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Pläne für die Ruine: Wie geht es weiter mit der Hemmericher Burg?

Pläne für die Ruine : Wie geht es weiter mit der Hemmericher Burg?

Das Wahrzeichen des Bornheimer Ortsteils ist seit vielen Jahren verwaist, das Denkmal verfällt zusehends. Laut Miteigentümerin Elisabeth Neisse denkt die Erbengemeinschaft aber zurzeit über die weitere Nutzung nach.

Attraktiv ist die Burg Hemmerich längst nicht mehr. Seit die letzten Bewohner vor zehn Jahren starben, stehen die Gebäude leer und verfallen zusehends. Die Hemmericher fragen sich: Was passiert nun damit? Die Immobilie steht unter Denkmalschutz und müsste folglich in einem annehmbaren Zustand erhalten werden. Nun könnte sich etwas tun: Auf Anfrage des General-Anzeigers sprach eine Vertreterin der Eigentümergemeinschaft von einer Folgenutzung, über die zurzeit diskutiert werde.

Die Burg steht schon lange als Ruine, quasi als Mahnmal der Vergänglichkeit, hoch oben über dem Vorgebirge. Man spürt noch, wie imposant der Bau einst gewirkt haben muss. Heute ist er ein Lost Place, ein verlassener Ort. Die Fassade bröckelt, Efeu rankt die Mauern empor. Gebaut wurde die Burg im 13. Jahrhundert. Ritter Albero von Hemberg ließ das Anwesen auf den Resten einer Römervilla errichten, wohl auch aus deren Steinen.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie immer wieder modernisiert. Um 1730 wurde sie im Stil des rheinischen Rokokos gestaltet. Zuletzt bewohnten Hunold Freiherr von und zu Nordeck und seine Ehefrau Anna-Maria das Areal, zunächst in einem Haus im Park, später in den Wirtschaftsgebäuden neben der Burg aus dem 19. Jahrhundert. In ihrer Zeit wurde einiges renoviert. Wirtschaftsgebäude, Dichterhäuschen, Innenhof und der Torpavillon.

Konserven-Dynastie Stollenwerk als letzte Besitzer

Seit dem Tod des Ehepaars stehen die denkmalgeschützten Gebäude leer. Bei Erhaltungsmaßnahmen wird zu trennen sein zwischen der Ruine und den Wirtschaftsgebäuden. Vor einigen Jahren hatte die Familie Stollenwerk aus Düren, Besitzer der gleichnamigen Konservenfabrik, das ganze Areal gekauft. Aber Josef Stollenwerk hatte zu Lebzeiten keine Nutzungspläne umsetzen können. Er starb im Juni 2016, und seitdem gehört die Burg einer Erbengemeinschaft.

Hemmerichs Ortsvorsteher Günter Heßling ist nicht begeistert, dass die Gebäude zusehends verrotten, denn die Burg hat für den Ort eine geschichtliche Bedeutung. Er hält lockeren Kontakt zu den Erben – auch weil man einen Ansprechpartner braucht für den Fall, dass mit der Burg etwas passiert. Stollenwerk-Tochter Elisabeth Neisse stellte auf GA-Anfrage die Schwierigkeiten dar: „Wir haben hier mehrere Eigentümer, und da muss man sich erst einmal einigen.“

Sie sagte aber auch, man denke darüber nach, wie eine Folgenutzung aussehen könnte. Gerade erst habe man darüber gesprochen. Es sei allerdings noch nichts spruchreif, sodass sie keine belastbaren Aussagen einer genauer Planung machen könne. Derzeit bestehe in der Eigentümergemeinschaft aber durchaus der Wunsch, die Gebäude zu behalten und auf irgendeine Weise zu nutzen.