Kindergärten in Meckenheim: Bei der Kinderbetreuung gut aufgestellt

Kindergärten in Meckenheim : Bei der Kinderbetreuung gut aufgestellt

Die Stadt Meckenheim plant, die Kita „Am Ehrenmal“ entgegen früherer Pläne weiterzuführen. Für über Dreijährige gibt es genug Kita-Plätze, die Versorgungsquote beträgt hier momentan 101 Prozent.

Die Zahl der Vorschulkinder in Meckenheim steigt und mit ihnen der Bedarf an Betreuungsplätzen. Ein Plus an 135 Vorschulkindern sei innerhalb des vergangenen Jahres durch Zuzug, Wanderungsgewinne und Flüchtlingskinder zu verzeichnen. Der Handlungsbedarf sei erheblich, erklärte der Erste Beigeordnete Holger Jung am Dienstag vor dem Jugendhilfeausschuss. Um den Rechtsanspruch erfüllen zu können, plant die Verwaltung, auch die Kindertagesstätte „Am Ehrenmal“ möglichst nahtlos weiterzuführen.

Vom Ausschuss erhielten die Verwaltungsmitarbeiter grünes Licht für weitere Gespräche mit dem potenziellen zukünftigen Träger, der Gemeinnützigen evangelischen Gesellschaft für Kind, Jugend und Familie mbH (KJF), und dem bisherigen Träger, der evangelischen Kirchengemeinde. Bei erfolgreichem Verlauf der Verhandlungen soll der Trägeranteil komplett von der Stadt Meckenheim übernommen werden.

Die Einrichtung sollte eigentlich zum neuen Kindergartenjahr geschlossen werden, weil dann ihre Nachfolgeeinrichtung, die Kita am Merler Keil, in Betrieb gehen soll. Ein Umbau des städtischen Gebäudes „Am Ehrenmal“, damit es den Anforderungen für eine Betreuung von Kindern unter drei Jahren (U3) entspricht, war zu teuer. Daher soll die Kita „Am Ehrenmal“ nun ausschließlich Kinder betreuen, die älter als drei sind (Ü3). Auch ihre Zahl nehme stetig zu und es sei weiterer Bedarf zu erwarten, führte Jugendamtsleiter Andreas Jung aus.

Für 697 Ü3-Kinder (Stand Januar) gibt es in Meckenheim derzeit 703 Kita-Plätze. Dies entspricht einer Versorgungsquote von 101 Prozent. Die Kita „Am Ehrenmal“ soll – bei entsprechendem Ratsbeschluss – mit zwei Gruppen und insgesamt 50 Kindern an den Start gehen und könnte später dreigruppig werden. Insgesamt 753 Ü3-Plätze in Meckenheim würden einer Versorgungsquote von 108 Prozent entsprechen, erklärte Jugendamtsleiter Jung. So könne die Verwaltung „zum ersten Mal mit Gelassenheit ins neue Kindergartenjahr gehen“, sagte Jung.

Die Perspektive, so auch Provisorien zu schließen, betonte Ausschuss-Vorsitzender Martin Leupold. Wie Andreas Jung erläuterte, sollen „Am Ehrenmal“ Mieteinnahmen erzielt werden, da das Gebäude der Stadt gehört. Dass die Stadt den Trägeranteil übernehmen will, sei eine gängige Entwicklung auch in den Nachbarkommunen. „Wir sind eine Zuzugsregion, der Druck wird höher und potenzielle Partner stellen auch Bedingungen“, führte Holger Jung aus. Aus Zeitgründen seien Gespräche mit anderen möglichen Trägern nicht vorgesehen. Eine Ausschreibungspflicht gebe es nicht, beantwortete Jung die Frage von Peter Zachow (SPD), der sich schließlich der Stimme enthielt.

Auch im Bereich der U3-Betreuung sei die Stadt guter Dinge, im kommenden Kindergartenjahr den Rechtsanspruch „erfüllen zu können“, erklärte Jugendamtsleiter Andreas Jung. Die Zahlen blieben jedoch unkalkulierbar.

Für zurzeit 706 Kinder unter drei Jahren gebe es 161 Kita-Plätze. Das sei „richtig viel“ und entspreche einer Quote von 23 Prozent. Zudem gebe es 80 Tagespflegeplätze und weitere 20 Plätze in der privaten Einrichtung „Mauseloch“, also insgesamt 261 Betreuungsplätze für U3-Kinder. Dies entspreche einer Versorgungsquote von 37 Prozent.

Wie Holger Jung betonte, habe die Stadt in den letzten Jahren im Bereich Kinderbetreuung viel bewegt. Zwölf neue Gruppen seien entstanden. So wurde 2014 der neue „Sonnengarten“ in Betrieb genommen. Derzeit werde im Verwaltungsgebäude „Im Ruhrfeld“ eine neue Kita eingerichtet, die im Mai unter Trägerschaft der Caritas starten soll.

Deutliche Baufortschritte gebe es bereits am Merler Keil, wo ab August in der neu errichteten Nachfolgeeinrichtung der Kita „Am Ehrenmal“ Kinder betreut werden sollen. Träger ist dort ebenfalls die KJF. Zudem seien noch Provisorien in Betrieb, zum Beispiel im Kulturhaus Mosaik.

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