Meckenheimer Projektgrupe: Bürger fühlen sich nicht sicher und kritisieren die Polizei

Meckenheimer Projektgrupe : Bürger fühlen sich nicht sicher und kritisieren die Polizei

Es ist die Zahl der Einbrüche in ihrer Stadt, die der Bürgerprojektgruppe "Sicherheit in Meckenheim" nach wie vor Sorge bereitet. Außerdem kritisiert die Gruppe um Volker Wenthe und Peter Dunkel die Informationspolitik der Polizei.

Aus sicherer Quelle habe man erfahren, dass es im ersten Halbjahr 2013 bisher 57 Einbrüche in Meckenheim gegeben habe. Offiziell aber sei man gegen eine Wand gelaufen. "Man bekommt den Eindruck, dass Einbrüche verschwiegen werden, um uns in Sicherheit zu wiegen." Das führe dazu, dass die Bürger die Situation nicht realistisch einschätzen könnten.

Daran muss sich etwas ändern, findet die Gruppe, die aus sechs Leuten im Kernteam, zwölf Unterstützern und rund 180 "interessierten Mitbürgern" besteht. Sie hat sich in einem Brief an Innenminister Ralf Jäger gewendet und wünscht darin eine Verstärkung der Polizeipräsenz.

"Weisen Sie an, dass die Bonner Polizei zeitnah, vollständig und ehrlich über die Kriminalitätslage in unserem Ort berichten wird", heißt es. Es gehe um Ordnung und Sicherheit, Klarheit und Wahrheit in der Berichterstattung. Zudem sollen die staatlichen Pflichten zur Gefahrenabwehr nicht auf Privat- und Geschäftsleute verlagert werden.

Mit diesen Zielen möchte die Gruppe auch über Meckenheims Grenzen hinaus Netzwerke bilden - besonders in Bad Godesberg, wo die Einbruchszahlen 2012 ebenfalls drastisch angestiegen sind. Kontakt: bpgsim@justmail.de.

Dass Polizeipräsenz ein probates Mittel ist, um Straftaten zu verhindern, meint auch Udo Schott von der Gewerkschaft der Polizei. "Wenn die Bürger anrufen, muss ich reagieren können." Außerdem sei es wichtig, durch Präsenz den Druck auf mögliche Täter zu erhöhen. Dazu sei mehr Personal nötig. Man dürfe nicht zur "Feuerwehrpolizei" werden, wo die Prävention außen vor bleibt.

"Wohnungseinbrüche sind bei uns und landesweit ein wichtiges Thema", sagt Gerlinde Hewer-Brösch, Leiterin der Direktion Kriminalität. Darauf habe die Polizei (auch personell) reagiert. Gezielte Einsätze fänden sowohl offen als auch verdeckt statt, so dass die Bürger die Beamten nicht immer wahrnehmen.

Auch die Erfassung der Verbrecher spiele eine Rolle: Gehe man von örtlichen Tätern aus, kontrolliere man im Umfeld, bei reisenden Tätern nehme man etwa die Ausfallstraßen ins Visier, sagt Kriminalrat Dirk Schuster. Wichtig sei zudem die Zusammenarbeit mit benachbarten Behörden. Auch der Hinweis auf die landesweite Anti-Einbruchs-Kampagne "Riegel vor" dürfe nicht fehlen.

Was die Informationspolitik angeht, weist die Behörde die Kritik zurück. Gerade bei Einbrüchen sei man bemüht, die Bevölkerung mit einzubeziehen. Pressemitteilungen, Flugblätter, Aktionswochen und Umfeldbefragungen seien nur einige Instrumente. Statistische Zahlen über einen kurzen Zeitraum herauszugeben, berge Tücken.

"Die Kriminalstatistik ist eine Ausgangsstatistik", so Hewer-Brösch. Soll heißen, dass die Einbrüche dann statistisch erfasst werden, wenn der Fall abgeschlossen ist. Diese Taten aber sind teils nicht deckungsgleich mit den in dem Zeitraum begangenen Taten - es sind mehr. Würde man also die Halbjahreszahlen betrachten, tauchten im ersten Halbjahr 2013 auch noch einige Einbrüche auf, die im November und Dezember 2012 begangen und einige Wochen später abgeschlossen wurden.

Tendenzen aber gebe man gerne bekannt, so Hewer-Brösch. So sei der Trend für Meckenheim und Bad Godesberg erfreulich: Zwar habe es in der dunklen Jahreszeit hohe Fallzahlen gegeben, zwischen Januar und Juni aber sei die Zahl der Taten rückläufig.

Ansprechpartner:

Wer sich über die Einbruchssituation informieren möchte, kann die Bezirksbeamten ansprechen oder sich beim Kriminalkommissariat 34 in Duisdorf melden, so die Polizei. Tipps zum Einbruchsschutz gibt es unter der Rufnummer 0228/157676.

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