Weniger Flüchtlinge in Meckenheim: Deutlich weniger Flüchtlinge

Weniger Flüchtlinge in Meckenheim : Deutlich weniger Flüchtlinge

Da die Zuweisungen sinken, können Vereine die Lüftelberger Mehrzweckhalle wieder nutzen. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass sich die Zuweisungssituation bis etwa Mitte März nicht verändert.

Deutlich weniger Flüchtlinge als zuvor sind in den vergangenen Wochen der Stadt Meckenheim zugewiesen worden. Daher werde die Lüftelberger Mehrzweckhalle zunächst noch nicht zur Unterbringung benötigt und stehe bis auf Weiteres wieder den Vereinen zur Verfügung. Das teilte der Erste Beigeordnete Holger Jung jetzt dem Ausschuss für Schule, Sport und Kultur mit.

„Seit etwa vier Wochen ist es ruhig“, sagte Jung. Aktuell müsse die Stadt nur eine „Nachzugsfamilie“ unterbringen. Ein Flüchtling, der bereits in Meckenheim ist, erwarte seine schwangere Frau und vier Kinder. Die Stadtverwaltung gehe davon aus, dass sich die Zuweisungssituation bis etwa Mitte März nicht verändere.

Daher könne mit der Belegung der Lüftelberger Halle später begonnen werden. Vorbereitende Arbeiten im Bereich Wasserinstallation und Elektrik seien abgeschlossen. Auch der Hallenboden sei bereits geschützt worden. Darum müssten die Nutzer derzeit auf die Bodenmarkierungen verzichten. Wenn die Halle dann tatsächlich zur Unterbringung von Flüchtlingen benötigt werde, genüge eine Woche Vorlauf, um die Betten aufzustellen und Sicherheitspersonal anzufordern.

Bei der Belegung in der Offenen Ganztagsschule (OGS) Merl sei die Verwaltung dabei, „auszudünnen“, wie der Beigeordnete erklärte. „Wir sind im Wort und wollen die Räume möglichst zum neuen Schuljahr freiziehen“, versicherte Jung den Ausschussmitgliedern. In der OGS werden zurzeit drei große Räume zur Unterbringung von bis zu 20 Flüchtlingen genutzt.

Bereits seit Oktober vergangenen Jahres wird die Fronhofhalle in der Altstadt zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt (der GA berichtete). Die Kapazität dort sei Anfang des Jahres von zunächst 70 auf 120 Betten aufgestockt worden, berichtete der Erste Beigeordnete. Derzeit sei die Sporthalle mit etwa 90 Flüchtlingen belegt. „Wir haben also noch ein wenig Puffer“, sagte Jung. Die Nutzung der Halle sei noch mindestens bis Jahresende geplant.

Dass auch die Anmietung des Merler Saals in Vorbereitung sei, bestätigte Jung auf Nachfrage des Merler Ortsvorstehers Michael Sell. Die Gespräche mit der Kirche seien „weit gediehen“. Da sich der Mietvertrag nur auf die Halle, nicht aber auf die Sanitäranlagen beziehe, müsste die Verwaltung noch Toiletten und Duschen im Außenbereich aufstellen. Auf eine Anfrage von Heidi Wiens (SPD), ob es auch in Meckenheim vorkomme, dass Asylbewerber einfach verschwinden, antwortete Jung: „Das Thema ist komplex.“ Einerseits komme es vor, dass registrierte Flüchtlinge plötzlich nicht mehr da seien und ihre Betten ungenutzt blieben. Dann würden auch die Zahlungen eingestellt. Andererseits würden auch Menschen hier auftauchen, die der Stadt nicht zugewiesen sind.

Im Auftrag des Stadtsportverbandes teilte Heidi Wiens dem Ausschuss mit, dass zahlreiche Flüchtlinge am Sportangebot der Vereine teilnehmen. Zum Beispiel sei die Teilnahme beim VFG Meckenheim kostenlos. Ausgenommen seien Wellness und Reha-Angebote. Die Flüchtlinge, insgesamt etwa zehn Personen, würden aus versicherungstechnischen Gründen als beitragsfreie Mitglieder geführt.

Seit Februar gebe es ein Volleyballangebot für Flüchtlinge, das zurzeit von elf Sportlern genutzt wird. Ein Basketballkursus sei in Vorbereitung. Ein Flüchtlingskind nehme an einem Rehasportkursus teil. Beim VfL Meckenheim machen insgesamt 21 Flüchtlinge am Trainings- und Spielbetrieb mit, Rot-Weiß Merl verzeichne sieben Jugendfußballer und zwei Senioren. Beim SSV Lüftelberg beteilige sich ein Flüchtling am Zumba-Fitnesskursus.

Mehr von GA BONN