Vor dem Einkaufszentrum in Bornheim: Vorgebirgsmusikanten probten öffentlich

Vor dem Einkaufszentrum in Bornheim : Vorgebirgsmusikanten probten öffentlich

Ensemble wirbt in Bornheim-Merten um neue Mitglieder. Auch Anfänger sind willkommen. Weitere öffentliche Proben sind geplant.

Raus aus dem Vereinsheim und rein in den samstäglichen Einkaufstrubel: Unter diesem Motto verlegten die Bornheimer Vorgebirgsmusikanten am Samstag ihre wöchentliche Probe auf den Parkplatz des Einkaufszentrums „Am Roten Boskop“ in Merten.

Statt in den eigenen vier Wänden an der Bornheimer Wallrafstraße übte Dirigent Sascha Gosemann mit seiner Truppe Stücke wie das „Concerto D'amore“, oder den „Glacier-Express“ unter den Augen und vor allem den Ohren der Öffentlichkeit ein. Belohnt wurde dies nicht nur mit dem ein oder anderen spontanen Zwischenapplaus, sondern auch mit interessierten Nachfragen zum Sinn und Zweck der öffentlichen Probe. „Einige Leute sind schon auf uns zugekommen, und genau das wollen wir mit der heutigen Aktion erreichen“, erklärte Ralph Habeth, Vorsitzender der Vorgebirgsmusikanten.

„Wir hoffen, durch diese neue und bisher einzigartige Möglichkeit des Kennenlernens mit vielen Menschen ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen.“ Geplant sind drei weitere Proben vor bekannten Einkaufszentren. Derzeit sind 26 Musiker bei den Vorgebirgsmusikanten, die in diesem Jahr ihr 35-jähriges Bestehen feiern, aktiv. Die meisten sind zwischen 40 und 50 Jahre alt. Der Vereinsgründer und Ehrenvorsitzende Peter van den Berg ist mit 75 Jahren ebenfalls noch mit von der Partie. Auch vier Nachwuchsmusiker im Alter zwischen neun und 14 Jahren werden an Querflöte, Trompete, Schlagzeug und Klarinette ausgebildet. Das Repertoire erstreckt sich von moderner und konzertanter Blasmusik bis zu Polkas und Märschen.

Bei den Vorgebirgsmusikanten ist jeder Blasmusiker willkommen

Willkommen ist bei den Vorgebirgsmusikanten jeder, der Interesse hat, in einem Blasorchester zu spielen. „Vorkenntnisse sind keine Voraussetzung“, erklärt Ralph Habeth. „Anfänger, Wiedereinsteiger oder Zugezogene auf der Suche nach einem Verein sind bei uns richtig.“ Sind noch keine Kenntnisse vorhanden, ist der Verein bei der Suche nach einem Lehrer behilflich. Dass man bei den Vorgebirgsmusikanten schnell Anschluss findet, dafür ist Ursula Reingen das beste Beispiel. Mit 62 Jahren entschloss sie sich im August 2018, Klarinette zu lernen.

„Mein Bruder, der im Verein spielt, sagte, dass eine Klarinette fehlt“, berichtet die Bornheimerin. „Ich habe Flöte gespielt und konnte Noten lesen, aber auf der Klarinette habe ich ganz von vorne angefangen.“ Für sie sei das Erlernen eines Instruments eine gute Möglichkeit, geistig aktiv und fit zu bleiben, sagte Reingen. „Ich kann natürlich noch nicht alles mitspielen, aber ich mache Fortschritte und mein Lehrer und unser Dirigent motivieren mich sehr.“ Allen, die zögern, einem Verein beizutreten, möchte sie Mut machen. „Ich wurde nett aufgenommen und gehörte sofort dazu.“

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