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Entwicklungskonzept für mehr Sicherheit auf der Hauptstraße Walberberg

Für Fußgänger und Radfahrer : Mehr Sicherheit auf der Hauptstraße in Walberberg

Seit Jahren wird über bauliche Veränderungen auf der der Hauptstraße in Walberberg gesprochen, jetzt wird die Angelegenheit konkreter. Ein Entwicklungskonzept liegt vor. Anlieger müssten die Arbeiten mitfinanzieren.

Mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer auf der Walberberger Hauptstraße. Mit dieser Absicht wird sich die Bornheimer Kommunalpolitik am Mittwochabend in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung befassen. Seit Jahren wird über bauliche Veränderungen auf der zentralen Straße des nördlichsten Bornheimer Stadtteils gesprochen, jetzt wird die Angelegenheit konkreter.

So werden in der Ausschusssitzung Mitarbeiter des Planungsbüros PE Becker aus Kall berichten, welche Gedanken sie sich zu den Straßen gemacht haben. Bereits im Oktober 2018 waren die Ingenieure – das geht aus den öffentlichen Sitzungsunterlagen hervor – mit der Erstellung eines Entwicklungskonzepts beauftragt worden. Nun liegt es vor.

■ Die Straße: Von den Ingenieuren betrachtet wurde ein etwa 1,5 Kilometer langer Abschnitt zwischen der Einmündung Rheindorfer-Burg-Weg im Norden und dem Anschluss an die Bonn-Brühler-Straße (L 183) im Süden. Einer Verkehrszählung nach wird die Straße innerhalb von 24 Stunden von durchschnittlich rund 3000 Kraftfahrzeugen befahren. Zum Vergleich: Die L 183 kommt auf rund 12 500 Kraftfahrzeuge. „Der bauliche Zustand der Hauptstraße ist insgesamt als äußert mäßig anzusehen“, heißt es in dem Bericht von PE Becker – und: „In vielen Bereichen ist der Asphalt geflickt worden. Diese Flicken sind überwiegend durch Aufbrüche von Versorgungsträgern entstanden und haben im Laufe der Zeit bereits zu Netzrissen und Ausbrüchen des Asphaltoberbaus geführt.“

Kein gutes Pflaster ist die Straße nach Ansicht der Ingenieure vor allem für Radfahrer und Fußgänger. Das hat damit zu tun, dass es keinen separaten Radweg gibt beziehungsweise die Bürgersteige abschnittsweise sehr schmal oder gar nicht vorhanden sind. Die Stadtverwaltung konstatiert in ihren Unterlagen: „Die fußläufige Nutzung der Hauptstraße ist bereits für mobile Personen deutlich erschwert und überwiegend unsicher. Für mobilitätseingeschränkte Menschen enthält die Hauptstraße sehr viele Barrieren.“

■ Die Vorschläge: Für Sanierung und Ausbau der Straße könnte nach Ansicht der Ingenieure von PE Becker sowohl das Separationsprinzip als auch das Mischprinzip ein Ansatz sein. Unter ersterem versteht man klar getrennte Bereiche für den Gehweg, die Parkplätze und die Fahrbahn. Das zweite Prinzip meint etwa verkehrsberuhigte Bereiche, umgangssprachlich auch als Spielstraße bezeichnet. Was genau zur Anwendung kommt, wird sich erst im weiteren Verlauf der Planung zeigen. Nach Ansicht der externen Fachleute könnten einige Abschnitte der Straße nach dem Umbau klar getrennte Bereiche aufweisen, andere wiederum nicht. Zugleich stellen sie in ihren Ausführungen klar: „Aufgrund der geringen Straßenbreiten gibt es keine Lösung für eine hohe Qualität aller Verkehrsteilnehmer.“

■ Das Geld: In einer ersten groben Schätzung geht die Stadtverwaltung von Kosten in Höhe von 3,1 Millionen Euro aus. Darin enthalten sind auch Gelder, die die Stadt ausgeben müsste, um Flächen zu kaufen, die aktuell im Privatbesitz sind, nach Ansicht der Planer für einen Ausbau der Straße aber notwendig wären. Die Stadt selbst schreibt in den Sitzungsunterlagen, dass das „sensible Thema“ Grunderwerb in der Planung frühzeitig und transparent behandelt werden solle. Schon jetzt klar ist, dass der Ausbau nicht vollständig aus dem städtischen Etat bezahlt wird. Die Stadt schätzt, dass rund zwei Millionen Euro durch Anliegerbeiträge finanziert werden könnten, also auf Kosten der Grundstückseigentümer an der Hauptstraße.

■ Das weitere Vorgehen: Nachdem sich die Kommunalpolitik mit den Ausführungen der Ingenieure von PE Becker beschäftigt hat, soll es eine Anliegerversammlung geben. Deren Termin steht allerdings noch nicht fest.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung beschäftigt sich am Mittwoch, 29. Januar, 18 Uhr, im Ratssaal mit der Walberberger Hauptstraße. Der Tagesordnungspunkt ist öffentlich.