Kiesabbau : Verein fordert Artenschutz

Der Landschafts-Schutzverein Vorgebirge (LSV) ist mit der beantragten Ausweitung des Kiesabbaus am Herseler Mittelweg einverstanden, wenn der Artenschutz nicht zu kurz kommt.

Das teilte der LSV jetzt mit. "Das Abbauvorhaben liegt in der Abgrabungskonzentrationsfläche der Stadt Bornheim. Diese wirkt einem Abbauwildwuchs im Gemeindegebiet entgegen", sagte der LSV-Vorsitzende Michael Pacyna.

In einer Stellungnahme an das Amt für Natur- und Landschaftsschutz des Rhein-Sieg-Kreises verlangt der LSV allerdings einen Abgrabungsplan zur Gestaltung der Rekultivierung unter Berücksichtigung der Belange des Artenschutzes.

Wie berichtet, hatte der Ausschuss für Stadtentwicklung der Stadtverwaltung grünes Licht gegeben, um das Einvernehmen zu erteilen, dass die Firma Horst ihre Arbeiten auf zwei Bereiche erweitern darf und eine Verlängerung der Abgrabungen bis 2020 gewährt wird. Zwar steht die endgültige Genehmigung des Kreises noch aus. Nach Angaben von Kreissprecherin Rita Lorenz spricht aktuell aus Sicht des Kreises aber nichts dagegen, die Genehmigung zu erteilen.

Laichgewässer und Brutmöglichkeiten gefordert

Nach Angaben des LSV kommen in dem Abbaugebiet gefährdete Tierarten wie Wechsel- und Kreuzkröten, Zauneidechsen sowie Feldlerchen vor. "Wir drängen auf konkrete Maßnahmen für den Artenschutz", so Pacyna. Laut LSV sind Kiesabgrabungen für manche Rote-Liste-Tierarten willkommene Ersatzlebensräume für verloren gegangene Flussauen-Landschaften.

Aus diesem Grund regt der Verein an, Laichgewässer bereits im laufenden Abbaubetrieb anzulegen. Die Kiesabfuhr solle mittels Transportband und nicht per Lkw erfolgen, um das Überfahren von geschützten Amphibien- und Reptilienarten zu vermeiden, so der LSV. Schließlich müssten für die Feldlerche, die auf dem bisherigen Acker brüte, neue Brutmöglichkeiten auf angrenzenden Ackerflächen angeboten werden.