Licht- und Wassershow: Zwölfjähriger baut Klangwelle in Kardorf nach

Licht- und Wassershow : Zwölfjähriger baut Klangwelle in Kardorf nach

Der zwölfjährige René Kaiser aus Kardorf hat die Licht- und Wassershow Klangwelle im elterlichen Garten nachgebaut. Dies ist sein liebstes Hobby.

Das erste Problem des Abends: Die mittlere Fontäne ist verstopft. Im Sommer läuft der Filter im Pool, der im Garten der Familie Kaiser in Kardorf steht, aber wenn es zu kalt zum Schwimmen wird, schaltet Vater Josef (54) ihn ab. Dann gehört das aufstellbare 10.000-Liter-Becken ganz Sohn René. Dort kann er sein liebstes Hobby ausleben: die Klangwelle nachbauen.

Um das Spektakel aus Wasser, Musik, Nebel, Licht- und Lasereffekten in Gang zu setzen, rückt er der streikenden Fontäne mit einem langen Besen zu Leibe, danach steht sie ein wenig schief. "Es ist nicht so schlimm, wenn das nicht ganz gerade ist", meint Josef Kaiser, doch René will es perfekt haben. Der Besen muss wieder ran.

Nachdem die drei Fontänen in Reih und Glied stehen, geht es an den nicht wasserdichten Teil der Technik. Diesen hat René in der Garage in einem Regal fein säuberlich aufgereiht und beschriftet. Steckerleisten, Fernbedienungen, ein Lichtpult, eine Nebelmaschine, sechs Strahler, ein beweglicher Strahler und Renés ganzer Stolz: der V 1 Sparkular, der eine meterhohe Fontäne aus kalten Funken erzeugt. "Komplett ungefährlich", betont Josef Kaiser.

Eigentlich hätte René lieber richtiges Feuer. "Ich habe meine Eltern schon mehrmals gefragt", sagt der Zwölfjährige. "Aber da hört es dann auf", findet sein Vater.

Wesentlich bescheidener fing alles vor rund zweieinhalb Jahren mit dem Rasensprenger und Gartenschläuchen an. "Mein Vater hat fürs Fernsehen eine Reportage über die Klangwelle gemacht. Das war die Inspiration dafür. Ich dachte, das sieht richtig cool aus und ich würde das auch gerne machen", erzählt René.

Nach und nach schenkte seine Familie ihm die einzelnen Bausteine dann zum Geburtstag oder zu Weihnachten. Und René verkaufte sogar seinen Anteil an der gemeinsamen Spielekonsole an seinen 16-jährigen Bruder, um sein Hobby zu finanzieren.

Am liebsten würde René später eine Ausbildung zum Pyrotechniker oder sogar Sprengmeister absolvieren. "Das geht aber erst ab 21", weiß sein Vater. Zur Vorbereitung hat der Siebtklässler schon mal das Fach Physik belegt und ist der Technik-AG beigetreten. Auch eine Ausbildung zum Eventmanager könne er sich vorstellen, um zu lernen, wie man ein Ereignis wie die Klangwelle organisiert.

Bei der diesjährigen Ausgabe (siehe Kasten) durfte er bei Showdesigner Mischa Anton im Regiecontainer sitzen. "Mischa Anton sagt, man muss in gute Kabel investieren, damit es keinen Kurzschluss gibt", sagt René, während er die Strahler mit Kabelbindern am Beckenrand befestigt. Kurzschlüsse vermeiden, sei überhaupt das Motto, wenn man Elektrik und Wasser zusammenbringt.

Die Plastiktüten, die als Spritzschutz über den Steckerleisten liegen, verwendet er übrigens wieder. "Ich finde, dass Plastik ganz furchtbares Zeug ist", meint René. Nebelmaschine und Laser platziert er auf einer Konstruktion aus einer Leiter und dicken Brettern hinter dem Pool. Rund 100 Meter Kabel verlegt der Zwölfjährige ordentlich.

Und dann heißt es endlich: Feuer frei. Die Nebelmaschine verströmt nach Vanille riechende Schwaden, auf denen der Laser lila Muster zeichnet, die Strahler spiegeln sich rot, blau und grün in den Fontänen wieder und der Sparkular V 1 schießt eine knisternde Funkenfontäne in die Luft - das alles zu epischer Musik. Rund zehn Minuten dauert die ganze Show. Und im Gegensatz zur ehemaligen Heimat der Klangwelle in Bonn gefällt es hier sogar den Nachbarn.

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