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Gefragte Ausbildungsplätze in der Region: Viele Bewerber auf wenige Stellen

Gefragte Ausbildungsplätze in der Region : Viele Bewerber auf wenige Stellen

Die kommunale Verwaltung als Ausbildungsstelle: Die Bewerbungszahlen belegen, dass viele junge Menschen daran Interesse haben. Der General-Anzeiger hat sich in den Rathäusern im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis umgehört.

Rheinbach: Zwei junge Frauen haben zum 1. August bei der Stadt Rheinbach ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten begonnen. 60 Bewerbungen seien eingegangen, zehn in die engere Wahl gekommen, sagt Bürgermeister Stefan Raetz. "Die Qualität der Bewerbungen war besser als in den Vorjahren", führt er aus. Vor zwei Jahren hatte Raetz beklagt, dass das Ausbildungsniveau derart gesunken sei, dass viele Kandidaten auch für den mittleren Dienst nicht geeignet seien.

Die Stadt Rheinbach hatte deshalb keinen Bewerber eingestellt. "Dieses Mal hatten wir im positiven Sinne die Qual der Wahl", so der Bürgermeister. Auch ein angehender Forstwirt und ein Straßenbauer beim Baubetriebshof hätten nun ihre Ausbildung begonnen. In der Verwaltung seien neben den zwei neuen Auszubildenden bereits drei weitere tätig. "Wir bilden gerne aus, weil wir dann wissen, dass wir guten Nachwuchs bekommen und Personal, das zu uns passt", sagt Raetz. Die Stellen würden so ausgeschrieben, dass sie dem Bedarf angepasst seien, so dass die jungen Leute die Aussicht hätten, auch bleiben zu können: "Wer gut ist, wird auch übernommen", sagt Bürgermeister Raetz.

Swisttal: Die Gemeinde Swisttal bietet jedes Jahr eine Ausbildungsstelle an. Nach zwei Jahren weiblicher Besetzung mit Abiturabschluss konnte sich dieses Jahr ein junger Mann mit Mittlerer Reife durchsetzen. Die Qualität der Bewerber sei jedes Jahr gut, sagt Sprecher Bernd Kreuer. Alle Bewerber müssten einen Eignungstest im Studieninstitut für kommunale Verwaltung in Köln absolvieren.

Zudem seien die Noten der Hauptfächer besonders relevant. "Mit den drei momentanen Auszubildenden sind wir sehr zufrieden. Eine Auszubildende des Baubereichs mussten wir leider abgeben, weil sie bessere Entwicklungschancen beim Rhein-Sieg-Kreis hatte", erklärt Kreuer.

Meckenheim: Bei der Stadt Meckenheim durchlaufen momentan zwei Auszubildende ihre Ausbildung, ein dritter fängt am 1. September an.

Für das Jahr 2016 bietet die Stadt zwei Ausbildungsplätze an und rechnet mit 90 Bewerbern. Die Bewerbungsfrist endet bereits am 4. September dieses Jahres. Voraussetzung für die dreijährige Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten sei mindestens ein guter Realschulabschluss, erklärt Sprecherin Marion Lübbehüsen. Um am Eignungstest teilzunehmen, seien zudem gute Noten in den Fächern Deutsch und Mathematik erforderlich.

Diese Kriterien würden von weniger als der Hälfte des Bewerberfeldes erfüllt, so Lübbehüsen. Erstmalig sei es möglich, den Eignungstest online durchzuführen. Die erfolgreichen Kandidaten werden anschließend zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, in dem weitere Qualifikationen wie Kommunikationsstärke ausschlaggebend sein können, erläutert die Sprecherin.

Bornheim. 95 Menschen hätten sich beworben, 17 seien zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden "und zwei Bornheimerinnen sind es dann geworden", sagt Bürgermeister Wolfgang Henseler. Alexandra Mühlens (18 Jahre) aus Hersel und Laura-Isabelle Meißner (23 Jahre) aus Bornheim-Ort haben am 1. August ihre dreijährige Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten bei der Stadt begonnen.

Insgesamt hat die Verwaltung aktuell acht Auszubildende. "Wir versuchen, immer bedarfsgerecht auszubilden", sagt Henseler. Zwar gebe es hinterher keine Übernahmegarantie, allerdings wolle man gut ausgebildete Kräfte gerne weiter beschäftigen. 95 Bewerbungen lägen im Schnitt der vergangenen Jahre, sagt Joachim Brandt, der seit 1997 Ausbildungsleiter bei der Stadtverwaltung ist.

Die Qualität der Bewerber sei regelmäßig hoch, ergänzt Henseler. "Es gibt es hohes Interesse bei den jungen Leuten. " Das trifft auch auf die beiden neuen Azubis zu. "Ich komme aus Hersel und die Stadt war immer ein präsenter Betrieb", sagt Mühlens. Die Verwaltung sei ein optimaler Ausbildungsbetrieb: nicht zu groß und nicht zu klein. Meißner ergänzt: "Ich möchte nicht nur in Bornheim leben, sondern auch für meine Stadt arbeiten."

Alfter: Die Gemeinde Alfter beschäftigt derzeit keinen Auszubildenden. "Wir wollen erst wieder zum 1. August 2016 jemanden aufnehmen", sagt Nico Heinrich, Kämmerer und Vertreter von Bürgermeister Rolf Schumacher. Die letzte Auszubildende im Haus sei vor etwa zwei Jahren übernommen worden. "Zum einen waren wir haushalterisch in einer Problemsituation", erläutert Heinrich, warum die Gemeinde in den vergangenen Jahren keine jungen Menschen ausgebildet habe. "Zum anderen wollen wir, wenn wir ausbilden, auch jemanden für den eigenen Bestand ausbilden." Dafür habe es zuletzt "keine richtige Perspektive" gegeben.

Mit Blick auf das Jahr 2019/2020 sehe er da aber Chancen, so der Vertreter des Bürgermeisters. Da sich zu diesem Zeitpunkt insbesondere im höheren Dienst altersbedingt Lücken ergäben, solle dann 2016 auch nicht eine Ausbildungsstelle für Verwaltungsfachangestellte ausgeschrieben werden, sondern eine für Beamtenanwärter im gehobenen Dienst.