Azubis als Energie-Scouts: Den Stromfressern auf der Spur

Azubis als Energie-Scouts : Den Stromfressern auf der Spur

Meckenheimer Verwaltungs-Azubis engagieren sich als Energie-Scouts bei ihrem Arbeitgeber, der Meckenheimer Verwaltung. Projekt der IHK Bonn/Rhein-Sieg.

Kimberly Plankermann schaltet das Licht aus. Bei dem Sonnenschein, der von draußen durch das Fenster ihres Büros im Meckenheimer Rathaus scheint, ist das Licht der Deckenleuchte überflüssig, findet sie. Energie sparen, so lautet das Motto der Auszubildenden. Zusammen mit Mit-Azubi Leonard Breutigam nahm Plankermann am „Energie-Scouts“-Projekt der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg teil. Ihre Mission: Die beiden wollen auch ihre Kollegen für das Thema Energie- und Ressourcenverbrauch sensibilisieren.

Alles begann mit einer schlichten Informationsveranstaltung der IHK zum Energiesparen. Anschließend entschlossen sich Plankermann und Breutigam an dem Projekt teilzunehmen, das extra auf Auszubildende ausgerichtet ist. In drei Workshops ging es darum, wie der Energieverbrauch in einem Unternehmen – in diesem Fall die Meckenheimer Verwaltung – erfasst und verbessert werden kann. Der erste Workshop warb um Energiebewusstsein. Zudem erlernten die Azubis Mess- und Überprüfungstechniken, mit denen Schwachstellen aufgespürt werden können. Im zweiten und dritten Workshop arbeiteten die Azubis in Firmen, um das erlernte Wissen und die Techniken in der Praxis anzuwenden.

Während der dreimonatigen Projektphase untersuchten Plankermann und Breutigam mithilfe von sogenannten Zwischenzählern den Stromverbrauch im Rathaus an der Bahnhofstraße. Dabei zeigte sich, dass manche Geräte deutlich mehr Energie verbrauchten als gedacht: „Die Kaffeemaschinen sind echte Stromfresser“, sagt Plankermann. Nicht anders sei es bei den Computern, die während des Arbeitstages ständig im Betrieb sind, bei den Deckenleuchten und den Heizungen. Gemeinsam mit Fachleuten aus dem städtischen Gebäudemanagement entwickelten die beiden EnergieScouts darum ein Leitbild, wie in den öffentlichen Gebäuden in Meckenheim Energie gespart werden kann.

Das Leitbild besteht aus drei Teilen: Verhalten, Organisation und Gesundheit. So soll in Zukunft jeder Mitarbeiter darauf achten, bewusster mit Ressourcen umzugehen. Das heißt, Licht ausmachen, wenn jemand für längere Zeit den Raum verlässt, die Heizung ausdrehen, wenn das Fenster geöffnet ist, sowie sparsam mit Wasser und Papier umgehen.

Der Punkt Organisation betrifft den Energie- und Ressourcenverbrauch der gesamten Verwaltung. „In Zukunft wird eine Zentralschaltung eingebaut, mit der die IT-Abteilung des Rathauses alle Computer, die nicht in Betrieb sind, in den 'Schlummermodus' setzen kann“, berichtet Plankermann. Um Energie zu sparen, sei im neuen Rathaus eine große Kaffeeküche vorgesehen. Beim Licht setzt die Verwaltung auf sparsame LED-Leuchten im gesamten Gebäude. Die Ratsarbeit soll möglichst papierlos vonstatten gehen. Ratsdokumente und Informationen werden in Zukunft digital weitergeleitet.

Auch der Gesundheitsaspekt kommt nicht zu kurz. So gibt es für alle Mitarbeiter allerlei nützliche Tipps wie zum Beispiel regelmäßig Wasser zu trinken. Um die Ausbreitung von Viren zu minimieren, schafft die Kommune desinfizierendes Handwaschmittel an. „Das Leitbild zum energiebewussteren Leben ist auf jedes andere öffentliche Gebäude der Stadt projizierbar“, erläutert Plankermann.

Ein erwünschter Nebeneffekt: Die Stadt spart auf diese Weise Kosten ein – beispielsweise für Strom und Wasser. Bürgermeister Bert Spilles ist voll des Lobes für das Engagement von Kimberly Plankermann und Leonard Breutigam: „Es ist hervorragend, dass sie ihre Energie sinnvoll in dieses Projekt investiert haben. Gerade bei den Planungen zum neuen Rathaus ist der Energie- und Ressourcen-Aspekt von allen Seiten zu beleuchten.“

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