Neues Taufbecken in Hemmerich: Veränderung, Bewegung, Schwingung

Neues Taufbecken in Hemmerich : Veränderung, Bewegung, Schwingung

Der Mertener Künstler Martin Langer gestaltet ein neues, rund ein Meter hohes Taufbecken aus Eichenholz und Bronze in der Hemmericher Markuskirche.

Frida Keller hat einen Platz in der Geschichte der Hemmericher Markuskirche sicher. Ende September, als die evangelische Kirchengemeinde das Erntedankfest feierte, wurde das Baby als erstes Gemeindemitglied im neuen Taufbecken des Gotteshauses an der Rösberger Straße getauft. Anfang Mai ist das Mädchen geboren worden. „Am gleichen Tag wie der Opa“, sagt Mutter Sabrina Knauf.

Am Tag von Fridas Taufe wurde das neue Taufbecken auch eingeweiht. Das alte Taufbecken hatte ausgedient – nach mehr als 30 Jahren, seit es die Markuskirche gibt. Wie Pfarrer Gerhard Brose erläutert, sei das alte Becken immer nur als Provisorium gedacht gewesen. Die Metallkonstruktion passe nicht zu anderen zentralen Elementen im Kirchenraum.

Brose meint damit Altar und Kanzel. Beide Stücke aus Eichenholz seien einst von dem Bornheimer Bildhauer Walter Schoneweg entworfen worden. Laut Brose standen sie ursprünglich in der Maria-Magdalena-Kirche in Swisttal-Heimerzheim. Nach der Renovierung dort seien sie nach Hemmerich gekommen.

„Achteckigkeit symbolisiert Standfestigkeit und ein sicheres Fundament“

Komplettiert ist das Ensemble nun durch das rund ein Meter hohe Taufbecken. Geschaffen wurde es von Martin Langer, Bildhauer aus dem Kunsthof Merten. In dem Stück habe er die Formsprache von Kanzel und Altar aufgegriffen, erläutert er. So habe der Sockel des Beckens aus Eichenholz ebenso einen achteckigen Grundriss wie die Kanzel.

„Achteckigkeit symbolisiert Standfestigkeit und ein sicheres Fundament“, sagt Langer. Überdies sei der Sockel „konisch verjüngt“, was bedeutet, dass er in seinem Verlauf schmaler werde – so wie auch die Beine des Altars. Die Schale des Taufbeckens aus Bronze wiegt 25 Kilogramm. Langer hat dafür zunächst einen Entwurf aus Lindenholz geschaffen. Das Stück hat dann ein Glockengießer angefertigt.

„Fast alle Taufbecken sind rund, dieses aber ist oval“, erläutert Langer. Das Wesen des Wassers sei Bewegung, so der Künstler weiter. Ein Kreis sei „erstarrte Harmonie, ein Oval hingegen Veränderung, Bewegung und Schwingung“.

Brose pflichtet Langer bei. Die Veränderung und Bewegung des Wassers könne man beobachten, wenn man es ins Becken gieße. Überdies: Man werde mit Wasser und dem Heiligen Geist getauft, betont der Pfarrer. „Und der Heilige Geist bringt die Dinge zum Schwingen.“ Rund ein halbes Jahr – von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Fertigstellung – hat Martin Langer an dem Taufbecken gearbeitet.

Laut Pfarrer Brose finden bis zu 20 Taufen pro Jahr in der evangelischen Markuskirche statt. Von jetzt an im schönen neuen Taufbecken.