie legen eine immer größere Dreistigkeit an den Tag, um Senioren Wertgegenstände und Bargeld abzuluchsen: Am Telefon geben sich die Betrüger als Polizeibeamte aus. Angeblicher Grund des Anrufs: In der Nachbarschaft sei es zu Einbrüchen gekommen. Um nicht selbst ihr Hab und Gut zu verlieren, sollten die Hausbewohner doch ihre transportablen Wertsachen vorsorglich dem angeblichen Polizeibeamten übergeben.

Die Anrufer sind derart technisch versiert, dass die Polizeinotrufnummer 110 in der Anzeige des Telefons auftaucht, um Seriosität zu erwecken. Viele Senioren sind in den vergangenen Jahren auf diese Betrugsmasche hereingefallen, indem sie wildfremden Menschen, die sich als Polizisten ausgaben, Geld und Gegenstände von Wert überreichten.

In den vergangenen Tagen, insbesondere am Veilchendienstag, sind zahlreiche Menschen in Meckenheim und Swisttal von solchen Betrügern angerufen worden – nach derzeitigen Erkenntnissen der Bonner Polizei, ohne Beute zu machen. „Die Angerufenen kannten allerdings die Masche und ließen sich auf keine Verhandlungen ein und verständigten die Polizei“, erklärte Frank Piontek, Sprecher der Bonner Polizei.

Mehr als 900 Anrufe falscher Polizeibeamter haben die Bonner Ermittler allein in den ersten zehn Wochen dieses Jahres im Einzugsgebiet des Bonner Polizeipräsidiums registriert. „Und die Dunkelziffer ist gewiss höher, da uns womöglich nicht alle Anrufe gemeldet werden“, so der Polizeisprecher. Auffällig ist aktuell ein Detail: „Wir können anhand der eingehenden Anzeigen sehen, dass die Betrüger ganze Straßenzüge ins Visier nehmen und nach und nach die gesamte Straße anrufen“, berichtet Piontek. Dies geschehe, damit rasch falsche Beamte zur Übergabe der Wertgegenstände in der Nähe sein könne.

Auch wenn die Unbekannten nur noch in Einzelfällen zum Zuge kämen, so Piontek, verstärkt die Bonner Polizei nochmals ihre Präventionsarbeit. Am Mittwoch verteilten nachweislich echte Polizisten in Meckenheim und Swisttal Faltblätter. „Diese enthalten in komprimierter Form die wichtigsten Verhaltenstipps“, sagt Piontek.

Er rät, dass sich die Senioren – denn stets würden ausschließlich ältere Mitbürger angerufen – den Flyer neben ihr Telefon legen, um sich „im Bedarfsfall an das richtige Verhalten erinnern zu lassen“. Des Weiteren informierten am Mittwoch die Ermittler des zuständigen Fachkommissariats 24 und Berater des Kommissariats Kriminalprävention/Opferschutz zusammen mit weiteren Kollegen Passanten in Swisttal und Meckenheim über das aktuelle Kriminalitätsphänomen.

Die Bonner Polizei rät, sich insbesondere von technischen Tricks, vertrauenerweckenden Telefonnummern oder den Einschüchterungsversuchen der Anrufer nicht beeindrucken zu lassen. „Seien Sie misstrauisch bei allen Anrufen. Gesundes Misstrauen ist nicht unhöflich“, sagt Piontek. Niemals sollten Angerufene Auskünfte am Telefon erteilen.

„Die richtige Polizei befragt Sie am Telefon nicht nach Bargeld oder Wertgegenständen, die Sie zu Hause oder auf einer Bank haben, auch nicht im Rahmen von dringenden Ermittlungen“, so der Polizeisprecher. Sollten sich falsche Beamte melden, sollten die Angerufenen – nach dem Auflegen – sofort den Notruf unter 110 informieren.

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