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Viele bekannte Musiker dabei: Lied gegen den Corona-Blues von Höhner-Gitarrist Jens Streifling

Viele bekannte Musiker dabei : Lied gegen den Corona-Blues von Höhner-Gitarrist Jens Streifling

Musiker wie Höhner-Gitarrist Jens Streifling und Bernd Stelter machen musikalisch Mut. Die Idee und der Text zu dem Song, der am Samstag veröffentlicht wird, entstand in Brenig.

Die besten Ideen entstehen ganz spontan:  Höhner-Gitarrist Jens Streifling und Bruno Schrage, früherer Breniger Pastoralreferent, waren viele Jahre Nachbarn im Schatten des „Vorgebirgsdoms“, der Pfarrkirche St. Evergislus. Ein kontaktfreies Gespräch am Telefon vor wenigen Tagen bringt beide auf die Idee, Menschen in Zeiten der Krise musikalisch Mut zu machen. „Dann schreibt doch mal einen Text“, sagt Streifling zu Schrage und der Diplom-Theologe, jetzt Referent für Caritaspastoral beim Diözesan-Caritasverband in Köln, schreibt, was sein Herz bewegt. Zusammen mit Hannes Schöner, Bassist und Sänger der Höhner“, entsteht innerhalb weniger Tage das Lied „Zeit für Menschlichkeit“. Ab Samstagnachmittag ist der Song auf dem Youtube-Kanal der Höhner zu hören.

Illustrer Kreis an Musikern mit und ohne kölsche Wurzeln

„Wir wollen zeigen, dass uns die Quarantäne nicht voneinander trennt, sondern im Gegenteil menschlich mehr zusammenschweißt“, sagt Streifling, der zusammen mit seiner Frau Lidia die Musik der Mutmach-Komposition verfasst hat. „Gleichzeitig wollen wir denen danken, die jetzt alles tun, damit Leben gerettet wird und der Alltag weitergeht“, erklärt Schrage, der zwar nicht mehr vis-à-vis von Sankt Evergislus, aber noch immer in Brenig wohnt. Eine illustre Runde an musikalischen Mitstreitern – mit und ohne kölsche Wurzeln – sind bei dem ungewöhnlichen Projekt mit dabei: Räuber-Gitarrist Andreas „Schrader“ Dorn, der studierte Jazztrompeter, Arrangeur und Ex-Kuhl un de Gäng-Sänger Michael Kuhl, der in Hersel lebende Musiker und Karnevalist Bernd Stelter, die Kölner Mundartformation Pläsier, Deutschpop-Sängerin Ela T., Lidia Streifling an der Violine, Roger Moore (De Köbesse), Höhner-Keyboarder Mickie Schläger und viele weitere befreundete Musiker. Anders als bei anderen Großprojekten dieser Art haben sich die rund 20 Musikschaffenden in Zeiten von Kontaktsperre und Abstandsregeln nicht gemeinsam in einem Studio getroffen. Die einzelnen Stimmen und die Instrumentalspuren fanden auf digitalem Weg zueinander.

„Der Songtext will Mut machen, gerade denen, die jetzt allein sind, sich Sorgen machen oder einfach Hilfe brauchen“, sagt Henning Krautmacher, Höhner-Sänger und Streiflings Bandkollege. „Wir sind uns näher als je zuvor“, heißt es beispielsweise im Refrain des Liedes. Ebenfalls rund um Bornheim sowie in Köln entstanden ist das Musikvideo zu „Zeit für Menschlichkeit“. So wollen Streifling und Schrage nämlich ganz gewöhnliche Alltagshelden in dem Videoclip zeigen, ohne die die Coronakrise momentan gar nicht meistern wäre.

Der eigene Sohn hat das Video zum Lied produziert

Zu sehen sind in dem Film etwa die ambulante Krankenpflegerin der Caritaspflegestation, ein Trucker der Bornheimer Spedition Wirtz, Verkäuferinnen unter anderem der örtlichen Bäckerei Landsberg aber auch die wachsenden Zeichen von Solidarität und Mitmenschlichkeit, wie den Kölner Gabenzaun an der Severinstorburg oder Mädchen und Jungen der Katholischen Jugend Brenig, die mitmachen bei Einkaufsdiensten oder anderen Botengängen insbesondere für Ältere.

Produziert hat das Video der Fotograf Elias Streifling, einer von drei Söhnen von Jens Streifling. Der Höhner-Gitarrist ist außerdem noch Vater einer Tochter. In Bornheim-Brenig lebt der im Sächischen Borna geborene Multiinstrumentalist, der neben seinen Hauptinstrumenten Saxophon und Gitarre außerdem noch Klavier, Mundharmonika, Schlagzeug, Bass, Mandoline und Klarinette spielt, seit mehr als 20 Jahren.

Der Songerlös geht an die Obdachlosenhilfe

Reich werden möchte mit dem frisch aufgenommenen Lied gegen den Corona-Blues niemand, darum wirbt „Zeit für Menschlichkeit“ auch in dem Video um Spenden für ein Projekt der Malteser-Obdachlosenhilfe, den „Kölner Wohlfühlmorgen“. Denn: „Menschlichkeit ist eben nicht nur ein Gefühl, sondern auch konkrete Hilfe“, sagt Bruno Schrage.

Das Lied ist ab Samstag, 4. April, auf dem Youtube-Kanal der Höhner zu finden unter www.youtube.com/channel/UCznzz0WsIqGP6ly2QY9h9fA.