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Freikirche plant neuen Versammlungsraum: Alte Tennishalle in Heimerzheim wird abgerissen

Freikirche plant neuen Versammlungsraum : Alte Tennishalle in Heimerzheim wird abgerissen

Die alte Tennishalle im Gewerbegebiet Breniger Straße soll abgerissen und an ihrer Stelle ein neuer Versammlungssaal als Erweiterung des freikirchlichen Gemeindehauses errichtet werden.

Einst war die Tennishalle eine Bereicherung für Heimerzheim. Einst, das war in den 1980er Jahren, als der von Boris Becker und Steffi Graf ausgelöste Tennisboom auch Swisttal erfasste. Auf den drei Plätzen in der Halle wurde von früh bis spät gespielt, und die Pizzeria in der ersten Etage war ein beliebter Treffpunkt für ein Bier nach dem Sport.

Das ist lange her. Nun bewertet es die Politik als eine „städtebauliche Verbesserung für Heimerzheim“, wenn die alte Tennishalle im Gewerbegebiet Breniger Straße abgerissen und an ihrer Stelle ein neuer Versammlungssaal als Erweiterung des freikirchlichen Gemeindehauses entstehen würde. So sahen es die Fraktionen im Swisttaler Planungs- und Verkehrsausschuss mehrheitlich.

Mit dem Beschluss erteilt die Gemeinde gegenüber dem Rhein-Sieg-Kreis als Bauaufsichtsbehörde formal das Einvernehmen mit der für die Pläne notwendigen Befreiung von Festsetzungen des betreffenden Bebauungsplans Heimerzheim Hz 20 „Gewerbegebiet Teil-Süd“. Mit dessen zehnter Änderung wurden die bis dahin ausnahmsweise zulässigen Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke ausgeschlossen.

Liegenschaft vor elf Jahren erworben

Die freikirchliche Gemeinde hatte die Liegenschaft vor elf Jahren erworben und bereits damals eine Baugenehmigung für eine kirchliche Nutzung für 400 Personen erhalten. Das Bauvorhaben hatte die Kirchengemeinde aber aus finanziellen Gründen bis jetzt zurückgestellt. Derzeit nutzt sie einen Teil der Tennishalle als Gemeindehaus. Der übrige Teil soll bis auf den massiven Teil (also die frühere Pizzeria) abgerissen werden. An seiner Stelle sollen ein zweigeschossiger Neubau mit kleinerer Grundfläche als die der bisherigen Halle mit Versammlungssaal für maximal 400 Besucher und weitere Räume entstehen.

2011 war im Rahmen einer Nutzungsänderung eine Baugenehmigung für einen kleinen Betsaal im Anbau der Halle erteilt worden. Seither ist die Mitgliederzahl der Gemeinde gewachsen, so dass die ursprünglichen Pläne für einen Versammlungssaal wieder aufgegriffen wurden.

In der Zwischenzeit war der Bebauungsplan für das Gewerbegebiet dahingehend geändert worden, dass dort nur noch gewerbliche Vorhaben zugelassen sind, auch kirchliche Nutzungen wurden ausgeschlossen. Die Begründung damals: Es sollten keine Mischgebiete mit Wohnnutzung entstehen. Weil die Kirchengemeinde von diesem Änderungsverfahren keine Kenntnis hatte, legte sie nicht rechtzeitig Einspruch ein, so die Verwaltung.

Besonders geeignet

Folge: die freikirchliche Gemeinde hätte eine Liegenschaft mit einer Sporthalle erworben, dürfte sie aber nach bisheriger Sachlage nicht als Gemeindesaal umnutzen. Ortstermine mit den zuständigen Vertretern der Bauverwaltung der Zivilgemeinde haben laut Verwaltung jedoch ergeben, dass das geplante Gemeindezentrum nur am Abend und vor allem an Sonntagen genutzt würde. Dies würde dem Planungsziel der B-Planänderung nicht widersprechen, heißt es aus dem Rathaus.

Die Fraktionen im Planungsausschuss teilten mehrheitlich die Sicht der Verwaltung, dass die Liegenschaft an der Breniger Straße als freikirchliches Gemeindehaus besonders geeignet sei, weil es dort nicht zu Beeinträchtigungen durch an- und abfahrende Pkw kommen würde.

Auf dem Gelände seien 71 Parkplätze vorgesehen und mit dem Betreiber des benachbarten Nahversorgers sei bereits besprochen, dass dessen Parkplatz für „seltene größere Veranstaltungen“ als zusätzliche Stellplatzfläche genutzt werden könne.