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Venus passiert am Freitag die Plejaden - Sterne leicht zu erkennen

Venus passiert die Plejaden : Siebengestirn zeigt sich ab Freitag am Abendhimmel in der Region

„Sieben Schwestern“ nennen Astronomen die Plejaden auch. Die Sternengruppe steht am Freitag direkt neben der Venus und ist bei klarem Himmel leicht zu erkennen.

Wenn am Freitag die Sonne untergeht, lohnt sich ein Blick in den Sternenhimmel. Darauf weist Michael Geffert hin. Er betreibt das virtuelle Birtzberg Observatorium in Bornheim. Was sich am Freitag am Himmel abspielen wird, das sei sogar mit bloßem Auge zu erkennen, sagt er. Doch noch eindrucksvoller sei die Beobachtung mit einem Fernglas, empfiehlt der Hobby-Astronom.

Am westlichen Abendhimmel kann man dann nämlich eine besondere Konstellation beobachten: Der Planet Venus steht direkt neben den Plejaden, einer kleinen Sternengruppe. Die Venus als hellstes Objekt des Sternhimmels ist ohne Hilfsmittel in westlicher Richtung am Himmel leicht zu finden. Mit einem kleinen Fernglas erkennt man neben dem Planeten, der auch Abend- und Morgenstern genannt wird, eine Gruppe von Sternen, die zu einem markanten Sternhaufen gehören. Auch die Nasa erklärt in ihren „Skywatching Tips“ das Schauspiel und wünscht „clear skies“, also einen wolkenlosen Nachthimmel.

Siebengestirn kann man ohne Fernglas sehen

Die Himmelsscheibe von Nebra soll auch die Plejaden zeigen. Foto: Anne Pollmann

Etwa bis zum 5. April wird man die Plejaden in der Nähe der Venus finden können. „Dann wandert der Planet weiter“, sagt Geffert. Die Plejaden werden auch „Siebengestirn“ oder die „sieben Schwestern“ genannt. Geffert erläutert diese Bezeichnung: „Sie stellen in der griechischen Mythologie sieben Schwestern dar, die von Zeus an den Himmel versetzt wurden.“ Angeordnet sind sie wie ein kleiner Wagen auf engstem Raum, sind sie bereits im Altertum aufgefallen. Auch auf der Himmelsscheibe von Nebra sind sie abgebildet.

Roisdorfer Astronom erklärt den Sternenhimmel kinderleicht

Der in Roisdorf lebende Astronom Michael Geffert war von 1976 bis 2019 unter anderem als Astronom am Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn tätig war, engagiert sich seit Jahren für die astronomische Öffentlichkeitsarbeit und begeistert auch Grundschulkinder für die Sternenkunde. Im letzten Jahr organisierte er mit dem Birtzberg Observatorium eine Tagung von Amateurastronomen in Bornheim mit einer Ausstellung für die Öffentlichkeit im Bornheimer Rathaus.

Um die Plejaden am Freitag zu erkennen, sagt er, brauche man kaum Vorkenntnisse: „Man sucht am Himmel die Venus. Das ist der hellste Stern. Dann schaut man ein bischen drum herum, bis man dieses Bild sieht, das wie ein kleiner Wagen aussieht.“ Jahrelang hat er Grundschülern die Astronomie näher gebracht. Die Plejaden gehören zum Wintersternbild und werden laut Geffert noch ein paar Wochen am Himmel zu sehen sein - dann aber nicht mehr in direkter Nähe zur Venus.