"Markt der Möglichkeiten" in Hersel: Viel Andrang bei Polizei und Bundeswehr

"Markt der Möglichkeiten" in Hersel : Viel Andrang bei Polizei und Bundeswehr

Mächtig stolz waren die Organisatoren, als sie am Samstag an der Herseler Ursulinenschule (USH) den 25. "Markt der Möglichkeiten" eröffneten. Dass das Konzept der Berufsbildungsmesse seit zweieinhalb Jahrzehnten aufgeht, zeigten die Besucherzahlen.

Viele hundert Schüler der gymnasialen Oberstufe, der höheren Klassen der Realschule sowie der erzbischöflichen und befreundeten Schulen im Köln/Bonner Raum fanden trotz des heftigen Schneefalls am Vormittag den Weg nach Hersel.

80 regionale und bundesweit agierende Aussteller aller Wirtschaftszweige hatten sich eingefunden und präsentierten mehr als 300 Ausbildungsberufe und 120 Studiengänge. Dazu der Direktor des Gymnasiums der USH, Karl Kühling (55): "Das was wir hier auf die Beine gestellt haben, ist nicht Bundesliga, sondern Champions League. Die Breite und Vielfältigkeit der Aussteller ist einfach sensationell."

Zu diesem Erfolg der Berufsinformationsbörse hatten Franz Buschky, ehemaliger USH-Schulpflegschaftsvorsitzender und viele weitere Schulpflegschaftsvertreter beigetragen. "Das Tolle ist, dass sich hier sogar Unternehmerinnen präsentieren, die selber einmal Schülerinnen an der USH waren", freute sich Franz Buschky (66). Und weiter: "Wenn ich bedenke, wie damals alles angefangen hat. 1990 hatten sich zunächst ein paar Eltern zusammengetan und ihre eigenen Berufe vorgestellt. Und wenn man sieht, was daraus geworden ist, können wir schon mächtig stolz sein."

Zum ersten Mal stellte sich der Bonner Süßwarenhersteller Haribo im Rahmen des Tages vor. "Wir suchen für 2016 Industriekaufleute für die Bereiche Marketing, Einkauf und Vertrieb. Natürlich bilden wir auch in vielen technischen und lebensmitteltechnischen Berufen aus", erläuterte Michaela Krause (25), Junior-Personalreferentin bei Haribo das Stellenangebot.

"Bei Haribo könnte ich mir schon eine Ausbildung vorstellen. Ich würde gerne ins Produktdesign einsteigen und Gummibärchen gestalten", so die 16-jährige Vanessa Piel aus Bonn. Großen Zulauf verzeichneten auch die Stände der Polizei und der Bundeswehr. "Dadurch, dass wir neben den Studiengängen für eine militärische Laufbahn auch viele Ausbildungsberufe im zivilen Bereich anbieten, sind wir mittlerweile für viele junge Frauen ein attraktiver Arbeitgeber geworden", erläuterte Hauptfeldwebel Nadine Neelmeier (38), Karriereberaterin bei der Bundeswehr in Bonn, den Andrang an ihrem Stand.

"Und ich habe immer gedacht, dass man bei der Bundeswehr nur Männerberufe erlernen kann", zeigte sich Frederike Berntal (15), Realschülerin aus Wesseling überrascht, die sich für eine Ausbildung zur Krankenschwester bei der Bundeswehr interessierte.

Bei ihrem Rundgang blieben viele Schüler neugierig am Stand der MTLA-Schule stehen und wagten einen Blick durch ein Mikroskop oder ließen sich die angelegten Bakterienkulturen in den ausgestellten Petrischalen erläutern. Die MTLA-Schule gehört zum Universitätsklinikum Bonn und bildet junge Menschen zur medizinisch-technischen Laborassistentin aus.

"Die Ausbildung ist umfangreich, beinhaltet Teile eines Medizinstudiums und findet in unserem modernen Ausbildungszentrum auf dem Bonner Venusberg statt. Wer sich zudem für Forschung oder einen molekularbiologischen Zweig interessiert, ist bei uns genau richtig", erklärte Simone Poster (36), Leiterin der MTLA-Schule ihr Ausbildungskonzept.

Karl Kühling zeigte sich nach dem "Berufsbilder-Tag" mehr als zufrieden: "Die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler bestätigt uns weiterzumachen." Und Franz Buschky ergänzte: "Schon jetzt liegen uns erste Anmeldungen von Ausstellern für 2016 vor."

Kurz gefragt

Katharina Ruzanski (17) aus Bornheim, Schülerin der elften Klasse des Gymnasiums der Ursulinenschule, informierte sich beim "Markt der Möglichkeiten". Mit ihr sprach Ralf Palm.

Was hat Dir der "Markt der Möglichkeiten" gebracht?
Katharina Ruzanski: Es ist prima, dass man mit den Ausstellern persönlich sprechen kann und viel mehr Informationen erhält, als wenn man im Internet recherchiert. Und ich habe Ideen für ein mögliches FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr, Anm. der Redaktion) erhalten.

Weißt Du denn jetzt, was Du nach dem Abitur machen möchtest?
Ruzanski: Ich möchte ins Ausland gehen und dort ein Studium im Bereich Design und Kunst beginnen. Und ich denke über ein FSJ nach.

Was könnte man am "Markt der Möglichkeiten" noch verbessern?
Ruzanski: Die meisten Anbieter kommen aus Deutschland. Hier sollten sich noch mehr Unternehmen und Universitäten aus dem Ausland präsentieren. Und ich hätte gerne umfangreichere Informationen über Stipendien und die Finanzierungsmöglichkeiten eines Auslandsstudiums.

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