Kriminalität in Meckenheim: Einbruchszahlen wie in Hamburg

Kriminalität in Meckenheim : Einbruchszahlen wie in Hamburg

Auch wenn die Zahl der Einbrüche in Meckenheim abgenommen hat: Das Meckenheimer Bürgerprojekt Sicherheit ist besorgt über die alarmierende Häufigkeitszahl.

Die nackten Zahlen zeigen den Trend: Während im Jahr 2012 noch 237 Einbrüche in Meckenheim geschahen, sank die Zahl ein Jahr später auf 169 und im Jahr 2014 auf dann 125 Einbrüche pro Jahr. Nur: Für eine Stadt von der Größe Meckenheims mit rund 26 000 Einwohnern ist dieses Niveau noch immer viel zu hoch, sagen Peter Dunkel und Ingo Reindl vom Meckenheimer Bürgerprojekt Sicherheit. Sie verweisen auf einen anderen, ihrer Meinung nach ungleich aussagekräftigeren Wert: die Häufigkeitszahl. Dieser Wert setzt die Zahl der Delikte in Relation zur Einwohnerzahl – hochgerechnet auf 100 000 Einwohner. Und im Lichte dieser Häufigkeitszahl steht Meckenheim nicht nur regional sondern bundesweit mit Großstädten wie Bremen oder Hamburg an der Spitze – trotz des Rückgangs.

Hintergrund: Im Meckenheimer Rat hatten Karl-Heinz Hennigs, Leiter der Wache Rheinbach/Meckenheim, und sein Vorgesetzter, der Leiter der Polizeiinspektion 2 mit Zuständigkeit für den linksrheinischen Kreis, Andreas Piastowski, jüngst einen Überblick zum Thema „Sicherheit in Meckenheim“ gegeben und dabei die deutliche Reduzierung der Einbruchsdelikte in den Mittelpunkt ihres Vortrags gestellt. Für Peter Dunkel, Sprecher des Kernteams des Bürgerprojektes, ist dies jedoch zu kurz gedacht: Entwarnung will er trotz der gesunkenen Deliktzahlen nicht geben. Im regionalen Vergleich liegt die Apfelstadt mit einer Häufigkeitszahl von 529 nahezu gleichauf mit Wachtberg (530) im Zuständigkeitsgebiet der Polizei Bonn mit deutlichem Abstand an der Spitze.

Am anderen Ende der Skala ist die Nachbarstadt Rheinbach zu finden, die 2014 mit 76 Einbrüchen (Meckenheim: 125) auf eine Häufigkeitszahl von 284 kam. „Die Häufigkeitszahl ermöglicht eine Bewertung, wie hoch das Risiko im jeweiligen Erhebungsgebiet ist, Opfer einer Straftat zu werden“, meint Dunkel. „Und da befindet sich Meckenheim leider auch mit den geringeren Einbruchszahlen in der Spitzengruppe der von Einbrüchen belasteten Städte – sowohl im regionalen als auch im bundesweiten Vergleich.“

Den Rückgang beschreibt Ingo Reindl als eine Veränderung von „extrem schlecht“ zu „immer noch extrem schlecht“. Zum Vergleich: Die Stadt Bonn erreichte im WM-Jahr eine Häufigkeitszahl von 414, der linksrheinische Rhein-Sieg-Kreis 425. Für 2015 liegen die Zahlen noch nicht vor. Ihre Kriminalstatistik legt die Bonner Polizei stets im März des Folgejahrs vor. Nach dem Empfinden von Dunkel und Reindl habe die Zahl der Einbrüche im vergangenen Jahr wieder zugenommen. „Inzwischen sieht es so aus, als ob es mehr wären“, sagen beide unisono und berufen sich auf die während der zurückliegenden zwölf Monate festgestellten Einbruchsmeldungen der Polizei sowie auf Berichte von Mitgliedern und Unterstützern des Bürgerprojektes.

Seit fünf Jahren erhebt das Bürgerprojekt mahnend den Zeigefinger in Sachen Sicherheitsempfinden. Die Geschichte des Projektes begann im Jahr 2011. „Da fing es an, dass wir merkten, dass in Meckenheim mehr passiert als anderswo“, sagt Dunkel. Der Gruppe ging es nie darum, eine Art Bürgerwehr zu gründen, die einen mit Wachhunden ausgerüsteten Patrouillendienst organisiert. Allerdings sei die gegenseitige, kontinuierlich betriebene Aufmerksamkeit unter Nachbarn ein wichtiger Faktor, um Einbrüche zu verhindern oder Straftaten schnell zu melden. Ein Ziel hat sich die agile Gruppe, die rund 100 Mitglieder zählt, aber gesetzt: „Wir möchten das Niveau an Einbrüchen in Meckenheim auf ein Delikt pro Woche reduzieren“, sagt Reindl. Das hieße: 53 Fälle pro Jahr, was ausgehend vom Jahr 2014 mit 125 Delikten einer Halbierung gleichkäme.