Meckenheim: Berufsinformationstag an der Theodor-Heuss-Realschule

Berufsinformationstag an der Realschule : Fachkräfte werden in Meckenheim dringend gesucht

Beim Berufsinformationstag an der Realschule in Meckenheim war der Andrang groß. Viele Schüler der neunten und zehnten Klassen nutzten den Tag, um sich über die verschiedensten Tätigkeiten schlauzumachen.

Groß war das Interesse der Meckenheimer Schüler am Berufsinformationstag in den Räumen der Theodor-Heuss-Realschule (THR). Und groß war das Interesse der Anbieter: Denn um Auszubildende zu finden, müssen sich künftige Arbeitgeber ganz schön anstrengen.

Der Vortrag von Harald Schellhase über den Polizeiberuf hatte viele Zuhörer. „Bei uns zählen Charaktereigenschaften“, war eine wichtige Information von Schellhase, die die Jugendlichen offenbar gerne hörten. Aber gutes Deutsch, analytische Elemente und vieles andere sind trotzdem wichtig in den Einstellungstests für das Duale Studium im Polizeivollzugsdienst des Landes NRW. Und Schellhase vergaß auch nicht, auf die Bezahlung hinzuweisen: „Unsere Studenten verdienen Geld vom ersten Tag an.“

In einer Reihe von Vorträgen erhielten die Schüler der Klassen neun und zehn beim Berufsinformationstag am Freitag ebenso Informationen aus erster Hand über verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten, Berufsbilder, schulische Weiterbildungsmöglichkeiten oder duale Studiengänge. Auch in persönlichen Gesprächen an den Ständen konnten sich die Jugendlichen aus erster Hand zu informieren.

„Das ist eine kleine Messe“, sagte Sigrid Braß-Neese, Lehrerin für Englisch, Deutsch und Musik und Berufswahlkoordinatorin der Schule. „Die Schüler gehen bei den großen Messen einfach nur durch, nehmen Kulis mit und sind wieder weg. Zumindest, wenn sie ohne Eltern hingehen“, so Braß-Neese.

Rund 20 Aussteller standen den Schülern und ihren Eltern an Info-Ständen Rede und Antwort. Die Bandbreite war breit gestreut. Neben mehreren Berufskollegs und dem benachbarten Konrad-Adenauer-Gymnasium waren unter anderen das Fraunhofer Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung Ergonomie (FKIE) aus Wachtberg und Bad Godesberg, die EuroPhysioMed Akademie aus Meckenheim, die Sozialstation Adenau-Altenahr, die Arbeitsagentur oder  die Polizei vertreten.

„Einige der Unternehmer kommen auf die Schule zu“, berichtet Braß-Neese. Grund: Ihre Kinder waren schon Schüler der THR. Andere sind Partner der THR, wie die  Kreissparkasse, die Stadt Meckenheim und der Autozulieferer DSG Canusa, einer der führenden Hersteller von wärmeschrumpfenden Kunststoffprodukten für die Industrie.

Den Stellenwert der Berufsorientierung an der THR sieht Berufswahlkoordinatorin Sigrid Braß-Neese als sehr hoch an, sagte sie. So stehen Berufsbilder auf dem Lehrplan im Fach Politik und in Klasse neun gibt es Bewerbungstraining in Deutsch und in Englisch. Zudem nimmt die Schule teil an der Landesinitiative „KAoA“ (Kein Abschluss ohne Anschluss), die den Übergang von der Schule in den Beruf unterstützt. Nach den Erfahrungen gehen etwa ein Drittel der Absolventen der Realschule nach dem Abschluss in eine Ausbildung, viele besuchen anschließend ein Berufskolleg.

Manche der Schülerinnen und Schüler hatten schon konkrete Berufsvorstellungen, andere erst eine „grobe Richtung“. Bekir (15) tendiert etwa zum kaufmännischen Bereich, zum Beispiel Automobil-Kaufmann, wie er sagte. Jihane (14) will noch weiter zur Schule gehen, um ihren Traumberuf Ärztin zu erreichen. Und Kulsun (13) zieht es eher in den IT-Sektor. „Aber auf jeden Fall, wo ich auch mit Menschen zu tun habe“, sagte sie. Jannik (15) möchte etwas Handwerkliches lernen, zum Beispiel Kfz-Mechatroniker.