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Merry Legs Ranch: Einigung im Streit um Pferderanch in Meckenheim

Merry Legs Ranch : Einigung im Streit um Pferderanch in Meckenheim

Die Betreiberin einer Pferderanch in Meckenheim fürchtete nach der Androhung von Zwangsgeld um ihren Betrieb. Nun fanden beide Seiten eine Einigung.

Im Dezember hatten die Behörden auf „Merry Legs Ranch“ beschädigte Grasnarben sowie die Mistlagerung beanstandet und ein Zwangsgeld angedroht. Betreiberin Tanja Klapproth fürchtete damals um den Betrieb ihrer Ranch. Nach verschiedenen Lösungsvorschlägen fanden beide Seiten nun eine Einigung: Der kleine Pony- und Kutschfahrtbetrieb bekommt eine Dungplatte und einen gepflasterten Paddock.

Um einen Auslauf für die Zeit des Ausmistens handele es sich bei der gut 130 Quadratmeter großen, zertretenen Fläche neben den Offenstallboxen. Im Verhältnis zu den rund 60 000 Quadratmeter großen Weideflächen ist das laut Klapproth ein kleiner Teil, den das Amt für Umwelt- und Naturschutz moniert habe. Dass von den Fäkalien der Tiere eine Gefahr ausgehe, weil dort kein Gras mehr wächst, sei wegen der regelmäßigen Reinigung ihrer Einschätzung nach nicht zu vermuten. Das hatte man bei der Kreisverwaltung aber anders gesehen.

Konstrtuktive Gespräch auf der Ranch führen zu Kompromis

Wenn keine intakte oder überhaupt keine Grasnarbe mehr vorhanden sei, könnten die Schadstoffe aus den tierischen Ausscheidungen nicht mehr von Pflanzen aufgefangen und gefiltert werden, hatte der Rhein-Sieg-Kreis in seinem Schreiben mitgeteilt. Diese Schadstoffe könnten deshalb ungefiltert ins Grundwasser geraten, eine solche Fläche dürfe nicht mehr für die Pferde genutzt werden. Klapproth berichtete, dass die Behörde auch die Zwischenlagerung des Mists auf einem Anhänger als unzulässig erachtete. Auch von dort aus könnten schadstoffbehaftete Sickerwässer ins Grundwasser gelangen, so die Argumentation. Um dennoch eine Lösung für den weiteren Betrieb der Ranch zu finden, trafen sich Behördenvertreter mit der Betreiberin an Ort und Stelle.

„Die Gespräche waren sehr konstruktiv“, fasste aus ihrer Sicht Klapproth zusammen. Die in den vorausgegangenen Schreiben zitierten Verordnungen seien solche, die bundesweit für Großviehanlagen geschaffen wurden. „Diese Regelungen werden eins zu eins auf solche Kleinbetriebe wie meinen heruntergebrochen.“ Sinnvoll für die Tiere findet sie das nicht, zumal sie eine möglichst naturnahe Haltung befürworte. Ein Auslauf auf Pflastersteinen oder Betonplatten sei weder allerdings naturnah noch gut für Hufe und Sehnen der Pferde. Weil die Regelungen trotz der geringen Betriebsgröße auch hier angewendet werden müssen, komme sie an einer Bodenversiegelung für den Paddock und einer betonierten Dungplatte wohl oder übel nicht vorbei.

Im Schreiben nach dem Ortstermin hatte der Rhein-Sieg-Kreis verschiedene Möglichkeiten dargestellt, um die die Probleme auf der Ranch zu lösen. Entweder müsse die Paddockfläche gepflastert oder ausgebaggert und mit einer Plane sowie Sand versiegelt werden. „Ich habe mich für die Pflasterung entschieden, die andere Variante ist zu aufwändig“, sagte Klapproth.

Betreiberin will die Umweltauflagen erfüllen

Auch die geforderte Dungplatte werde sie anlegen. Eine solche Betonplatte wird mit einer leichten Schräge und einer hohen Kante am unteren Ende der Schräge gegossen, damit kein Sickerwasser ungefiltert in den Boden läuft. Weil sich das Sickerwasser am tiefsten Punkt sammelt, müsse die Platte nicht überdacht werden.

Um die vielen Umweltauflagen korrekt zu berücksichtigen, holte Klapproth sich Hilfe bei einem umweltschutzorientierten Landschaftsplanungsbüro. „Sobald die Anträge ausgearbeitet und die Zeichnungen fertig sind, kann ich den Bauantrag stellen. Ich denke, dass ich vielleicht bis zum Sommer die Baugenehmigung bekomme.“ Für die beiden geforderten Baumaßnahmen hat sie bisher rund 6000 Euro eingeplant.

Dass ihre Schützlinge wieder ein Stück weiter von einer natürlichen Haltung entfernt sein werden, ärgerte sie trotzdem ein wenig: „Offenbar will man Pferde nur noch auf sattgrünen Wiesen oder bei schlechtem Wetter auf sauberem Beton stehen sehen.“ Auch von Passanten an der Weide habe sie schon Vorwürfe gehört, weil die Tiere im Winter auf der Wiese liefen.

„Ich glaube, das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Es gibt viele Extreme, es wird viel gemeckert. Da fehlt das gesunde Mittelmaß.“ Einen Schritt in Richtung gesundes Mittelmaß ist sie immerhin gemeinsam mit dem Rhein-Sieg-Kreis gegangen: Die Pferde dürfen weiterhin im Winter auf die Wiesen, sofern die Grasnarbe intakt ist.