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Umfrage im Vorgebirge: Wie schränkt das Coronavirus den Alltag ein?

Umfrage bei Menschen im Vorgebirge : Wie schränkt das Coronavirus den Alltag ein?

Das neuartige Coronavirus hat immer mehr Auswirkung auf das öffentliche Leben in Bonn und der Region. Doch wie weit schränken die Menschen ihren Alltag ein und meiden freiwillig Veranstaltungen? Eine Umfrage.

Montag 12 Uhr in Meckenheim-Merl: Von den rund 20 Kisten Desinfektionsmittel, die beim Discounter Aldi im Angebot waren, ist nichts mehr übrig. „Die Menschen standen bereits vor Ladenöffnung Schlange und sind dann umgehend zum Desinfektionsmittel gelaufen“, berichtet ein Mitarbeiter. Da Desinfektionsspray, -gels und Hygienetücher nur in begrenzter Menge vorhanden waren, durften Kunden pro Person nur drei Produkte kaufen. Die Aktion selber hatte nach Angaben des Discounters nichts mit der Verbreitung des Coronavirus zu tun, aber gegen 11.30 Uhr war in der Merler Filiale alles zur Desinfektion ausverkauft.

„Dieses Verhalten finde ich übertrieben“, sagt Jakob Heithausen. Der junge Mann lässt sich von dem neuartigen Coronavirus nicht einschränken. „Ich meide weder Menschenansammlungen noch Veranstaltungen“, sagt er. Beruflich bemerkt er jedoch eine Veränderung. Der 26-Jährige ist in der Veranstaltungsbranche tätig, die derzeit mit vielen Absagen zu kämpfen hat.

Immer mehr Veranstaltungen finden aus Vorsicht nicht statt, darunter auch die Haptica in Bonn. Dorthin wollte auch die Meckenheimerin Nadine Klapperich mit ihren Kindern. „Auch wenn die Veranstaltung stattgefunden hätte, wäre ich mit meinen Kindern nicht hingegangen“, sagt die 39-Jährige. Ansonsten lässt sie sich in ihrem Alltag nicht einschränken, eine bereits gebuchte Reise im Mai will Familie Klapperich antreten.Auch die 77-jährige Katrin Paehler möchte wie geplant nach Sylt fliegen.

Jedoch sehen nicht alle die Lage so gelassen. Viele Kunden erkundigen sich in Reisebüros nach den Bedingungen einer Stornierung,  beobachtet Philipp Krumpen, Büroleiter des Tui-Reisecenters in Bornheim. Zeitgleich ist das Buchungsverhalten eher zurückhaltend. Die Reisestornierungen der vergangenen Wochen könne er an einer Hand abzählen, sagt Krumpen. Das liege daran, dass es seitens der Veranstalter noch nicht möglich ist, Reisen kostenfrei zu stornieren. Daher müssen die Kunden den finanziellen Schaden selber tragen.

Erst wenn das Auswärtige Amt die Einreise in ein Land verbietet, muss der Veranstalter eine kostenlose Stornierung anbieten. Bislang treffe das auf China und Teile Italiens zu. „Wenn die Möglichkeit bestehen würde, hätte ich bestimmt schon 50 Stornierungen gehabt“, schätzt Krumpen. Dabei hätten die Kunden weniger Angst sich anzustecken, sondern eher in einem fremden Land festzusitzen. Grundsätzlich sei der März immer ein ruhigerer Monat. „Ich bin jedoch froh, dass wir im Januar und Februar noch nicht in dieser Situation waren.“