Straßenausbau in Bornheim: Zebrastreifen für den Apostelpfad

Straßenausbau in Bornheim : Zebrastreifen für den Apostelpfad

Beim Ausbau des Apostelpfads will die Stadt Wünsche der Anlieger berücksichtigen. Offen ist die Frage der Höchstgeschwindigkeit.

Für Mitte 2017 plant die Stadt Bornheim, mit dem Ausbau des Apostelpfads zu beginnen. In etwa eineinhalb Jahren Bauzeit sollen der Flickenteppich verschwinden und Gehwege auf beiden Seiten ebenso wie Schutzstreifen für Fahrradfahrer und Parktaschen entstehen. Der Stadtentwicklungsausschuss hat jetzt bei einer Gegenstimme von Einzelratsmitglied Paul Breuer (ABB) die überarbeitete Planung für den Ausbau beschlossen.

Diese geht auch auf eine wesentliche Anregung der Anlieger ein: Statt Verkehrsinseln sollen Zebrastreifen Fußgängern eine sichere Überquerung der Fahrbahn ermöglichen. Zudem soll die Stadt die Einrichtung von Tempo 30 prüfen und gegebenenfalls eine neue Verkehrszählung vornehmen.

Im Juni hatte die Verwaltung den Bürgern die Ausbaupläne in einer Anliegerversammlung vorgestellt. Der Abend sei „unglücklich“ verlaufen, kritisierte Ute Kleinekathöfer (SPD). Viele Zuhörer seien „ziemlich entsetzt“ aus der Versammlung gegangen, da es insbesondere zum Vorschlag, Zebrastreifen einzurichten, stets nur geheißen habe, das gehe nicht.

Wie Jens Klähnhammer vom beauftragten Ingenieurbüro im Ausschuss noch einmal ausführte, spreche für die Verkehrsinseln ihre geschwindigkeitsbremsende Wirkung als bauliche Querungshilfen – gerade auch mit Blick auf die prognostizierten Verkehrsverhältnisse von etwa 11.000 Fahrzeugen am Tag. Diese Zahl zweifelte insbesondere Rolf Brief an. Der sachkundige Bürger der UWG vermutete, dass bei der zugrundeliegenden Zählung die Verlagerung des Verkehrs durch die neue Umgehungsstraße L 183 n nicht berücksichtigt worden sei und regte an, die Verwaltung mit einer neuen Zählung zu beauftragen.

Höchstgeschwindigkeit noch offen

Eine weitere Sorge, die die Anlieger zur Sprache gebracht hatten, war das Tempo auf der ausgebauten Straße. Hierzu bewegten sich die Ausschussmitglieder in ihrer Diskussion in einem Dilemma: Einerseits sprachen sich mehrere Redner für eine Tempo-Reduzierung aus, andererseits sehen der Flächennutzungsplan und das Integrierte Handlungskonzept vor, dass der Apostelpfad zu einer Hauptverkehrsstraße ausgebaut werden soll, um als Umgehung für den Bornheimer Ortskern zu dienen. Und daran wollten die Politiker denn auch nicht rütteln.

Während die SPD vorschlug, Tempo 30 im Bereich der Zebrastreifen zu prüfen, zeigte sich Markus Hochgartz (Grüne) skeptisch, ob es nicht besser sei, entweder komplett Tempo 30 oder Tempo 50 einzurichten, um den Verkehrsfluss nicht zu behindern. Auch Beigeordneter Manfred Schier gab zu bedenken, dass eine Tempo-30-Zone die Attraktivität der Straße für Autofahrer mindere und sich der Verkehr in der Folge anders verteilen könnte.

Einig wurden sich die Fraktionen schließlich, dass die Verwaltung prüfen solle, inwiefern eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer möglich wäre. Dabei soll sie auch mit der Bezirksregierung Köln klären, ob es dadurch zu einem Verlust an Fördermitteln kommen könnte. Auf rund 1,9 Millionen Euro schätzt die Stadt die Kosten für den Ausbau des Apostelpfads, der mit einer Kanalsanierung einhergeht. Auch die Anlieger müssen einen Anteil tragen. In der Bürgerversammlung hatte die Verwaltung diesen nach ersten Schätzungen auf circa 800 000 Euro beziehungsweise etwa 32 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche beziffert.

Mehr von GA BONN