Premiere in Mehrzweckhalle Widdig: Theaterverein "Edelweiß" führt Komödie "Ja, ich muss" auf

Premiere in Mehrzweckhalle Widdig : Theaterverein "Edelweiß" führt Komödie "Ja, ich muss" auf

Der Theaterverein "Edelweiß" aus Hersel-Uedorf bringt die Komödie "Ja, ich muss" auf die Bühne. Die Premiere in der Widdiger Mehrzweckhalle überzeugte.

"Raufaserjeseech", "Blötschkopp", "Ääzesupp" - Wer beim neuen Stück des Theatervereins "Edelweiß" Hersel-Uedorf am Ball bleiben will, muss entweder gute Kenntnisse der rheinischen Mundart mitbringen, einen geduldigen Muttersprachler als Sitznachbarn haben oder öfter mal im Kölschlexikon nachschlagen, das der Verein im Programmheft abgedruckt hat.

Bei der Premiere, die vor fast ausverkauftem Haus in der Widdiger Mehrzweckhalle über die Bühne ging, schien die Anzahl der "Immis" jedoch verschwindend gering zu sein - Jedenfalls war nicht zu erkennen, dass eine Pointe aufgrund von Verständnisschwierigkeiten verpasst wurde.

Vielleicht sprach der Ort des Geschehens aber auch für sich - Denn anders, als der Titel "Ja, ich muss" vermuten lässt, spielte die Musicalkomödie aus der Feder von Rolf Sperling und Björn Heuser nicht vor dem Traualtar, sondern vor der Toilette eines Fünf-Sterne-Hotels.

"Zum 95. Jubiläum des Theatervereins sollte es etwas Besonderes sein", erklärte Ingo Hemmersbach, der seit 2008 die Funktion des Spielleiters innehat. Mit dem 132. Stück der Vereinsgeschichte stellte er sein neunköpfiges Schauspielerensemble vor eine doppelte Herausforderung. Das Singen auf der Bühne blieb den Schauspielern aber erspart: Die Gesangseinlagen kamen vom Band, die Darsteller mussten nur noch die Choreographie und Lippenbewegungen beisteuern. "Alles andere wäre in der Kürze der Zeit nicht zu leisten gewesen", erklärte Hemmersbach, der sich nicht nur auf seine Schauspieler, sondern auch auf zahlreiche Helfer hinter der Bühne verlassen kann.

Traditionell beginnen die Proben des Theater-Vereins nach den Sommerferien. Bei der Besetzung bewies Ingo Hemmersbach Mut zur (optischen) Veränderung: War seine Frau Monika Hemmersbach in der vergangenen Session noch als Prinzessin Moni I. im feinen Ornat unterwegs, konnte das Publikum sie nun als resolute Toilettenfrau in Kittelschürze bewundern. "Guten Morgen, Wischmopp", wird die Klofrau von ihrer Freundin Jacqueline (Andrea Guttentag) begrüßt, die aufgrund ihres Jobs als Gelegenheitsdame auf den wenig schmeichelhaften Spitznamen "Matratze" hört. Beide Damen tragen ihren Teil zu der turbulenten Geschichte bei, die sich um die im Hotel stattfindende Hochzeit von Sandra (Nina Oehlhorn) und Sven (Achim Raschke) entspinnt. Die Trauzeugen Ole (David Rosse) und Tina (Jenni Neudeck-Marx), die Seminarteilnehmer Christoph und Daniel (Patrick Ohlhorn und Friedel Engels) sowie Hochzeitsgast Ingeborg (Marion Oehlhorn) sorgen dafür, dass das Chaos im Vorraum der Gästetoilette seinen Lauf und nach drei Akten ein gutes Ende nimmt.