Kriminalitätsstatistik: Zahl der Wohnungseinbrüche im Vorgebirge geht zurück

Kriminalitätsstatistik : Zahl der Wohnungseinbrüche im Vorgebirge geht zurück

Die Zahl der von der Polizei erfassten Straftaten im Vorgebirge und in der Voreifel ist gesunken, die Aufklärungsrate gestiegen - das ist die Bilanz der Kriminalitätsstatistik der Bonner Polizei.

Polizeidirektor Andreas Piastowski war überaus zufrieden. Er freue sich, dass die Menschen im Bereich der Polizeiinspektion 2 „noch sicherer leben“, sagte er am Donnerstag bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für seine Inspektion. Diese umfasst neben Bad Godesberg, Duisdorf und Wachtberg auch Alfter, Bornheim, Meckenheim, Rheinbach und Swisttal. Insgesamt verzeichnet die Bonner Polizei im Bereich der Polizeiinspektion 2 einen Rückgang der Kriminalität.

So wurden im Jahr 2017 14.769 Fälle erfasst, darunter etwa Fahrraddiebstahl, Einbrüche in Wohnungen und Geschäfte, körperliche Gewalt, Sexualdelikte oder Sachbeschädigung. Im Jahr 2016 waren es noch 16.388 erfasste Fälle. Der Rückgang beträgt 1619 Fälle oder 9,9 Prozent. Kriminaloberrat Ulrich Sievers sprach von einem „wahnsinnig tollen Ergebnis“. Zugleich wies er darauf hin, dass sich die Delikte je nach Kommune differenziert darstellen. Hier einige Beispiele:

Alfter

Genau 942 Kriminalfälle erfasste die Polizei im Jahr 2017 in Alfter, 35 weniger als 2016. Die Aufklärungsquote sank von 56,9 Prozent auf 48,5 Prozent. Kaum verändert hat sich die Zahl der gemeldeten Wohnungseinbrüche: 55 (2016) zu 51 (2017). Allerdings konnte der Statistik nach im Jahr 2017 kein Einbruch aufgeklärt werden. 2016 hatte die Quote noch bei 23,6 Prozent gelegen. Sievers sprach von einem „statistischen Problem“, wenn etwa die Aufklärung von Einbrüchen aus dem Jahr 2017 erst 2018 erfolge.

Bei Wohnungseinbrüchen sei die Quote „naturgemäß“ sehr gering, so Pia-stowski. Der Aufklärungsansatz sei größer, wenn es mehr Spuren gebe, etwa bei Gewaltdelikten. Laut Sievers gibt es bei Einbrüchen etwa dann hohe Quoten, wenn ein Serientäter festgenommen wird. Deutlich gestiegen ist die Zahl der Fälle in Alfter, bei denen Dinge von einem Auto (Reifen oder Spiegel) oder aus einem Auto (Navis, Airbags, herumliegende Wertsachen) gestohlen wurden – von 47 (2016) auf 78 (2017). Laut Piastowski hatte es drei kleinere Einbruchsserien bei Autos gegeben. Er mahnte an, Wertsachen nicht im Auto liegenzulassen.

Bornheim

Die Vorgebirgsstadt verzeichnet einen Rückgang der Kriminalität. Wurden 2016 noch 2614 Fälle erfasst, waren es 2017 nur 2261 Fälle, also 353 weniger. Die Aufklärungsquote sank von 45,8 Prozent auf 42,7 Prozent. In Bornheim wurde in deutlich weniger Wohnungen eingebrochen. 2016 hatte die Polizei noch 210 Einbrüche verzeichnet, 2017 waren es 106.

Bei den Wohnungseinbrüchen sinken laut Sievers die Fallzahlen seit 2013. Das Jahr 2016 sei ein Ausreißer, da man einen Serientäter festgenommen habe, der in Hersel in einer Nacht alleine vierzigmal zugeschlagen beziehungsweise es versucht hatte. „Das hat uns völlig die Statistik kaputtgemacht“, sagte Sievers, auch mit Blick auf die Aufklärungsquote: von 41 Prozent (2016) zu 10,4 Prozent (2017). Auch bei den Autos hielten sich die Kriminellen zurück. Im Jahr 2016 gab es 275 erfasste Fälle, ein Jahr später waren es 218.

