Landwirtschaft: Trockenheit macht Weizen im Vorgebirge zu schaffen

Landwirtschaft : Trockenheit macht Weizen im Vorgebirge zu schaffen

Laut den Bauern im Vorgebirge kommt der Regen für das diesjährige Getreide zu spät. Die Trockenheit macht vor allem dem Weizen zu schaffen. Sie rechnen zudem mit weniger Ertrag beim Mais.

Normalerweise schauen Bauern immer auf den Boden, um zu sehen, was dort wächst. Jetzt richtet sich ihr Blick eher zum Himmel. „Der Regen vom vergangenen Wochenende war mit neun Litern pro Quadratmeter nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Peter Zillikens, Ortslandwirt in Sechtem und stellvertretender Stadtlandwirt von Bornheim. Außerdem komme der Regen für den Weizen, der noch auf dem Halm steht, zu spät.

Beim Winterweizen sind Zillikens und seine Berufskollegen „voller Erwartung“. Die Quantität sei wahrscheinlich gut, indes könne man zurzeit nichts zur Qualität sagen. Da müssten sie gut zwei Wochen warten. Allerdings ist bereits zu erkennen, dass die Trockenheit nicht spurlos am Weizen vorübergegangen ist. Viele Blätter haben sich in der Hitze schmal und spitz zusammengerollt, am Fuß der Ähren sind Anlagen für Weizenkörner zu erkennen, aber sie haben sich nicht weiterentwickelt. Allein die Gerste macht Zillikens Freude. Diese sei früh und gut in der Kornqualität gewachsen. Damit hätten die Bornheimer Bauern ziemlich Glück gehabt. Am Niederrhein sehe es schlechter aus.

Blätter haben sich in der Hitze schmal zusammengerollt

Probleme bereitet hingegen der Mais. Der vertrage die Trockenheit schlecht, sagt er und zeigt Maispflanzen, die vielleicht knie- bis hüfthoch gewachsen sind, obwohl sie eigentlich schon mannshoch sein müssten. „Die haben ihr Längenwachstum abgeschlossen“, und damit sei dann der Kolbenanteil nur gering. Die Kolben wiederum liefern das Hauptprodukt für die Biogasproduktion. Der Ertrag, so schätzt der Fachmann, werde sicher 20 bis 30 Prozent niedriger ausfallen als in normalen Jahren.

Hoffnung hegen die heimischen Landwirte bei den Rüben. Zwar haben die in der vergangenen Woche die Blätter hängen lassen, der Wochenendregen, hat ihnen aber wieder etwas Standkraft gegeben. Zuckerrüben wurzeln bis zu zwei Meter tief, sagt Zillikens, und können so immer noch ihren Durst stillen. Wenn es nun im August einmal tüchtig regnen würde, gäbe es auch neue Blätter und vor allem genügend große Knollen. „Ein großes Manko ist auch die mangelnde Bodenfeuchte.“

Was 2018 verloren gegangen sei, haben die Regenfälle des Winters und Frühjahrs nicht aufgefüllt. In normalen Jahren fallen in Bornheim durchschnittlich um die 650 bis 680 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, und im vergangenen Jahr seien es nur 529 Liter gewesen. Weil aber auch der ausgetrocknete Boden bearbeitet werden muss, sei es zu einer Verschlämmung gekommen, weshalb der Boden nicht genügend Wasser aufnehmen könne. Das wiederum führe dazu, dass Strohreste auf den Feldern nicht richtig verrotten und sich unerwünschte Pilze ansiedeln, was Nachteile für die Folgekulturen mit sich bringe.

Nur die Landwirte, die Spezialkulturen wie etwa Kohl anbauen, können sich mit dem Bewässern ihrer Felder helfen. Das sei aber letztendlich sehr teuer. Rund 30 Cent pro Kubikmeter zahlen die Bauern für das Wasser, dass sie aus gemeinsam gepflegten Brunnen pumpen. Strom für Pumpen und Instandhaltung kosten eben.