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Erhitzte Gemüter: Streit um geplanten Pferdehof zwischen Roisdorf und Brenig

Erhitzte Gemüter : Streit um geplanten Pferdehof zwischen Roisdorf und Brenig

Der geplante Neubau eines Pferdehofs nahe des derzeit geschlossenen Lokals Heimatblick zwischen Roisdorf und Brenig erhitzt die Gemüter - noch bevor der Bauantrag von der Stadt genehmigt worden ist.

Auf der einen Seite stehen die Naturschützer von Nabu, dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dem Landschaftsschutzverein Vorgebirge (LSV) und dem Heimat- und Eifelverein Bornheim. Sie sehen mit dem Hof, der 40 Pferde aufnehmen will, das traditionelle Naherholungsgebiet gefährdet, das sie jahrelang so vehement gegen den Quarzabbau verteidigt hatten.

"Das Gebiet ist ausdrücklich als Landschaftsraum mit einer besonderen Eignung für die Naherholung ausgewiesen", betont Klaus Benninghaus, Geschäftsführer des LSV. "Der Bau einer Reitanlage, der später auch ein Wohnhaus folgen kann, die Anlage von privaten Parkplätzen und ein reger Reitbetrieb sowie Fahrverkehr auf den Spazierwegen dienen eindeutig nicht der Naherholung."

Die 40 Pferde würden darüber hinaus, wenn sie nicht extensiv gehalten würden, dazu führen, dass rohfaserhaltige Gräser aus dem Boden verschwinden. Aus einer artenreichen Wiese wird eine kurzgemähte Weide, die das Landschaftsschutzgebiet eintöniger macht, so die Befürchtung.

Uwe Heynmöller, der dort die Reithalle bauen möchte, kann diese Bedenken hingegen nicht nachvollziehen. "Ich habe nicht vor, dort ein Haus zu bauen. Von den 40 Pferden werden nur fünf zum Reitunterricht eingesetzt. Die Pferde werden extensiv gehalten, so dass kein Kunstdünger nötig wird", sagt er.

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Bornheim sei auf ihn zugekommen und habe ihn auf die Grundstücke nahe des Heimatblicks aufmerksam gemacht, nachdem ihm der Pachtvertrag in Alfter gekündigt worden war, wo seine Pferde bisher standen. "Die Grundidee ist, die hoffentlich bald wieder aufkeimende Gastronomie dort durch ein zusätzliches Freizeitangebot attraktiver zu machen."

Genau das ist Achim Baumgartner, Sprecher des BUND im Rhein-Sieg-Kreis, ein Dorn im Auge: "Das steht im Widerspruch zu dem Regionale-Projekt des Grünen C, das mit einem Millionenaufwand eben diese freien Landschaftsflächen schützen soll."

Horst Feige vom Nabu ergänzt: "Die betroffene Landschaft hat eine hohe Bedeutung für seltene Arten wie den Wespenbussard und den Neuntöter." Da sei ein zusätzlicher Reitbetrieb mit der damit verbundenen Nutzungsintensivierung fehl am Platz.