Meckenheim

2016 hatte die Polizei insgesamt 1277 Fälle erfasst, 2017 nur noch 1047 Fälle. Die Aufklärungsquote stieg von 42 auf 47,8 Prozent. Einen deutlichen Rückgang gibt es bei der sogenannten Deliktobergruppe „Straßenkriminalität“ – also alles, was auf der Straße passiert. Hier hat die Polizei 105 Fälle (372 zu 267) weniger erfasst. Zugleich gab es mehr Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung.

2016 gab es fünf Fälle, 2017 zwölf. Allerdings hat sich laut Piastowski in diesem Bereich die statistische Erfassung geändert, nun fielen auch entsprechende Beleidigungen darunter. Auch Meckenheim verzeichnet weniger Wohnungseinbrüche: 124 waren es 2016, 55 im Jahr 2017 – allerdings mit einer jeweils geringen Aufklärungsquote von 9,7 Prozent (2016) und 7,3 Prozent (2017). Für Meckenheim und Bornheim lobten Piastowski und Sievers die Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Ordnungsaußendienst. Wo ein solcher bestehe, wirke sich das positiv auf die Fallzahlen aus, so die Meinung der Beamten.

Rheinbach: Weniger Fälle insgesamt verzeichnet die Polizei auch in der Glasstadt: von 1700 (2016) auf 1533 (2017), Aufklärungsquote 45,5 Prozent zu 41,2 Prozent. Auch in Rheinbach verzeichnet die Polizei weniger Wohnungseinbrüche: von 70 erfassten Fällen 2016 auf 56 Fälle im vergangenen Jahr. Die Aufklärungsquote sank von zehn Prozent auf 7,1 Prozent. Zugenommen haben in Rheinbach die Sachbeschädigungen im öffentlichen Raum – von 64 Fällen (2016) auf 80 Fälle (2017), verbunden mit einer gesunkenen Aufklärungsquote von 17,2 Prozent auf 7,5 Prozent. Hierunter fallen laut Piastowski vor allem Graffiti-Schmierereien. Rauschgiftdelikte gab es weniger: 116 im Jahr 2016 zu 93 im vergangenen Jahr.

Swisttal

738 insgesamt erfasste Fälle im Jahr 2016 stehen 656 Fälle im vergangenen Jahr gegenüber, bei einer gestiegenen Aufklärungsquote von 46,6 Prozent auf 50,9 Prozent. Darunter fällt beispielsweise ein deutlicher Rückgang bei den Wohnungseinbrüchen. Waren es 2016 noch 77 (Aufklärungsquote 16,9 Prozent), betrug die Fallzahl im vergangenen Jahr 40 (Aufklärungsquote 22,5 Prozent). Mehr erfasst hat die Polizei Delikte im Rauschgiftbereich. Hier stehen 15 Fälle (2016) 23 Fällen (2017) gegenüber.

Dass die Fallzahlen bei den Drogen im Bereich der gesamten Polizeiinspektion 2 von 589 im Jahr 2016 auf 663 im Jahr 2017 gestiegen sind, begründete Piastowski mit intensiver Polizeiarbeit. Rauschgiftdelikte seien „Kontrolldelikte“, sagte er. Das bedeutet, dass sie überwiegend bei Polizeikontrollen zutage treten und weniger durch Anzeigen – in ländlichen Gebieten wie Swisttal vor allem bei Fahrzeug- und Fahrerkontrollen.

Apropos ländliche Gebiete: Piastowski und Sievers traten der Kritik entgegen, dass die Polizei in zersiedelten Bereichen wie Swisttal oder Bornheim nicht präsent genug sei und die Strecken zwischen den Wachen und einzelnen Ortschaften zu groß seien. „Polizei sollte man nicht an der Wache festmachen“, sagte Piastowski. Auf der Wache säßen ein bis zwei Beamte, die im Prinzip das Gebäude und die Einrichtung bewachten, fügte er hinzu. Damit fehlten sie für Streifenfahrten in den Orten. Dort sei die Polizei aber erkennbar und auch nicht erkennbar präsent, sagte er weiter: „Die Frage, wo eine Wache ist, ist sekundär.“

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