Mann vor Gericht: 43-Jähriger wegen Vergewaltigung angeklagt

Mann vor Gericht : 43-Jähriger wegen Vergewaltigung angeklagt

Ein Altenpfleger soll eine jüngere Kollegin im Altenheim von Meckenheim missbraucht haben. Der Mann bestreitet die Tat und spricht von einem Racheakt der Frau.

Der Vorwurf klingt ungeheuerlich: Während der Arbeitszeit soll ein Altenpfleger eine jüngere Kollegin im Zimmer eines pflegebedürftigen Patienten vergewaltigt haben.

Wie Gerichtssprecher Bastian Sczech am Montag bestätigte, wurde der 43-Jährige aus Meckenheim jetzt von der Staatsanwaltschaft wegen Vergewaltigung angeklagt. Er wird sich voraussichtlich demnächst vor den Richtern der ersten großen Strafkammer des Bonner Landgerichts für die Tat verantworten müssen.

Laut Anklage hat sich die Vergewaltigung bereits vor drei Jahren in einem Altenheim in Meckenheim ereignet. Am Morgen des 3. Februar 2013 soll der Mann seine 26 Jahre alte Kollegin auf der Pflegestation ins Zimmer eines Bewohners gerufen haben. „Er rief sie, da er angeblich Hilfe brauchte“, so der Gerichtssprecher. Als die junge Frau das Zimmer betrat, soll der Angeklagte ihr die Hose heruntergezogen und sie ins Badezimmer geschoben haben. Obwohl sich die Kollegin laut Anklage gegen den Angriff wehrte und versuchte, den 43-Jährigen wegzudrücken, soll er es geschafft haben, sie zu vergewaltigen.

Zur Anzeige kam der Fall erst im Frühjahr 2015. Der Beschuldigte verlor daraufhin seinen Job. Der Meckenheimer sieht sich allerdings zu Unrecht belastet: In seinen Augen handelt es sich um eine Racheaktion des vermeintlichen Opfers. Während der Ermittlungen behauptete er, seit 2013 eine Liebesbeziehung mit der 26-Jährigen gepflegt zu haben.

Da er im Herbst 2014 daneben auch noch eine intime Affäre mit einer anderen Kollegin geführt habe, sei es zu Spannungen mit dem angeblichen Vergewaltigungsopfer gekommen. Diese hätten dazu geführt, dass er die alte Beziehung Anfang Februar 2015 beendet habe.

Wenige Tage später sei die 26-Jährige dann zur Polizei gegangen und habe Anzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft ist sich hingegen vor allem aufgrund von Zeugenaussagen sicher, dass es die behauptete Vergewaltigung tatsächlich gegeben hat.