Wählervereinigung: Bürger für Meckenheim feiern ihren 10. Geburtstag

Wählervereinigung : Bürger für Meckenheim feiern ihren 10. Geburtstag

Die Wählervereinigung Bürger für Meckenheim macht seit zehn Jahren Politik. Der Geburtstag wird am Samstag in der Mehrzweckhalle Altendorf-Ersdorf gefeiert.

Ein einschneidendes Datum war die Abwahl der damaligen Meckenheimer Bürgermeisterin Yvonne Kempen (CDU) am 25. November 2007. Die Querelen vor diesem Datum und manche Vorgänge nach dem Votum sind ursächlich für die Gründung der Wählervereinigung Bürger für Meckenheim (BfM) am 13. August 2008. Am Samstag, 8. September, feiern die BfM ihre Gründung vor zehn Jahren.

„Die BfM wurde 2008 gegründet, um den Bürgern mehr Gehör und ihrem Willen mehr Gewicht zu verleihen“, sagt Klaus-Jürgen Pusch, Vorsitzender der BfM. „Das kommunalpolitische Klima in der Stadt war nach der Abwahl der Bürgermeisterin im November 2007 aufgeheizt und angespannt“, erinnert sich Reinhard Diefenbach, Gründungsvorsitzender der BfM, der für die Wählergemeinschaft 2009 und 2014 Bürgermeisterkandidat war. Viele Bürger hätte 2008 im Zusammenschluss der im Rat vertretenen Parteien, die sich für die Abwahl der CDU-Verwaltungschefin einsetzten, keine Alternative mehr gesehen, so Diefenbach. „Wir waren an dem Zwist im Rat nicht beteiligt und darum traute man uns zu, Gräben wieder zuzuschütten“, erklärt Diefenbach

Nähe zum Bürger als Markenkern

Die noch junge Wählergemeinschaft schafft im August 2009 bei der Kommunalwahl ein Ergebnis von 23 Prozent, zieht mit neun Mandaten erstmals in den Rat ein und stellt überdies mit Hermann-Josef Nöthen in Altendorf und Reinhard Diefenbach in Merl auf Anhieb zwei von vier Ortsvorstehern. Zwar büßt die BfM bei der Kommunalwahl 2014 Stimmen ein, schafft aber mit 18,7 Prozent der Stimmen erneut den Sprung ins Stadtparlament – mit sieben Ratsmandaten. Als Erfolg reklamiert die BfM, dass die CDU keine absolute Mehrheit erreicht.

„Wir haben schnell das Gehen gelernt – in anfangs schwere Zeiten“, sagt Diefenbach. Die Neuen im Rat seien von den etablierten Fraktionen nicht ohne Argwohn beäugt worden. Die BfM habe offenbar den Eindruck erweckt, „anderen etwas wegzunehmen“. Doch diese Zeiten seien passé. „Wir werden nicht mehr offen angefeindet“, so Diefenbach. Über zehn Jahre erhält sich ein wichtiger Parameter: „Wir passen ins Rechts-Links-Schema nicht hinein“, findet Joachim Behne, Pressesprecher der BfM. Was die Wählergemeinschaft ausmache und von nahezu allen Fraktionen im Rat mit Ausnahme der UWG unterscheidet, ist die Tatsache, dass die BfM keine Rücksichtnahme auf Interessen einer Landes- oder Bundespartei, respektive einer Koalition üben muss. „Wir sind da freier. Das ist unsere Stärke“, sagt Behne

Der Blick in die Zukunft ist für Johannes Steger, Fraktionschef der BfM-Fraktion, kein Blick in die Ungewissheit: „An unserer Absicht, bei der nächsten Kommunalwahl im Jahr 2020 wieder zweitstärkste Kraft zu werden, hat sich nichts geändert“, sagt Steger. Die Nähe zum Bürger, eine Art Markenkern der BfM, sei nach wie vor bei vielen Ratsentscheidungen gefragt – etwa beim Neubaugebiet Weinberger Gärten. Nur der vorherige Bau eines Kreisels an der Kreuzung von Gudenauer Allee, Bonner Straße und Lüftelberger Straße sowie einem Zugang zum Baugebiet sei geeignet, ein attraktives Baugebiet mit rund 145 Wohneinheiten zu schaffen und die Belange der Anwohner zu beachten, so Steger. Weitere drängende Themen seien die Erweiterung der A565-Anschlussstelle Meckenheim-Nord, die Entwicklung nördlich des Bahnhofs oder die Konsolidierung des Haushalts. Das Potenzial der BfM sieht Behne bei „20 Prozent plus x“. Die Mitgliederzahl sei mit 109 Frauen und Männern vergleichsweise stabil. „Das macht uns Mut“, so der Pressesprecher.

Ihre Gründung begeht die BfM am Samstag, 8. September, 18.30 Uhr, mit einer „Jubiläumsfeier“ in der Mehrzweckhalle Altendorf-Ersdorf, zu der die BfM-Mitglieder und Vertreter der Kommunalpolitik eingeladen sind.

Mehr von GA BONN