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Erdbeben in Meckenheim und Rheinbach: Keine Schäden, leichte Erschütterungen

Stärke 2,1 : Leichtes Erdbeben in Meckenheim und Rheinbach

Am Samstagvormittag hat es im Rhein-Sieg-Kreis ein leichtes Erdbeben gegeben. Das Epizentrum lag südlich von Meckenheim und Rheinbach. Schäden gab es keine. Auch mehrere GA-Leser meldeten sich, die das Beben gespürt haben.

Am Samstag um 10.34 Uhr vormittags hat im Linksrheinischen die Erde leicht gebebt. Das Epizentrum lag südlich von Meckenheim und Rheinbach. Wie der Geologische Dienst NRW weiter mitteilte, wurde anhand der Registrierungen an den seismologischen Messtationen die Magnitude des Ereignisses auf 2,1 auf der Richter-Skala bestimmt. Der Erdbebenherd lag in einer Tiefe von etwa acht Kilometern. Erdbeben dieser Stärke können laut Geologischem Dienst unter günstigen Umständen in einem Umkreis von wenigen Kilometern gespürt werden. Man habe auch Meldung von Menschen erhalten, dass das Beben in Meckenheim leicht spürbar gewesen sei. Gebäudeschäden seien bei dieser geringen Stärke nicht zu erwarten.

Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) gab zunächst eine Stärke von 2,3 Magnitude an, eine manuelle Auswertung des Belgischen Erdbebendienstes ergab eine Magnitude von 2,1. Demnach war das Beben in beiden Städten spürbar. Es handelte sich um ein tektonisches Beben, geht demnach auf Verschiebungen von tektonischen Platten zurück. Die leichten Vibrationen rund um Meckenheim hat auch die Universität Köln an der Erdbebenstation „Steinbachtalsperre“ aufgezeichnet (siehe Grafik).

„Wir dachten zuerst an eine Gas-Explosion in der Nähe und befürchteten dann, im Nachbarhaus wäre jemand die Treppe hinunter gefallen, was zum Glück nicht zutraf“, schrieb GA-Leserin Kerstin Müller aus Meckenheim. Sie und ihr Mann hatten das Beben wahrgenommen. Als einen dumpfen Ton hatten Uta und Wilfried Lücker dagegen das Beben in Alt-Merl registriert. „Unser Einfamilienhaus erhielt einen leichten Schlag, die Gläser klirrten im Wohnzimmerschrank“, berichtet das Paar dem GA.

Seismographische Aufzeichnung der Universität Köln an der Erdbebenstation "Steinbachtalsperre" von dem leichten Beben im Raum Meckenheim und Rheinbach am Samstagvormittag. Die Zeitangabe ist Greenwich Mean Time (GMT), also eine Stunde vor unserer Zeitzone. Foto: Aufzeichnungsgrafik: Universität zu Köln

Auch auf der Seite Erdbebennews.de gingen Meldungen ein, in Meckenheim habe es leichte Vibrationen gegeben auch Geräusche sollen zu hören gewesen sein. „Plötzlich gab es einen dumpfen Knall, die Stühle wackelten und die Hose vibrierte am Unterschenkel. Selbst die geschlossenen Türen wackelten hörbar im Rahmen“, schildert ein Meckenheimer. Ein anderer gab an, ein Wackeln der Treppe wahrgenommen zu haben. Und auch in Bonn waren die Vibrationen offenbar zu spüren. „Um 10.34 Uhr habe ich kurz hintereinander zwei leichte Vibrationen gespürt. Ein begleitender, dumpfer Ton war zu vernehmen“, so ein Anwohner, der am Brüser Berg wohnt. Auch weitere Leser berichteten dem GA von spürbaren Auswirkungen bis nach Bonn.

Dass es leichte Erdbeben in der Region gibt, ist nicht ungewöhnlich. Spürbare wie dieses sind jedoch selten. Einige Kilometer weiter in der Osteifel kommen diese dagegen häufiger vor, gerade im Neuwieder Becken. Grund dafür ist eine etwa 15 Kilometer lange Bruchzone, die sogenannte Ochtendunger Störung, die von Ochtendung bis zur Mosel verläuft.