Verkehrssicherheit: Stadt lässt Container wegen Radweg in Hersel entfernen

Verkehrssicherheit : Stadt lässt Container wegen Radweg in Hersel entfernen

Die Behälter für Altkleider und Altglas an der Rheinstraße, nahe der Einmündung des Radwegs, behindern die Sicht von Radlern und Autofahrern. Nun lässt die Stadt sie entfernen.

Er hatte es geahnt. Umso mehr ist Reiner Knees verärgert, dass es vor einigen Tagen an der Stelle, die er im Mai dieses Jahres der Stadt Bornheim als gefährlich für Radfahrer beschrieben hatte, zu einem Unfall gekommen ist. Es handelt sich um den Radweg, der die Rheinstraße in Hersel kurz vor der Einmündung in die überörtliche und stark befahrene Elbestraße (L 300) kreuzt. Die Sicht der Radler wird dort durch einen etwa 2,30 Meter hohen Altkleidercontainer der Arbeiterwohlfahrt eingeschränkt.

Am vergangenen Freitag ereignete sich dort ein Unfall. Ein Radfahrer stieß mit einem Auto zusammen, als er von der einmündenden Rheinstraße auf die Elbestraße fuhr. Er wurde auf die Windschutzscheibe geschleudert und zog sich schwere Verletzungen zu. Der Mann musste in ein Krankenhaus gebracht werden.

Für die Bonner Polizei stellt sich der Sachverhalt so dar, dass der Radfahrer die Vorfahrt des Autofahrers hätte beachten müssen. Der Herseler Reiner Knees (65), seit 1980 in Bonn und der Region als selbstständiger Taxifahrer unterwegs, sagt: „Nun ist also passiert, was ich befürchtet hatte – ein Radfahrer ist beim Überqueren der Rheinstraße in Hersel unmittelbar hinter dem Altkleidercontainer mit einem Auto kollidiert und verletzt worden.“ Dabei habe er die Stadt Bornheim bereits am 30. Mai per E-Mail auf die seiner Ansicht nach für Radfahrer gefährliche Situation an der Ecke Rheinstraße/Elbestraße aufmerksam gemacht. Er habe aber dazu anschließend von der Stadt lediglich eine Eingangsbestätigung ohne Stellungnahme in der Sache erhalten.

Unfall am vergangenen Freitag

Dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) habe er die Situation ebenfalls geschildert – auch von dort keine Reaktion. Im Ergebnis sei an der „gefährlichen Verkehrsführung“ nichts geändert worden.

Knees fragt: „Muss wirklich jedes Mal das Kind erst in den Brunnen fallen, bevor etwas geschieht?“ Erst nach dem Unfall habe sich die Stadt Bornheim gemeldet und angekündigt, man werde sich die Verkehrsführung einmal vor Ort ansehen.

Knees schlägt der Stadt vor, die im Frühjahr an der Rheinstraße direkt an der Einmündung des Radwegs aufgestellten Container (Altkleider und Altglas) wieder zu entfernen. Er argumentiert: „Den Standort halte ich insbesondere für Kinder für sehr gefährlich, da die Container direkt neben dem Verbindungsradweg zwischen Elbestraße und Rheinstraße stehen, dort kein Fußweg entlang der Rheinstraße existiert und Kinder für herannahende Fahrzeuge nicht zu sehen sind. Oder erst dann, wenn sie die Fahrbahn betreten.“

Der Rad- und Fußweg entlang der Elbestraße kreuze die Rheinstraße exakt dort, wo Fahrzeuge, die auf die Elbestraße einbiegen wollen, stehen bleiben müssen, um den vorfahrtberechtigten Verkehr auf der Elbestraße einsehen zu können. Dies führe häufig zu Konflikten mit Radfahrern, die den vorhandenen Radweg nutzten.

Container bewusst einen Meter hinter Fahrbahnkante

Knees hat einen Lösungsvorschlag parat: Der Radweg soll seiner Ansicht nach über den Verbindungs(rad)weg zwischen der Elbestraße und der Rheinstraße auf die östliche Seite der Rheinstraße geführt werden. Gleichzeitig solle die bestehende Radwegmarkierung unmittelbar an der Einmündung der Rheinstraße in die Elbestraße entfernt werden. „Damit wäre auch die Gefahrensituation an dieser Einmündung für Fahrradfahrer, die aus Richtung Bonn kommen und häufig nicht signalisieren, ob sie auf der Rheinstraße oder der Elbestraße weiterfahren wollen, etwas entschärft.“

Auf Anfrage des General-Anzeigers teilte die Stadt Bornheim am Mittwoch mit: „Die Container stehen nicht an der Fahrbahnkante, sondern wurden bewusst einen Meter dahinter aufgestellt. Wer hier die Rheinstraße überqueren will, wird also gesehen und hat auch selbst freie Sicht, wenn er anhält, um die Vorfahrt zu achten. Ohne Anhalten gefährdet man sich natürlich in jedem Fall – wie überall, wo man die Vorfahrt achten muss.“

Unabhängig davon habe die Verwaltung aber ohnehin bereits entschieden, die Container zu versetzen. Dies werde voraussichtlich in der nächsten Woche geschehen.

Da Reiner Knees in seiner E-Mail mehrere Anregungen gegeben habe, habe er zunächst eine kurze Antwort als Eingangsbestätigung erhalten. Für die abschließende Antwort seien die Sachverhalte zunächst noch geprüft worden.

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