Politisches Kabarett in Morenhoven: Das Duo Onkel Fisch gastiert im Kreaforum in Swisttal

Politisches Kabarett in Morenhoven : Das Duo Onkel Fisch gastiert im Kreaforum in Swisttal

Das Duo Onkel Fisch präsentiert im ausverkauften Kreaforum sein aktuelles Programm „Populisten haften für ihre Kinder“. Für rund zwei Stunden gab es in Swisttal-Morenhoven politisches Kabarett.

Willkommen bei den „Dawimadonosadüs“. Den bitte was? Aber das wird man doch wohl noch mal sagen dürfen, oder? Womit wir auch schon mitten drin wären im neuen Programm von „Onkel Fisch“ mit dem bezeichnenden Namen „Populisten haften für ihre Kinder“.  Ein Thema, zu dem Adrian Engels und Markus Riedinger in der Tat einiges zu sagen haben. Und wer die beiden kennt, die just in diesem Jahr das 25-jährige Bestehen ihres Duos feiern, der weiß auch, was die freundlich drein blickenden Herren in ihren dunklen Anzügen unter „Action-Kabarett“ verstehen: temperamentvoll, einfallsreich, heiter-boshaft (mit und ohne Ukulele) und in Tanz und Gesang geradezu raumgreifend gut. Mit dieser Mischung  und mit Programmen wie der „Lobbythek“ und „Europa – und wenn ja, wie viele?“ haben sie sich bei den Morenhovener Kabarett-Tagen eine treue Fangemeinde herangezogen. Und so war der Saal schon weit im Voraus restlos ausverkauft.

Für rund zwei Stunden gab es politisches Kabarett, denn exakt darum handelt es sich. Natürlich ist es ausgesprochen erheiternd, wenn Riedinger im putzig-lispelnden Tim-Mälzer-Duktus über jedes Gericht braune Sauce kippt, während Engels sich in genüsslich-mehrdeutigen Wortspielen delektiert.  Dass  man seit der Justizreform in Ungarn dort nahezu alle Gerichte vergessen könne.  Während die Franzosen an ihren großen braunen Broten kauen – so schmeckt nur Le Pain.  Während die Italiener mittlerweile so gar nichts Lebendiges aus dem Mittelmeer fischen mögen. Und die Briten auf Trennkost schwören.

Und während sie noch darüber scherzen, dass Populisten mit ihren Aversionen „gegen die da oben“ einander am liebsten bei „Anti-Elite-Partner“ daten, mag er eine oder andere sich insgeheim fragen, ob Onkel Fisch dem schwierigen Thema denn überhaupt gewachsen sei? Selbstredend. Denn die Sub(tilen) Ebenen davor und dahinter, darüber und darunter erschließen sich einem Paar aufmerksamer Ohren ohne Weiteres. Warum sollte es auch kein boshaftes Vergnügen bereiten, diejenigen zu demaskieren, die einem im Gespräch – so denn noch etwas Ähnliches zustande kommt – die Worte im Mund herumdrehe. Und der Blick geht herunter; auf eine Tube brauner Sauce in der Hand.

Nein, niemand werfe Onkel Fisch vor, sie brächten keinen vollen Einsatz. Sie scheuen keine Mühe und kein Risiko, sie schauen sich überall um: in den Charts, im Kino und auch im Fernsehen, bei „Populisten suchen ein Zuhause“ mit Ronnie, „eigentlich ein ganz Lieber und verschmuster“. Es sei denn, man sitzt im Publikum von der Bühne links.

Ja, es gäbe und es gibt bei alledem durchaus nicht nur Grund zum Lachen. Einen Gefallen wird Onkel Fisch den Dawimadonosadüs mit Sicherheit nicht tun: sich von der Panikstimmung anstecken und vereinnahmen zu lassen. Wir sind das Volk? Das hätten sie wohl gern!

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