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Komplette Anlage ist marode: Das Ende der Meckenheimer Parkpalette

Komplette Anlage ist marode : Das Ende der Meckenheimer Parkpalette

Stahlkonstruktion muss abgerissen werden. Die Nutzung umliegender Parkplätze führt zu längeren Fußwegen. Kurzfristige Reparaturen würden mindestens 250.000 Euro verschlingen, aber keine langfristige Sicherung bringen.

Vorwärts, rückwärts, seitwärts, Marsch. Dieses beliebte Spiel für Wanderungen mit Kindern hätte dem Thema Parkpalette in der jüngsten Ratssitzung in Meckenheim den Titel geben können. Denn ebenso wie beim Wanderspiel tastete man Möglichkeiten in allen Richtungen ab, um schlussendlich festzustellen, dass an der einen notwendigen Richtung kein Weg vorbeiführt: Die Parkpalette ist vom Zahn der Zeit zerfressen, muss abgerissen werden und in dieser Zeit wird man mit Engpässen leben müssen. Einziger Streitpunkt im Rat waren eventuelle Beschleunigungsmöglichkeiten des Verfahrens.

Vor rund 38 Jahren errichtete die Entwicklungsgesellschaft Meckenheim-Merl die Parkpalette als Stahlkonstruktion am Neuen Markt. Später wurde das Bauwerk auf die Stadt übertragen. Vor neun Jahren investierte man in die Ertüchtigung der Konstruktion rund 250 000 Euro. Im Jahre 2013 hatte man festgestellt, dass man den Bau nicht dauerhaft wirtschaftlich unterhalten könne. Eine Überprüfung mit einer Schadens- und Standortanalyse förderte Ende 2018 fehlende Verkehrssicherheit und die Notwendigkeit von Reparaturen mit erneuten Kosten in Höhe von mindestens 250 000 Euro zutage, wenn man dort weiterhin parken wolle.

Im Falle einer Reparatur sei wegen weiterer, altersbedingt entstehender Schäden trotzdem keine dauerhafte Nutzungsmöglichkeit garantiert, hörte man unlängst von der Stadt. Somit seien aus wirtschaftlicher Sicht ein Rückbau oder Abriss unumgänglich.

Für die Nutzer dieses Parkraums kristallisieren sich damit Probleme heraus. Während bisher im unteren Bereich der Parkpalette eine Parkscheibenregelung für die Einkäufer galt, nutzten vor allem Unternehmen und Mitarbeiter der umliegenden Gewerbetreibenden gerne die obere Etage, auf der man ohne Parkscheibe während des Arbeitstages sein Fahrzeug abstellen konnte. Wegfallen werden nun beide Möglichkeiten mindestens für die Zeit des Abbruchs.

Man werde Fußwege in Kauf nehmen müssen

„Es gibt keinen Parkraum in unmittelbarer Nähe“, brachte Bürgermeister Bert Spilles die Dinge angesichts der Fragen nach Ersatzparkplätzen auf den Punkt. Er verwies auf die Pläne, in einigen Bereichen der Innenstadt auf die Parkscheibenpflicht zu verzichten, damit auch die Mitarbeiter der Läden ihre Fahrzeuge abstellen können. Trotzdem werde man Fußwege in Kauf nehmen müssen, so Spilles.

Der Forderung der UWG, die Vergabestruktur in der Hoffnung auf schnellere Gesamtabläufe zu verändern, erteilte der Rat mit großer Mehrheit angesichts deutlicher Risiken eine klare Absage. Eine Ausnahmeregelung für eine freihändige Vergabe sei wegen des mittleren sechsstelligen Auftragsvolumens juristisch angreifbar, erklärte der Technische Beigeordnete Heinz-Peter Witt. Wolle man diesen Weg dennoch verfolgen, so müsse man mit Klagen derer rechnen, die bei der Vergabe nicht zum Zuge gekommen seien. „Dann dauert es noch länger“, war aus den Reihen erfahrener Ratsmitglieder zu hören.

Der Rat entschied mit großer Mehrheit eine beschränkte Ausschreibung der Abrissarbeiten sowie den freiwerdenden Bereich der Fläche nach dem Abriss wieder als Parkplatz zu nutzen. Zusätzlich beauftragte der Rat die Verwaltung, Vorschläge für die Schaffung neuen Parkraums vorzustellen.